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Sacrum Imperium

Sacrum Imperium

10. August 955.

Auf dem Lechfeld in der Nähe von Augsburg kommt es zu einer schicksalhaften Konfrontation zwischen den fränkischen Rittern und den Reitertruppen der Magyaren. Jener Konfrontation im Spätsommer vor über 1000 Jahren waren die unzähligen Raubzüge der Vorfahren der heutigen Ungarn vorausgegangen, welche sich mordend und brandschatzend in Mitteleuropa einen Namen gemacht hatten. Auch in den diutschen Landen, wo die Menschen die “lingua theodisca”, also die deutsche Sprache nutzten. Sowohl die Schlacht als gemeinsamer Vereinigungspunkt der deutschen Stämme unter der Führung von Otto dem I. aus dem Geschlecht der Liudolfinger, als auch die gemeinsame Sprache der deutschen Kämpfer bilden den Mythos der deutschen Nation. Auf dem Lechfeld marschierten die Baiern, die Sachsen, die Franken und Schwaben. Und die Böhmen kamen auch.

Denn obwohl bisher es keinen deutschen Staat für alle diese Teileinheiten gab, kam doch zusammen, was sich ähnlich war und zusammen gehörte. Die Schlacht auf dem Lechfeld birgt eine Dreiheiligkeit der nationalen Symbolik, die den meisten Schulbüchern verborgen bleibt.

Mit dem gemeinsamem Schlachtzug aus allen deutschsprachigen Stämmen jener Tage war eine Gruppe zusammengetreten, welche die Wurzeln Deutschlands neu bewässern würde. Jene Wurzeln waren aus den von Arminius vor heute 2000 Jahren gelegten Keimen entsprungen. Was die germanische Stämme gegen die Römer vollbrachten, erlebte im Jahre 955 eine Wiedergeburt. Was zusammenkam, war die heidnische Tradition der Stämme, gepaart mit den Heiligtümern der neuen Religion. Sowohl die “Heilige Lanze”, jene Waffe, die Jesus Christi am Kreuz getroffen haben soll, als auch das Banner des Erzengels Michael waren von den Deutschen ins Feld geführt worden. Der Schutzpatron der Soldaten nach biblischer Lehre begleitete die germanischen Kämpfer bei ihrer Schicksalsprobe. Sieg oder Niederlage? Auf dem Lechfeld hätte sich entschieden, ob die deutschen Stämme geteilt und tributpflichtig gegenüber fremden Mächten werden oder ob sie frei bleiben und am Ende ein eigenes Reich errichten können.

Otto der Große sorgte in seinem ausgehenden Jahrtausend, fast Eintausend Jahre nach Arminius, für einen Sieg. Und es war dieser Sieg, welcher den Marker setzte für ein weiteres Jahrtausend deutscher Geschichte in Europa. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation sollte aus diesem Weltenkampf auf dem Lechfeld hervorgehen.

Das ist es, wovon wir reden, wenn wir von 1000 Jahren Deutschland sprechen. Eintausend Kultur und Geschichte seit Otto dem Großen.

 




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