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Die Niederlegung des Mantels

Die Niederlegung des Mantels

Die Niederlegung des Mantels

– Persönliche Gedanken und Lösungsvorschläge zur aktuellen Lage von “Cundar” hier auf YOUNG GERMAN

 

„Die Schlange, die das Herz vergiftet,

Die Zwietracht und Verderben stiftet,

Das ist der widerspenstge Geist

Der gegen Zucht sich frech empöret,

Der Ordnung heilig Band zerreißt,

Denn der ists, der die Welt zerstöret.“

– Der Kampf mit dem Drachen, Friedrich Schiller

 

Die Vergewaltigung einer 13-Jährigen wird von der Berliner Polizei vertuscht! UNERHÖRT! LÜGENPRESSE! VOLKSVERRAT! [3] Ein 24-Jähriger Syrer ist, nach tagelangem Anstehen an der Berliner LAGESO, an einer Erkältung gestorben! MORD! UNMENSCHLICHKEIT! EMPÖRUNG! [4]

 

Herzlich Willkommen im Deutschland des Jahres 2016! Zugegeben, diese beiden Ereignisse die sich um erstunken und erlogene Geschichten drehten machen nur die bisherigen Höhepunkte des großen Dramas aus, dass sich in Deutschland gerade abspielt. Aber beide Beispiele lassen sich  sehr gut heranziehen, wie gerade die Öffentlichkeit von rechts bis links – die verdammte Mitte miteinbezogen! – tickt.

 

Und deswegen möchte ich hier drei Dinge anreißen, aber gerade nicht bis zum erbrechen ausführen:

 

  1. Ordnung oder Chaos: Wir haben die Wahl.
  2. Europäische Perspektiven.
  3. Patriotische Leitlinien.

 

  1. Ordnung oder Chaos

Wir können selber entscheiden ob wir die Partikularisierung, also die Zersetzung und Zerstückelung unseres Volkes, unserer Gesellschaft unseres Staatsvolkes mit vorantreiben wollen.

Dabei geht es auch darum dem eigenen, persönlichen, inneren Pöbel, dem inneren Mob und damit dem inneren Chaos entgegen zutreten. In pornografischer Art werden uns seit Jahrzehnten höchstemotionale Themen aufgedrückt,  in diesem Trieb der Emotionen kann man sich verlieren. Es ist wie in den zwei Minuten Hass-Einheiten in Orwells „1984“ [5], in der sich die Gemeinschaft auf EIN Feindbild einschwört und sich dabei als Person voll vergisst. Die oben genannten Fälle sind wunderbare Beispiele. Es geht dann gar nicht mehr um den Inhalt,  die Wahrheit [1] sondern nur noch um den Anlass, um sich den Emotionen voll hinzugeben. Die endgültige Vermassung der Medienlandschaft durch das Internet, hat es ermöglicht in noch kürzerer Zeit unverantwortlichen Mist, durch Blogs und soziale Netzwerke, an noch mehr Menschen zu bringen. Man glaubt den etablierten Medien gar nichts mehr aber einem Beitrag  eines Freundes in Facebook, der ihn von einer offensichtlich Fake-Seite hat, die nicht mal der deutschen Sprache mächtig ist oder sich sonderlich darum bemüht, glauben immer mehr Leute auf’s Wort. So mancher rostiger Nagel hat sich dort und anderswo eingeschlagen, damit man sich an ihm verfängt oder auf ihn tritt. In diesen Krisenzeiten ist es sehr richtig an den Schmittschen Ernstfall zu denken, nur sollte man diesen nicht mit „Horrorszenarien“ allein verwechseln. Erster liegt eine gewisse Lösungsorientierung inne, letzterem lediglich ein Ereifern  – Aufgeilen würde es wesentlich besser treffen! – am aktuellen Missstand der zum Horrorszenario übertrieben wird. Gibt man dieser Dynamik nach, kann es schnell passieren, dass etwas passiert, was „ich ja so nicht wollte“. Schnell ist da jeder Mensch mit schwarzen Haaren ein Vergewaltiger/Sozialschmarotzer etc. pp. und jeder AfDler ein Nazi, auf den man schießen kann. Gewalt bricht bahn, erzeugt Gegengewalt und am Ende wundert man sich über die endgültig gebrochenen Zustände. Es geht dabei gar nicht darum, dass man komplett auf Gewalt verzichtet, wehrlos wird, aber es ist komplett vermessen zu glauben, dass „die Gewalt“ ein Ziel darstellen könnte. Findet man gefallen an dieser Denkart, so findet man nur noch Feinde. Deswegen drehen sich „demokratische“ Seiten sehr schnell nur noch um die „böse Nazis“ von Union bis NPD und „patriotische“ Seiten um „Volksfeinde“, egal ob es sich dabei um Kinder oder Alte handelt.

