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Der entfesselte Mob

 

 

Eine Gruppe Männer hetzt AfD-Anhänger durch die Innenstadt. Polizisten werden von arabischen Männergruppen eingekreist, bespuckt, beleidigt und geschlagen. Farbige und ausländisch aussehende Menschen werden am Bahnhof angepöbelt und rassistisch angegangen. All dies sind die Facetten der deutschen Lebensrealität im Jahr 2016. Ich möchte heute über Gewalt, Diskriminierung und Hetze reden. Es ist ein Rundumschlag gegen die Degeneration der Zivilgesellschaft und eine Warnung an den zerfallenden Staat, der die Gewalt der Masse nicht mehr kontrollieren kann. In unserer Republik lebt und gedeiht der „Mob”. Die Bruchlinien und Probleme der europäischen Union und die Kampfzonen der Gesellschaft sind sein Nährboden geworden. Mit scharfer Rhetorik und verfehlter Politik wurde der Mob von der Leine gelassen. Er wurde entfesselt.

 

Die Entfesselung des Mobs

Was ist der Mob? Der Mob ist die undefinierbare Masse, die plötzlich im Momentum extremer Umstände losgerissen wird und eine solche Eigendynamik entwickelt, welche den Mob unkontrollierbar und unberechenbar macht. Ein Mob ist gewaltätig, brutal und unmenschlich. Denn Menschen in Gruppen würden Dinge tun, die sie sich alleine niemals trauen würden. Wir sehen diese Mobs, die brachial und gewaltätig in Köln Frauen begrapschen und anderswo die Grenzzäune einreißen. Mobs jagen friedliche AfD-Demonstranten in  Thüringen durch die Städte. Andere Mobs bespucken ausländisch aussehende Menschen am Bahnhof. Es ist kein Phänomen, das sich auf die eine oder andere Gruppe allein beschränkt, sondern ein allumfassendes Problem, welches alle europäischen Gesellschaften erfasst hat. Was eigentlich Szenen aus Entwicklungsländern sein könnten, sind fast alltägliche Situationen für die deutsche Polizei geworden. Sie wird mit den enthemmten Menschenmassen konfrontiert . Ob Kurden gegen Türken in westdeutschen Innenstädten oder aber Linksextreme Randalierer und Gewalttäter.

Man muss das Problem beim Namen nennen: Linksextreme attackieren AfD-Fraktionäre, jagen Menschen durch die Straßen und zünden Autos an . Sie attackieren Polizisten und führen die staatliche Ordnungsmacht vor, deren Rüstungen so zerdellt von all der Prügel sind, welche sie schon haben einstecken müssen. Ob Frankfurt Blockupy mit brennenden Autos und verletzten Beamten oder aber Neo-Nazis beim Skandieren szenetypischer Parolen vor einem Asylheim. Es gibt hier womöglich Bedarf, zwischen Hemmungen der verschiedenen Mobs zu unterscheiden. Während der „Linke“ Mob sich moralisch durch den Imperativ der momentanen Regierung und des linken Zeitgeistes auf der sicheren Seite wiegt und deutlich hemmungsloser zuschlägt, bleibt der „rechte“ Mob, obwohl lautstark, bei der Eskalation der Gewalt hinter den Linken zurück. Im Moment. Das muss nicht so bleiben und ein kurzer Blick auf die von Neo-Nazi-Mobs verübten Verbrechen zeigt deutlich, dass die Gefahr von „rechts“ (ich meine rechtsextrem) eine ist, die durchaus existiert und mehr als ernst genommen werden muss. Ein Blick auf die Auflistungen rechtsextremer Straftaten in Deutschland zeigt auf, dass dem entfesselten Mob vom rechten Rand viele Menschen zum Opfer gefallen sind. Die bestialische Natur vieler Morde lässt sich kaum in Worte fassen. Es ist jene abartige Enthemmung, die meist nur in gesammelten Menschengruppen auftritt. Vom zu Tode gehetzten polnischen Gastarbeiter, bis zu angezündeten ausländischen Mädchen und erwürgten Prostituierten ist alles dabei. Ein erschlagener vietnamesischer Arbeiter, dessen Pech es war, ausländisch auszusehen und einem Mob wahnsinniger Rassisten über den Weg zu laufen. Diese Fälle sind die Realität  – genauso wie die von Ausländern an deutschen begangenen Verbrechen. Die tausendfachen Vergewaltigungen durch oft muslimische Männer oder die vielen Gewaltverbrechen, deren Aufzählung den Umfang dieser Seite sprengen würde. Man kann nicht das eine verurteilen und blind für das andere sein. Der Mob hat viele Farben, die Gewalt kennt viele Ursprünge.

