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Die Kriegsmaschinerie

Die Kriegsmaschinerie

Stell dir vor es ist Krieg und Amerika ist schon da.
Häufiger schon waren die Generationen von jungen Amerikanern hier Thema, welche mit dem „War on Terror“ groß geworden sind. Amerikanische Kriege sind nun wirklich nichts Neues mehr. Tausende blutjunge und mit Elan erfüllte Männer und Frauen sind in den Weiten Afghanistans oder der irakischen Wüste gefallen. Die Rückkehrer quält die Frage nach dem WARUM genauso sehr wie die Hinterbliebenen. Viele Heimkehrer kehrten nie wirklich Heim, auch wenn ihre Körper das Schlachtfeld verlassen haben. Der seit bald einer Generation tobende Konflikt der USA mit dem nahen und mittleren Osten, fordert seinen Tribut von der kriegsmüden und doch irgendwie gleichgültigen Nation. Aber was oft keine Schlagzeilen wert ist, ist jener integrale Teil des Krieges, welcher ihn erst in all seinen Schrecken möglich macht. Die Industrie.
Krieg, auf Krieg, auf Krieg wird dem amerikanischen Militär abverlangt. Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia – die Liste ließe sich beliebig um etliche weitere kleinere und größere Konflikte erweitern. Hinter den Soldaten, den Waffen und den Politikern steht eine gigantische Lobby aus Industriellen, die einen enormen Profit aus dem Kriegsgeschäft schlagen können. Man fühlt sich an Wallensteins Worte „Der Krieg ernährt den Krieg“ erinnert. Wo Waffen einst für die Verteidigung des eigenen Heims, der Heimat, der Grenzen genutzt wurden, weiten selbige Waffen heute den globalen Einfluss der USA aus. „America is everywhere“ – wie es so schön heißt.
Ungefähr 725 Milliarden US-Dollar Militärbudget im Jahre 2011. Diese utopische Summe ist kaum vorstellbar. Mehr als 1,2 Millionen Soldaten (aktive). Jeder von diesen muss ausgerüstet werden. Jeder muss ernährt, verpflegt, untergebracht und entlohnt werden. An jeder Kaserne kleben Reinigungsfirmen, Logistikunternehmen, Postfilialen, Catering-Firmen, Schulen, Sanitäranlagen und Transport. Im Schatten der gewaltigsten Armee der Welt, leben ganze Industriezweige des Zivilen nur dafür, die Armee am Leben zu halten. Der Tross eines Heeres, wie es ihn auch schon in den Armeen der Vergangenheit gab.
Diese von Eisenhower prophezeite und gefürchtete Entwicklung des US-Militärs und der Industrie hin zum „Military-industrial complex“ ist nicht ohne Kritik geblieben. Sie kommt oftmals sogar aus den eigenen Reihen. Von den Männer und Frauen in Uniform, die beispielsweise in der geplanten Abschaffung des A-10 „Warthog“ eine von Politikern getriebene Entscheidung sehen, welche durch ökonomische Anreize gefällt wurde. Der A-10 soll weg und das, obwohl er für die Infanterie die bessere Luft-Boden Unterstützung bringt, als die F-35. Der neue Flieger ist allerdings der neue Popstar in Amerikas Arsenal und hat Unmengen in der Entwicklung gekostet. Eine Investition des Staates in den privaten Hersteller, der sich für die Leistung gut hat bezahlen lassen. Viele Kritiker sehen in dem F-35 ein Symbol für den unverhohlenen Lobbyismus in Amerika und das unverdeckte Auftreten eines politischen und industriellen Komplexes, welcher im Kriege vor allem eines sieht.
Bare Münze.

Literatur: The Complex, How the Military invades our everyday lives




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