Als Merkel auf dem letzten CDU-Parteitag einen fast nicht enden wollenden Applaus von ihrer Anhängerschaft erhielt, fühlte ich mich an die “Futurama” und die im Web bekannte Figur “Hypno-Toad” erinnert. Wer diese nicht kennt, kann sich gerne den Link weiter unten ansehen und sich die Parallelen vor Augen rufen. Die versammelten CDU-Mitglieder wirken wie eine hypnotisierte Armee, die bar jeder Eigenständigkeit einer Frau zujubelt, die sich selbst als alternativlos betrachtet und auch so von vielen ihrer Anhänger gesehen wird. Kritik am Kurs, seien es Griechenland, Euro-Krise, Ukraine oder Willkommenspolitik, ist nicht erwünscht. Überhaupt sind keine Personen gewünscht, die den Finger in die offenen Wunden halten und auf Probleme hinweisen, welche die Wähler beschäftigen. Figuren wie Bosbach oder Bettina Kudla sind durch ihre unkonformen Haltungen zu den Unberührbaren ihrer eigenen Partei geworden. Dieser Verein von Berufsklatschern ist sich nicht zu schade dafür, die letzten Realisten ihrer Partei ans Messer zu liefern, um das eigene Weltbild nicht zu gefährden. Die CDU schlittert mit Volldampf in ihren eigenen Untergang und möchte es einfach nicht wahrhaben. Es zeigt sich, dass ich mit einer Prognose, die ich vor etwa fünf Jahren traf, recht behielt. Damals war ich noch selbst CDUler und spürte leider schnell, dass vom alten konservativen Geist nicht viel geblieben war. In diesen Jahren war es auch, dass sich irgendein “Konservativer Kreis” aus alten CDUlern traf und der alten Zeit nachweinte. Davon konnte man in der Zeitung lesen, wie greise Männer an die guten und vergangenen Jahrzehnte zurückdachten und anprangerten, dass die CDU unter Merkel einen Kurs der Konformität mit linkem Zeitgeist führe. Das Erschreckendste war damals für mich, dass ganze Generationen von Abgeordneten und Mitgliedern in den Reihen der CDU herangezüchtet wurden. Ganz nach dem Motto: “Mein Vater war in der CDU und deshalb bin ich auch in der CDU. Werte, Ideen und Vorstellungen habe ich keine. Ich diene mich einfach nach oben und erfülle meinen Zweck als Parteifunktionär.” Das waren keine Einzelfälle, sondern traditionsreiche Massenveranstaltungen für politische Familien, die ihre Kinder durch die Reihen geben und sich dabei auf dem Parteitag die Klinke in die Hand drücken. Aus diesen engen Gesichtszügen und trügerischen Mienen, die zugeknöpft und fein angezogen daherstolzierten, konnte kein politisches Verantwortungsgefühl, geschweige denn ein nationales Bewusstsein erwachsen. Tatsächlich empfand ich die Wahlplakate der CDU in Berlin als sehr austauschbar und uniform. Ein Gesicht wirkte wie das andere.

Die Altparteien, darunter eben alle außer der AfD, sind eben genau das: nämlich alt. In ihrem Innern fault es, und es sollte niemanden überraschen, dass systemisches Mobbing,  Intrigantentum, Korruption und Doppelzüngigkeit immer wieder Schlagzeilen machen. Ein Blick in die Visage von Merkels sogenannter “rechter Hand” Tauber, zu sehen links im Bild, sollte genügen um deutlich zu machen, was ich meine. Tauber stand zuletzt in der Kritik, weil er sich parteiintern als Mobbing-Spezialist herausgestellt habe, der unerwünschte Parteikollegen durch Diffamierung, infame Lügen oder subtile Drohungen verschwinden lassen wollte.  Ich wäre, sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, nicht wirklich überrascht. Als Tauber vor einigen Jahren in die Politik gebracht wurde und von den damaligen Zeitungen als neue Hoffnung der CDU gepriesen wurde, bekam ich schon nach seinen ersten Interviews Bauchweh. Was Tauber unter einer modernen und neuen CDU verstand, bewegte sich weiter nach links, als es der neoliberale Zeitgeist eigentlich vorschreibt. Es ging, wie vermutet, in Richtung links-mitte und zielte damals wohl schon bewusst auf eine Annäherung an die Grünen ab.

