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Chinas Militär und der Erbfeind Japan

Die Nationalisten der Republik von China(Später Taiwan) kämpften 1937 gegen die einfallende Armee des himmlischen Kaiserreichs von Japan. Die japanische Streitmacht, 300.000 Mann stark und unterstützt durch über 3000 Flugzeuge, attackierte Shanghai am Yangtze. An dieser pazifischen Küste und im Flussdelta der alten Stadt stellten sich 700.000 chinesische Verteidiger, darunter auch deutsche Offiziere und ihre deutsch-chinesischen Einheiten, den Japanern entgegen. Man nennt es auch das Stalingrad des fernen Ostens. Bis zu 400.000 Opfer soll es gegeben haben. In einem erbitterten Häuserkampf, der von Bombardement mit Schiffskanonen und Flugzeugen begleitet wurde, bewies Japan seine Dominanz und Überlegenheit gegenüber der Armee Chiang Kai-Sheks. Die Nationalrevolutionäre Armee war jedoch nicht geschlagen worden. Der nationale Kampf gegen die japanische Invasion beflügelte den chinesischen Nationalismus erneut. Ein Mythos, von dem auch die heutige kommunistische Regierung immer noch zehrt. Die japanische Invasion Chinas, sollte letztendlich die Kommunisten an die Macht bringen. Mit ihrem Anführer Mao, besiegten die chinesischen Kommunisten die durch die Japaner geschwächte Armee Chiang Kai-Sheks, sodass sich seine Nationalisten am Ende nach Taiwan zurückziehen mussten. Mao dankte den Japanern indirekt später sogar für ihre Intervention in China, dessen unbeabsichtigte Folge der Aufstieg der Kommunisten war.

Im Konflikt mit Japan

Chinas Fehde mit Japan, begann eigentlich erst mit dem Sino-Japanischen Krieg von 1894, in welchem Japan große Gebiete vom Kaiserreich China gewinnen konnte. Die Mandschurei, Taiwan und die Halbinsel Liadong fielen an Japan. Alles Gebiete, die sowohl industriell als auch strategisch von hoher Bedeutung waren und das alte China, dass ohnehin mit dem Imperialismus des Westens zu tun hatte, weiter schwächte. Es war Opfer östlicher und westlicher Imperien geworden. Dieser Konflikt verschärfte sich später im Jahr 1937, als japanische Truppen sich daran machten auch den Rest Chinas dem göttlichen Kaiser Showa zu schenken. Die Gräueltaten des Krieges, der bis Ende 1945 mehr als 20 Millionen Opfer fordern sollte (China), ist im Reich der Mitte nicht vergessen. Die kommunistische Partei setzt viel daran, durch Propaganda in den Staatsmedien, Computerkriegspiele und scharfe Rehtorik, die Erinnerung an den japanischen Aggressor aufrecht zu erhalten. Zwischen Japan und China gab es keine Aussöhnung, wie zwischen Frankreich und Deutschland. Die Erbfeindschaft der eigentlich kulturell eng verwandten Nationen ist noch frisch und lebendig. China und Japan teilten bis auf die Erfahrungen des 19. und 20. Jahrhunderts eigentlich viele fruchtbare Perioden miteinander. Krieg war bis auf eine mongolisch geführte Invasion im Spätmittelalter eine absolute Rarität. Aber natürlich spielen neue Streitfaktoren in die Politik mit hinein. Japan und China erheben beide Anspruch auf  kleinere Inselgruppen im Pazifik und konkurrieren gleichzeitig wirtschaftlich. Hinzu kommt, dass Japan ein enger Verbündeter der USA ist und der Supermacht Amerika dabei behilflich ist, den Dominanzanspruch über das südchinesische Meer und alle umliegenden Gewässer des Pazifik geltend zu machen. Da China die selbe Rolle gerne ausfüllen möchte und seinerseits die Oberherrschaft über die umliegende See erlangen möchte, ist ein Konflikt mit Japan quasi vorprogrammiert.



Chinas Militär 

Ein kaum beachtetes Detail ist, dass China (der Staat) eigentlich gar keine nationalen Streitkräfte besitzt. Die Volksbefreiungsarmee ist tatsächlich lediglich der bewaffnete Arm der kommunistischen Partei Chinas und übernimmt in etwa die Funktion, die auch schon die SS im Dritten Reich inne hatte. Der militärische Arm der Partei schwört nicht auf das Volk und den Staat, sondern auf die Partei und ihre Linie. Diese Linie ist eindeutig. Aufrüstung und Abschreckung mit dem Ziel, China wieder zu jener Größe zu verhelfen, die es durch die Jahrtausende hinweg immer schon hatte. Der rote Drache bleckt die Zähne. Im Jahr 2015 soll das Militärbudget wieder um etwa 10% ansteigen, nachdem es in den letzten fünf Jahren immer wieder angehoben wurde (Stand 2014: 132 Milliarden US-Dollar).

Die Aufrüstung des Militärs und vor allem der Marine hat den Zweck, mit den USA und ihren Verbündeten gleichziehen zu können. Während die USA sich jedoch auf ein kompliziertes und breites Netz an Verbündeten im Pazifik stützen können, steht China ziemlich alleine da. Da hilft es Peking vermutlich, dass man sich in China mit dem russischen Bären ausgesöhnt hat und eine engere Kooperation sucht. Präsident Xi Jinping hat deutlich gemacht, dass China “eine große maritime Macht” werden sollte, wie sie es auch schon im Spätmittelalter gewesen war. Das Pentagon fürchtet, dass China bis zum Jahr 2020 zumindest halbwegs mit den USA gleichziehen könnte. Zumindest die chinesische Marine stockt gewaltig auf. In den USA glaubt man weiterhin an die höhere Qualität und an die Überlegenheit der eigenen Technologie. Die Masse der chinesischen Streitkräfte erreicht nicht den hohen Technisierungsgrad wie die USA. Allerdings könnte gerade die hohe Technisierung in einem echten Konflikt zum Risiko werden. Anfällige Computersysteme und empfindliche Technik, könnten der Supermacht im Krieg mit einem technologisch höher entwickeltem Feind wie China, das Rückrat brechen. Spekulationen über den Ausgang einer militärischen Auseinandersetzung zwischen USA(und Japan & Allierten) und China, gibt es viele. Der größte militärische Konflikt spielt sich nicht im Nahen Osten, sondern im Pazifik ab.

 




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