 

Einigen meiner Bekannten (vom Spektrum links, mittig und rechts) habe ich eine Blog- und Facebook-Diät empfohlen. Ein Wunder! Danach konnten die Menschen fast halbwegs beruhigt auch über kontroverse Themen sprechen. Innere Ordnung schafft nicht automatisch äußere Ordnung aber es stellt gute Ansatzpunkte zur Verfügung… Und trifft manchen „verrosteten Nagel“ mit dem Hammer auf die gefährliche Seite und macht ihn unschädlich.

 

 

  1. Lösungen für Europa – Perspektiven.

Das durch rostige Nägel zusammengehaltene klapprige Gebälk, das ich oben beschrieben habe, versperrt oft auch die Sicht auf wirklich alternative Lösungsansätze. Denn oft handelt es bei diesen Konstrukten nur um das gespiegelte Extrem der Gegenseite.

Schauen wir uns mal die zwei angestrebten Szenarien an: Auf der einen Seite eine absolute „Abschottungspolitik“ und auf der anderen Seite eine dynamische „Anpassung an die Globalisierung“. Für mich führt erstere nur zu einem Aufstauungseffekt der zu weiterer Verelendung im europäischen Großraum führen wird und damit einen Konfliktkatalysator darstellen dürfte, der wiederum Kriege o.ä. erzeugen wird, von dessen Auswirkungen die europäischen Völker wieder betroffen sein wird. Dies wäre ein Szenario, das viele europäische „Rechte“ favorisieren.  Auf der anderen Seite würde eine dynamische Abschöpfung bzw.  „Durchreichung“ der Arbeitskraft des globalen Südens letztenendes die endgültige Austauschbarkeit des Menschen und den Siegeszug des Materialismus markieren. Die europäischen Vaterländer verkommen endgültig zu reinen Produktionsstandorten und deren Staaten werden zu reinen Verwaltungen. Dies ist ein Szenario, welches sicher einigen „westlichen“ Eliten gelegen kommen würde.

Welche Alternative gibt es denn dazu?

 

 

Hier nur ein kurzer Vorschlag: Die Probleme innerhalb der Nationen lassen sich durch Maßnahmen lösen, die ich jetzt nicht weiter besprechen werde. Ich wende mich daher den Lösungen zu, die zwischen den europäischen Staaten liegen. Ein kurzer, viel zu kurzer, Ausflug in die Geopolitik.

Das Problem der wiederaufgekommenen Grenzkontrollen und der fehlenden gesicherten EU-Außengrenze hat etwas damit zu tun, dass man Spanien, Italien und vor allem Griechenland mit ihren Problemen jahrelang alleine gelassen hat.

Dabei steht rechtlich nichts dagegen, dass eine gemeinsame Polizei entlang der europäischen Staatsgrenzen Wacht schiebt, während in den internationalen Gewässern weiter das Militär in Kooperationen mit den jeweiligen Küstenwachen agiert. Das ganze kann unter dem Oberkommando von Frontex laufen. Hier, wie auch bei den folgenden Vorschlägen ist entscheidend, dass klare Verantwortlichkeiten und Zielkontrollen vorhanden sind. Doch der politische Wille fehlt anscheinend, dass auch umzusetzen.

 

So weit, so… Abschottung! Das würde nicht reichen! Dazu muss eine Koordinierung des Einwanderungsgesetztes, die Unterstützung der Flüchtlingslager bzw. Konflikt-Anrainerstaaten und sog. „Hotspots“ VOR der Grenze laufen! Die 50 Milliarden die die Flüchtlinge hier bei uns kosten, sind mehr als das Bruttosozialprodukt von Jordanien im Jahr 2015. [2] Diese Zusammenhänge werden auch gerade bei der Geberkonferenz diskutiert. Eine konkrete Wirtschaftsförderung in diesen Regionen verhindert die Massenmigration, da nun wirtschaftliche Perspektiven Vorort vorhanden sind. Außenpolitisch muss auf politische(!) Lösungen hingearbeitet werden. Es ist komplett abwegig zu fordern, dass deutsches Blut für Syrien fließen muss aber punktuell wird Europa evtl. Schutzkorridore einrichten müssen. Daher ist die Gewinnung von Verbündeten, ja die Gesamtausrichtung der EU-Außenpolitik Richtung (zunächst „nur“) Nordafrika und Eurasien entscheidend. Die Aufhebung von Sanktionen gegenüber dem schiitischen Iran verändern gerade die Gewichte in diese Richtung. Allerdings muss uns klar sein, dass der Konflikt Iran vs. Saudi-Arabien auch für uns eine Wahl zwischen Pest und Cholera ist. Beides sind islamistische Diktaturen, auch wenn es im Iran zum Vergleich zu Saudi-Arabien liberaler zugeht (Frauen ohne totale Verschleierung) und der Terror-Export der Islamischen Republik lokal begrenzter ist (Israel, Syrien).

