Was dir General Trull über dein Vaterland und Menschlichkeit sagen wollte

Ich danke ihnen für geistige Klarheit, den Mut gegen manches, das sich Geist der Zeit nennt anzukämpfen. Ich danke, dass sie mit mir das Bild von dem Soldaten hochielten, der sich unserer Werte von Freiheit, Recht und Würde des Menschen immer bewusst war und für den das Vaterland und die Nation mehr bedeutete als eine lästige Erinnerung.

 

Die Nation ist mehr als eine lästige Erinnerung. Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Nation, unsere deutsche Nation, denn Herr General Trull ist Deutscher, ist viel mehr als ein Stück Vergangenheit, welches manche in unserer Zeitepoche nur zu gerne vergessen würden. Und das Vaterland hat einen Wert, den man nicht in Gold und Geld aufwiegen kann. Damit stehen wir, die wir unser Land und unsere Nation noch lieben, gegen den Zeitgeist. Das erfordert uns Mut ab. Den Mut für etwas einzustehen, das unpopulär geworden ist. Und wenn wir von Freiheit, Recht und Würde des Menschen reden, sind das auch keine hohlen Floskeln, sondern gelebte Ideale von Menschen, die sich höheren Zielen verpflichtet sehen als bloßer Selbstverwirklichkung und der Anhäufung von Wohlstand.

Wir hatten begriffen, dass wir uns dazu straffen müssen, dass wir […] nicht an jener Beliebigkeit und Schwatzhaftigkeit teilhaben dürfen, die so weit verbreitet ist, sondern es um Wahrhaftigkeit, Loyalität, Bescheidenheit und Zurücknahme der Person hinter die Sache ging.

Wahrhaftigkeit ist mehr als nur das Streben nach Wahrheit. Es ist der Wunsch nach Echtheit und Fassbarkeit der eigenen Person. Wahrhaftig zu sein im kantischen Sinne bedeutet, der Vernunft Vorzug zu geben. Nicht beliebig, austauschbar und stromlinienförmig zu sein. Ich bin wahrhaftig, weil ich ehrlich mit mir selbst bin und ehrlich gegenüber anderen sein möchte. Ein wahrhaftiger Charakter ist das Gegenteil des Heuchlers, der unsere heute so Gesellschaft plagt. Und die Loyalität ist die Eigenschaft, die so vielen in unserer Zeit abhanden gekommen ist. Es wird keine ehrbare Verbindung mehr zwischen Hier und Dort gespürt. Aber die Loyalität ist etwas, worauf die Familie fußt und auf der Familie baut die Gemeinde auf und auf die Gemeinde setzt die Stadt und dann der Staat. Ohne Loyalität gibt es keinen Zusammenhalt und ohne Zusammenhalt gibt es keine Nation mehr. So muss die Loyalität beim kleinsten Teil anfangen und sich fortführen bis zum Ende der Kette, die aus beiden Richtungen beschritten werden kann. Ich bin loyal zu meiner Einheit, weil die Einheit zu mir loyal ist. Es ist wie beim Überwinden einer hohen Mauer mit der Räuberleiter. Die unteren Kletterer helfen einem Mann nach oben und dieser hilft den unteren seinerseits beim Überwinden, indem er die Hand nach unten streckt. Und weil ich mich selbst zurücknehmen kann und dies von anderen erwarte, halten wir einen Schritt und ein Tempo, bilden somit eine ganze Einheit. Ich ordne mich daher nicht aus Unterwürfigkeit unter, sondern in dem Bewusstsein, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein, die solidarisch miteinander sein muss. Ich bin also bescheiden, weil ich nicht der einzige Mensch am Wassertümpel bin.

 

Aber über die Güte der Truppe selbst entscheidet letztlich die Bereitschaft der Verbände zum selbstlosen Dienst, die Befähigung zum Kampf und der tapfere Einsatz des Lebens. Diese Grundwahrheiten dürfen niemals aus dem Auge verloren werden. Das ist der Rahmen und die Gewissheit, in der zu handeln wir aufgefordert sind. Und da dürfen wir nicht jenen weit verbreiteten Missmut befördern, der diesem Land nichts – aber rein mit nichts- voran bringt.

Wir hatten Deutschland im Herz – und im Kopf was wir aus seiner Geschichte wissen mussten, um bewusst zu leben.

Selbstloser Dienst ist die Willigkeit zum Dienen für eine höhere Sache. Und Dienst ist nicht das Selbe wie Arbeit oder der Job. Dienst steht in der Tradition der natürlichen gewachsenen Gemeinschaft, des Volkes, des Staates und der Bünde, denen man sich verpflichtet. Diesen zu dienen heißt, dass man sie ehrt und achtet.  Man dient aus Wertschätzung für das Ganze heraus, nicht weil man für sich im Kleinen einen Vorteil sucht. Das darf nicht im Vordergrund stehen.

Und wenn Trull davon spricht, dass der tapfere Einsatz des Lebens einer besonderen Güte der Menschen bedarf, meint er damit doch diese die es gerne tun. Die sich gerne für ihre Gemeinschaft einsetzen und das eigene Leben für das Wohl der Vielen zurückstellen können.

Feuerwehr, Polizei, Armee sind keine Firmen, sondern Diener des Volkes und des Staates. So manch Ministerin und Politiker irrt, wenn sie oder er glaubt, man könne diesen Dienst mit Ignoranz abstrafen.

 

Wir wussten, dass die Welt nicht vollkommen ist und dass es Menschen braucht die sagen „Ich dien!“. Und dass es nicht mit einem Gehalt getan ist, sondern Einsichten, die denen gegeben sind, die andere Dinge im Herzen und im Kopf haben, als das Offensichtliche und Banale.

Foto: Felix Koenig

 

Link: http://denkblg.blogspot.de/p/rede-generalmajor-trull.html Abschrift der Rede


 

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