Home Gesellschaft Verschwörung?

Verschwörung?

Teil 2: Der Große Austausch — nur eine Verschwörungstheorie?

Zugegeben: ein unterstellter Plan, das deutsche Volk abzuschaffen und durch eine entwurzelte multiethnische Mischbevölkerung zu ersetzen — das fühlt sich doch ganz nach der Wolle an, aus der Verschwö­rungstheorien gestrickt sind!

Das Phänomen als solches kann kaum abgestritten werden, auch wenn es regelmäßig als Hirngespinst hingestellt wird: daß wir uns einer Völkerwanderung ausgesetzt sehen, die in geschichtlich kurzem Zeitraum die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung dieses Landes völlig neu gestaltet. Daß das deutsche Volk bei einer gleichzeitigen Reproduktionsrate unter bestands­erhaltendem Niveau zu einer ethnischen Minderheit im eigenen Land wird, ist bei Andauern dieses Prozesses — und danach sieht es aus! — eine mathematische Gewißheit. Wer mit offenen Augen mit der S-Bahn durch ein beliebiges europäisches Ballungszentrum fährt, kann nur noch mit einem erheblichen Maß an ideologischer Blindheit übersehen, was offensichtlich ist: daß sich die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung innerhalb nur eines halben Jahrhunderts von Grund auf verändert hat.

Es stellt sich die Frage: ist dies ein geplanter und gesteuerter oder ein zufälliger Vorgang? Wer hat ihn gewollt? Wer hat ihn gegebenenfalls geplant? Und wozu? Bei der Deutung dessen kann man durchaus auf verschwörungstheoretische Abwege geraten.

Zunächst ist nach der Zielsetzung zu differenzieren: handelt es sich bei der »Umvolkung« um das Ziel an sich? Oder ist das nur eine Bedingung, die in Kauf genommen wird, um ein anderes Ziel zu erreichen?

Nach der ersteren Lesart läßt sich durchaus von einer Verschwörung ausgehen. Denn der Plan, so er einer ist, erscheint nicht hinreichend ersichtlich begründbar, wenn es allein das ist, was erreicht werden soll. So würde ich eindringlich davor warnen, darin eine verspätete Realisierung des »Hooton«- oder »Kaufman-Plans« zu sehen! Denn: auch wenn es entsprechende Überlegungen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs tatsächlich gegeben hat, so muß es dennoch als höchst fragwürdig und zweifelhaft gelten, ob und inwieweit ihre Realisierung damals jemals ernsthaft als Option in Betracht gezogen wurde. Es steht vielmehr als viel wahrscheinlicher zu vermuten, daß solche Überlegenungen schon damals nicht mehr waren als abseitige Elaborate von Sonderlingen.

Aus heutiger Sicht reicht ihre damalige Begründung, den Deutschen ihre angeblichen kriegerischen Neigungen auszutreiben, erst recht auf keinen Fall aus. Denn hat sich nicht Deutschland auch so in einen treuen Vasallen der US-Regierung verwandelt? Hat sich nicht die Strategie der Umerziehung nach dem Zweiten Weltkrieg als voller Erfolg erwiesen? Die Deutschen haben sich doch längst mehrheitlich zu pazifizierten, volksvergessenen, sich selbst verachtenden Konsumzombies verwandelt, die selbst ihre eigene Marginalisierung betreiben und ihre Verdrängung beklatschen — wozu bräuchte es da noch einen »Hooton-Plan«? Kurzum: die Sache ergibt aus diesem Sichtwinkel keinen vernünftigen Sinn. Und was noch schwerer wiegt: wenn es denn stimmte, was finge man an mit solch einem Wissen? Es bietet keinen Ansatzpunkt für konkretes politisches Handeln!

Auch übersieht eine solche Deutung, daß der Große Austausch sich nicht gegen das deutsche Volk im besonderen richtet, sondern gegen die Existenz homogener europäischer Völker im allgemeinen.

Einen Sinn ergibt der Vorgang indessen, wenn man ihn als Mittel zum Zweck betrachtet. Letztlich sind die Beweggründe wirtschaftlicher Natur: eine schrumpfende Bevölkerung bedeutet schließlich eine Wachstums­rücknahme, die auf keinen Fall hingenommen werden darf. Unser Wirtschaftssystem braucht aber Wachstum wie der Alkoholiker den Schnaps! Nach der Verwertungslogik des Kapitalismus, der im Menschen nur mehr austauschbare Produzenten und Konsumenten ohne Bindung an Kultur und Heimat sieht, ist es durchaus folgerichtig, das eigene Geburtendefizit — nachdem die Frau umfassend in den Prozeß der Mehrwertschöpfung einbezogen wurde — durch den Bevölkerungsüberschuß der Dritten Welt aufzufüllen. Es ist aus dieser Sicht in der Tat völlig egal, ob der Konsument schwarz oder weiß ist. Diese Logik trifft sich hier mit linken Ideologien, die für die Verwirklichung ihrer Utopie des »emanzipierten« Menschen jegliche substantielle, überindividuelle Bindungen geschleift sehen wollen. Beide, Neoliberalisten wie Neue Linke, wollen das gleiche: die große, diskriminierungsfreie »eine Welt«. Beide betrachten die Masseneinwanderung als Treibsatz, um etwas vorwärts zu bringen, was sie — wenn auch aus unterschiedlichen Motiven — als Fortschritt sehen.