Langfristig geht es darum ein Dreieck der wirtschaftlichen und ordnenden Zusammenarbeit zu schaffen. Man kann das jetzt als träumerischen Vorschlag abtun aber mal im Ernst: Wie viel Zukunftspläne haben wir eigentlich noch auf der Welt? Es geht um keine liberale Weltrepublik oder „totale Befreiung des Menschen“ sondern überhaupt darum mal wieder gemeinsame Handlungsspielräume den Völkern aufzuzeigen ohne ein unrealistisches Level wie bei Sörgels „Atlantropa“ in den 1920ern zu erreichen. Und anders als eine reine liberale Konstruktionen, erlaubt dieser Ansatz, dass Menschen in ihrem angestammten Lebensraum, selbstbestimmt bleiben können. Europa steht nicht mehr als Paradies da. Über Eurasien erreichen wir eine Perspektive die konkreter ist als die Globalisierung: Die begrenzten aber vielfältigen Möglichkeiten die unserer Planet uns bietet.

Durch diese Maßnahmen werden Fluchtbewegungen gelenkt, menschliches Leid gelindert oder sogar verhindert. Konflikte werden eingehegt, vielleicht sogar unmöglich gemacht und wenn es doch Krachen sollte, so stehen verschiedene Mächte da, die ein Interesse an einem Frieden haben.  Freilich könnte ich das weiter ausführen aber ich belasse es jetzt erstmal hierbei. Das aktuelle, sozialdarwinistische System der offenen Grenzen, das nur den stärksten und rücksichtslosesten Einwanderern bzw. danach verlangenden Unternehmen nutzt, wird mit obigen Vorschlägen die  mittel- und langfristig die Grundlage entzogen.

  3. Patriotismus und Nationale Identität als eine der Leitlinien

Welche Grundlagen haben wir denn stattdessen?

Wie oben schon aufgeführt geht es darum, wahrhaftige Standpunkte zu erlangen, Perspektiven zu eröffnen und anzugehen sowie Leitlinien für diese Entwicklung einzupflanzen und zu pflegen.  Eine Leitlinie leitet sich vom ersten Punkt ab: Die der Förderung des deutschen Patriotismus und Nationalbewusstseins.

 

Es ist doch gerade hochgradig absurd: Aktuell streiten wir uns wieder über Integration und Details aber: Was ist eigentlich deutsch? Wir haben auf diesem Blog bereits eine ziemlich umfassende Definition des Deutschen aufgestellt, die ich hiermit wieder sehr empfehle. [6] Denn was ist denn die Alternative? Die noch vom Kaiserreich sprichwörtliche „kleindeutsche“ Lösung, das der Deutsche gefälligst weiß, protestantisch oder atheistisch und wirtschaftsliberal zu sein hat? Oder die davon abgeleitete aktuelle, vorherrschende liberale Weisung, dass jeder Mensch mit deutschen Pass ein Deutscher sein soll, ganz egal wie es mit seiner eigenen Identität tatsächlich aussieht?  Oder mein absoluter „Liebling“: Deutscher kann nur sein, wer arischen bzw. germanischen oder artverwandten Blutes ist.

Ich habe genug von diesen Gestalten, die entweder Rasse oder Verfassung als exklusives Merkmal der Volks- bzw. Staatszugehörigkeit ansehen. In unserer Definition zeigen wir das spannende Zusammenspiel verschiedener Faktoren deutscher Identität auf und richten den Blick auch wieder auf das Vaterland. Denn richtig, oben unterscheide ich zwischen Vaterlandsliebe und Nationalbewusstsein.