Mit dem langsamen Absterben der konservativen Elemente der CDU und der Entfremdung von der CSU gewinnt die Partei vielleicht einige Wähler vom linken Spektrum für sich. Allerdings hat sie, trotz ihres Mantras, Platz gemacht für einen Kandidaten der nun das Vakuum füllt, welches die CDU hinterlassen hat. Tauber hatte noch im Mai abgestritten, dass die CDU überhaupt konservativen und nationalen bzw. christlichen Charakter eingebüßt hätte. Alle Kritiker seien im Irrtum und der gefahrene Kurs der Kanzlerin sei unbestreitbar richtig.

Dabei ist es eben nicht nur Merkels Politik, sondern ein systemischer Verfall innerhalb der einstigen Christdemokraten. Wer erinnert sich noch an die Unterwanderung einiger CDU-Kreise durch die rechtsradikalen und religiös-fundamentalistischen “Grauen Wölfe”?  Eine solche Subversion kann nur passieren, weil die Partei im Innern keine ideologische Kraft mehr verstrahlt und durch nichts, aus ein System aus Gefälligkeiten und Routinen am Leben gehalten wird. Auch Personen wie Saswan Chebli, die als Sprecherin des Auswärtigen Amtes tätig ist und uns Deutschen sagen möchte, dass ihr Vater, der weder richtig Deutsch spricht noch sich unseren Lebensgewohnheiten angepasst hat, integrierter ist als die Wähler der AfD. Auch die CDU-Muslima Cemile Giousouf scheint eine engere Verbindung zu den Islamisten der Mili Görus zu haben, als es sich für eine Christdemokratin gehören sollte. Da posiert eine CDU-Politikerin und Muslima zusammen mit Antisemiten und dem Verfassungsschutz bekannten Vertretern eines politischen Islam. Adenauer rotiert im Grab.  Wichtig ist nicht, wie Deutschsein definiert wird, die Familienpolitik verbessert, die Grenzen geschützt oder die Energiepolitik gefahren werden sollen. Wichtig ist, welchen Kurs Angela Merkel vorgibt. Das ist eine erstaunliche Nibelungentreue. Sicherlich möchte die CDU von heute mit diesem Worten nicht in Verbindung gebracht werden, weil es aus der deutschen Geschichte und ihren Sagen entnommen wurde.

Ich vermute, dass der Kurs der CDU sie in ein tiefes Tal hinabführen wird, aus dem es so schnell kein Zurück mehr geben wird. Die Partei ist nur noch Verwalter des Verfalls, dessen Anzeichen immer deutlicher werden. Es fault bereits seit vielen Jahren vor sich hin und mittlerweile ist es nicht mehr zu leugnen, dass diese Frucht verdorben ist.  Mittlerweile habe ich zu viele Menschen gesehen, die hoffentlich ernst machen und ein gutes Gedächtnis haben, wenn sie heute sagen : “Nie wieder CDU!” Einer meiner besseren Freunde, ein langjähriges Mitglied, stand mit ziemlich düsterer Miene vor einigen Wochen vor mir und sagte : “Ich fühle mich so betrogen. War alles umsonst in all den Jahren?”

Christliche Nächstenliebe heißt nicht: Liebe den Fremden. Sondern liebe deinen Nächsten – Meine Familie, meine Gemeinde, mein Land und mein Volk sind mir doch am nächsten. Habe ich diese Menschen versorgt, kann ich mich um die anderen kümmern.

 

 

Neulich auf Merkels Parteitag