Es ist kein rechtes Schreckgespenst, wenn manigfaltig Beweise für die Enthemmung der Linksradikalen vorhanden sind. Ob Schüsse auf Plakatierer der AfD, Anschläge auf Büros oder Morddrohungen gegen Politiker und Mitglieder der AfD oder gar CDU/FDP. Die Gewalt der Massen von Links ist Realität und genauso muss man sehen, dass auch von rechts immer mehr scharfe Rhetorik und gesteigertes Selbstbewusstsein zu sehen ist. Obwohl übertrieben dargestellt, existiert jener „braune Mob“ der enthemmenten Rassisten in Deutschland und ist nicht unsichtbar für jene, die von ihm angegangen werden. Betrunkene Neo-Nazis beleidigen und provozieren den asiatischen Blumenverkäufer irgendwo in Ostdeutschland. Keine Fantasie, sondern genauso Realität wie die linken Randalierer und Brandstifter. Brennende Asylheime und besoffene Skins, welche glauben Deutschland am besten zu dienen, indem sie undeutsch aussehenden Menschen das Hirn aus dem Kopf schlagen oder in Berlin-Adlershof mit Hitlergruß über die Straße marschieren und dabei ein viertes Reich herbeiwünschen.

Dieser rechte Mob ist das Geschwür am Körper der Nation. Er ist das Überbleibsel des Nationalsozialismus, welcher MIT daran Schuld ist, warum sich in Deutschland kein normaler und gesunder Patriotismus herausbilden konnte. Genau wie der linke Zeitgeist und der Selbsthass, die Verachtung des Eigenen und die grassierende Ausländergewalt, ist der rechtsextreme Mob eine Gefahr für ein besseres Deutschland. Ein Fingerzeig auf das ekelhafte Verhalten dieses braunen Mobs reicht aus, um den Patriotismus in den Augen vieler zu diskreditieren. Aber mit Mord, krankhaftem Rassismus und der Bejahung des Chaos ist Deutschland kein Dienst erwiesen. Diese Leute halten das Bild vom „hässlichen Deutschen“ am Leben, das von den Ethnomasochisten von Links so stark befeuert wird. Im Grunde gehen diese beiden Gruppen, rechtsextreme Gewalttäter und linksextreme Volkshasser, Hand in Hand. Sie leben voneinander. Ohne brennende Asylheime, erschlagene Blumenverkäufer und tote Dönerhändler gebe es kaum Grundlagen für den ewigen Fingerzeig der Volkshasser.

Ich will nicht glauben, dass dieser Mob die einzige Alternative zu Multikulti sein kann. Er ist es nicht. Es gibt den Kompromiss zwischen Nationalstolz, Heimatliebe, einer ethnischen und kulturellen Identität – und einem Mix der Kulturen und Völker, welcher nur ins Chaos und in die Bedeutungslosigkeit führt.

Mein geheimes Deutschland wird nicht vom Mob regiert. Weder dem einem noch dem anderen. Irgendwo inmitten dieser entfesselten Gewalten, inmitten dieses Chaos, gibt es einen Mittelweg. Einen, wo das Land nicht im Bürgerkrieg versinkt, wo arabische Migranten keine Jagd auf einheimische Frauen machen und wo Neonazis keine Menschen anmachen oder totschlagen, die ihnen nicht arisch genug erscheinen. In meinem geheimen Deutschland lebt die Demokratie und damit das Recht der Andersdenkenden. Dort werden nicht Menschen bei politischen Protesten unter den Augen des Establishments wie Vieh durch die Stadt gejagt. Dort existiert kein moralischer Imperialismus, kein Ethnomasochismus und kein anti-nationaler Komplex.

Es gibt einen neuen, besseren Weg. Einen der nach vorne führt und heraus aus dem Sumpf eines verbrauchten chauvinistischen Nationalismus und einem zwanghaften Rassismus. Ein Weg in ein neues und besseres Deutschland. Frei vom Schatten des Nationalsozialismus und frei von den Irrlehren des Multikulturalismus.

Dieses Deutschland kann jedoch nur Wirklichkeit werden, wenn wir es schaffen, die Zereißkräfte an den Rändern des politischen Spektrums zu bändigen. Wenn wir den Mob wieder fesseln können.

 

Bild : http://www.flickr.com/photos/hozinja/5248122650/ , hozinja (Eric Hossinger)




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