Home Geschichte Henning von Tresckow – tapfer und aufrichtig bis zum Ende

Henning von Tresckow – tapfer und aufrichtig bis zum Ende

“Wahres Preußentum heißt Synthese zwischen Bindung und Freiheit, zwischen selbstverständlicher Unterordnung und richtig verstandenem Herrentum, zwischen Stolz auf das Eigene und Verständnis für anderes, zwischen Härte und Mitleid.”

 

Henning von Tresckow wird 1901 in Magdeburg in eine preußisch-brandenburgische Militärfamilie hineingeboren, deren Tradition und Geschichte fast 300 Jahre zurückreicht und deren Söhne bereits für den Vater des Großen Fritz gekämpft hatten. Eine prominente Familie, die auch Kontakte zum Kaiser pflegte. Hennings Weg scheint vorgezeichnet vom Tage seiner Geburt an. Er sollte ein Soldat werden und eine humanistische und strenge Bildung im Gymnasium von Goslar erhalten. Seine Militärkarriere als Kadett macht einen Riesenschritt nach vorne, als er bereits mit knapp 16 Jahren gegen Kriegsende des Ersten Weltkrieges an die Front bei Marne berufen wird. In der zweiten Schlacht von Marne, stehen  sich Allierte und Deutschland nahe Paris gegenüber. Die brutale Schlacht wird zur Feuertaufe für den jungen Offizieranwärter, der sich dort sein Eisernes Kreuz für tapfere aber auch durchdachte Führung verdient. Sein Kommandant Siegfried von Eulenberg soll gesagt haben, dass Henning entweder eine Karriere als Generalstabschef bevorstehe, oder aber der Galgen wegen seines Rebellentums. Der junge Mann gilt als stürmisch, mutig und hochintelligent. Im Ersten Weltkrieg führt er seine Stoßstruppen/Sturmtruppen in den blutigen Grabenkrieg und erlebt den Horror des Stellungskrieges hautnah mit. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner Generation, zerbricht sein Weltbild daran jedoch nicht. Er bleibt auch nach dem Krieg fest verwachsen in seiner preußisch-militärischen Tradition und Haltung, die auch religiös untermauert ist.

In der Weimarer Republik wird er ein Feind der demokratischen Ordnung und versucht diese zu untergraben. Die Machtübernahme der Nazis begrüßt er zunächst, da er die Beseitigung des als ungerecht empfundenen Versailler Vertrages als überfällig ansieht. Mit dem horrenden Antisemitismus und der systematischen Unterdrückung der Nazis jedoch, kann er nichts anfangen und wird schon 1935 zum heimlichen Feind der Diktatur. Die Brutalität im Röhm Putsch, die Reichskristallnacht und die Kriegsvorbereitungen gegen die östlichen Nachbarn entfremden ihn schnell von der neuen Ordnung. “Man muss [Hitler] totschiessen” (1938).

1941 formiert er zusammen mit vielen deutschen Offizieren den militärischen Widerstand gegen die Nazis. Ziel war die Beseitigung Hitlers und seiner Anhänger und die Rückkehr zu einer preußischen-konservativen Ordnung, in der keinerlei Platz für die Ideen der Nationalsozialisten sein sollte. Eine weltoffenere und sittlichere Welt sollte in Deutschland wiedererwachen. “Verbote sind Gesetze für Dumme” – gebildet, aufrecht und tapfer solle der Mensch sein. Nicht hasserfüllt, grausam und dumm. Keine blinde Masse, die einem Leithund folgt, sondern ein starker Charakter, der in sich gefasst und mit einer klaren Moral handeln kann. Für Henning von Tresckow war dies im preußischen Deutschtum verankert und er hielt sich daran bis zum Schluss. Nach dem gescheiterteten Attentat blickt er dem Tod furchtlos auf und aufrecht entgegen. An seinen Aussagen und Überzeugungen ändert er nichts.

 

Bild: Bundesarchiv_Bild_146-1976-130-53, Henning v. Tresckow


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