 

Das Vaterland ist der konkrete Raum in dem ich aufgewachsen bin, der von meinen Vorfahren gestaltet wurde. Ich bin in meinem Vaterland mit Menschen aufgewachsen, die  Schlitzaugen und schwarze Hautfarbe hatten. Und trotz unserer „Rasse“, unseres Blutes, stehen wir gemeinsam zu unserem Vaterland. Radikale Humanisten legen die vielfältige  Herkunft bzw. Geschichte des deutschen Volkes gerne als Widerlegung einer Existenz eines ebensolchen aus. Unfug! Denn unsere gepflegte Vielfalt ist ja auch der Quell unserer Qualitäten. Blicke ich in die Gegenwart und die Geschichte wird mir eine reiche, bunte(!) Auswahl von Persönlichkeiten und Ideen angeboten. Wie plump erscheinen mir da die selektiven und beschränkten Bilder die sog. Nationalisten zeichnen, die dabei eigentlich immer bei einem Ameisenstaat al á Nordkorea herauskommen. Der Multikulturalist vergisst dagegen eine einfache Grundregel der Farbenlehre: Kippt man viele bunte Farben wild zusammen bekommt man ein gräuliches Braun. Nur durch richtige Mischung, passende Komposition und Können bekommt man ein wirkliches nachhaltiges Bild zusammen. Das reiche Erbe unserer Vorfahren und unsere vielfältige Geschichte die trotzdem in gegenseitigem Bezug, in einer gewissen Einheit  und manchmal harten Kontrasten stattfand, ist ein solches Bild und will weiter gemalt werden. Daher darf es keine Masseneinwanderung geben und auch keine „reinweiße“ Übertünchung des ganzen Gemäldes. Der Wiedererkennungswert des Volkscharakters muss erhalten bleiben, denn er stiftet Einheit!

Der Patriotismus wurzelt für mich auf dieser gegenständlichen Betrachtungsweise. Die Trennung vom Nationalismus ist daher auch absichtlich. Für mich ist es kein Zufall, dass die Entdeckung der Nation mit der Renaissance und dem Anfang des Humanismus zusammenfällt. Das „Römische Reich“ bekam dann ein „Deutscher Nation“ verabreicht. Die Nation hat einen größeren Abstraktionsgrad als das Vaterland. In den Gegensätzen des Deutschen, die in den regionalen Identitäten deutlich werden, wird dies ersichtlich:„Warum soll ein Hamburger und Bayer Deutscher sein? Die ticken doch ganz anders“? In unserer von innerdeutschen Kriegen geprägten Geschichte folgt der scheinbare historische Beweis. Als die Nation dann unter Herder, Hegel, Fichte, Goethe und Schiller konkreter wurde, so vergasen diese die Menschheit nicht: Die Nation war eine Organisationsform in der Menschheit. Die Nation konnte konnte unterschiedlicher Vaterländer Einheit gewinnen.  Aber diese Abstraktion macht es empfänglich für immer abstraktere Konstruktionen. Diese Konstruktionen waren offen für immer utopischere und phantastische Definitionen von Volk und Nation. Am Ende tobten einige Revolutionäre ihren ideologischen Wahnsinn am deutschen Volk aus. Unter diesen Verwirrungen leiden die Deutschen bis heute.  Die Erkenntnis von der Nation an sich ist aber nichts schlechtes. Im Gegenteil kann sie den Patriotismus veredeln. Deswegen spreche ich von National-Bewusstsein: Dieses ist mehr geistig und weniger gegenständlich.

Ein Nationalismus der an einen Chauvinismus grenzt, ist der Versuch einer Vergegenständlichung dieses geistiges Themas und mit dem Tanz um das goldene Kalb vergleichbar.

 

 

[1]: https://cundars.wordpress.com/2015/09/27/wir-haben-die-wahrheit-warum-handeln-wir-dann-nicht-entsprechend/

[2]: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt

[3]: http://www.rp-online.de/politik/ausland/13-jaehrige-wird-zum-politikum-das-wissen-wir-ueber-den-fall-lisa-aus-berlin-aid-1.5721786 /// http://www.rp-online.de/politik/deutschland/13-jaehrige-russlanddeutsche-verbrachte-fragliche-nacht-bei-freund-aid-1.5727493

[4]: http://www.derwesten.de/panorama/berliner-polizei-es-gab-keinen-toten-fluechtling-am-lageso-id11502687.html

[5]: https://www.youtube.com/watch?v=t4zYlOU7Fpk

[6]: https://younggerman.com/index.php/2015/10/28/den-volks-begriff-begreifen-definitionsversuch/



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