Daß dies keine Verschwörung ist, zeigt schon der Umstand, daß diese Ziele keineswegs verheimlicht werden, sondern sie sich durch zahllose unterschiedliche Quellen belegen lassen und sich zahlreiche Aussagen von Repräsentanten von Staat, Wirtschaft und Parteien finden, die mehr oder weniger offen aussprechen, dies zu wollen.

Es ist auch historisch belegbar, daß es eine oft angewandte Taktik der Herrschenden war, eine Krise bewußt zu verschärften, um als angebliche Abhilfe Maßnahmen durchzusetzen, die nicht durchzusetzen gewesen wären, wenn sie hätten demokratisch legitimiert sein müssen. Wir sehen diese Strategie auch, wo durch den Euro und seine »Rettung« unumkehrbare Fakten auf dem Wege zur Erzwingung einer politischen europäischen Einigung geschaffen werden sollten. Dies alles braucht kein obskures Geheimwissen, sondern ist aus frei zugänglichen, unterschiedlichsten und überprüfbaren Quellen zu erschließen (gerade kürzlich wurde wieder hier und hier deutlich gemacht, daß die ethnische Minorisierung der Deutschen für unsere Eliten ein erstrebenswertes Ziel darstellt).

Es wäre freilich eine Verengung, einen solchen Vorgang als etwas zu sehen, das als Plan von irgendeiner Zentrale, dort von einigen wenigen erdacht und zur Ausführung gebracht wird. Die Realität sieht eher so aus, daß verschiedene Akteure aus verschiedenen Beweggründen ihre Interessen verfolgen und sich in einem Punkt treffen.

Zusätzlich mögen auch geostrategischen Überlegungen der USA nicht ganz auszuschließen sein, um Europa zu schwächen. Hier ist allerdings zu bedenken: auch die USA sind nicht allmächtig; zwischen Erwägen, Wollen, Können und erfolgreichem Tun steht da oft eine gewaltige Kluft. Zum anderen übersieht die These einer Verschwörung schlicht, daß in den USA die politische Macht eher dezentral verteilt ist, mit zum Teil konkurrierenden Institutionen und Geheimdiensten, die einander nicht die Butter aufs Brot gönnen. Die Realität der US-Politik ist eher geprägt davon, daß man es gerade einmal mit Ach und Krach schafft, sich auf eine gemeinsame Linie zu verständigen, als daß es das Machtzentrum gäbe, das nötig wäre, um in der Welt allerlei teuflische Pläne umzusetzen. So bietet das weltpolitische Wirken der USA auch mehr das Bild eines imperialistischen Dilettantismus als das eines ausgefeilten Plans zur Erringung der Weltherrschaft – was allerdings auch nicht weniger Anlaß zur Besorgnis bietet.

Wer sonst noch daran mitwirkt — linksextremistische Deutschlandhasser, »We love Volkstod«-Irre oder naive Gutmenschen, die tatsächlich meinen, etwas Menschenfreundliches zu bewirken — sind ebenfalls nicht Teil einer Verschwörung, sondern spielen in diesem Spiel nicht mehr als die Rolle der nützliche Idioten. Und zu guter letzt, aber nicht als geringstes, sind ganz banale Beweggründe zu nennen wie: materielle Gier und Machtstreben

Darüber hinaus würde die Betrachtung unter Verschwörungsgesichtspunkten den Blick auf einen wichtigen Punkt verstellen: den eigenen Beitrag, den wir als Volk dazu leisten. Hier ist die Untergrabung der eigenen geistig-moralischen Fundamente zu nennen, zu der uns niemand von außen zwingt. Hier sind die zersetzenden Ideologien zu nennen, die durchaus auch auf unserem eigenen Mist gewachsen sind. Da sind ein Selbsthaß und ein Ethnomasochismus festzustellen, den wir selbst kultivieren. Hier ist ein Hedonismus zu nennen, die einen Verzicht auf Kinder einem Verzicht auf materiellen Wohlstand und Konsum vorzieht. Dies alles sind Dinge, zu denen uns kein Verschwörer der Welt nötigt.

Somit ist letztlich die Schlußfolgerung zu ziehen: Der Bevölkerungsaustausch ist kein Zweck, sondern ein Mittel, um bestimmte politische und wirtschaftliche Zielvorstellungen zu verwirklichen. Er ist als politischer und ideologischer Vorgang aus der dem Kapitalismus und Liberalismus innewohnenden Systemlogik sowie aus den Ideen der politischen Linken hinreichend erklärbar, so daß es des Wirkens finsterer Mächte, die sich gegen uns verschworen haben, nicht bedarf.