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Die Kunst des Krieges

Die Kunst des Krieges

“Ein wahrhafter Sieg ist einer, der ohne Kampf gewonnen wird.”

“Wenn du deinen Feind kennst und dich selbst auch kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten. Kennst du nur dich und nicht den Feind, wirst du so viele Siege einfahren wie Niederlagen. Kennst du weder dich noch den Feind, wirst du jede Schlacht verlieren.”

Die Periode der Frühlings- und Herbstannalen von 771 bis 476 vor Christi umfasst eine Ära chinesischer Geschichte, in der fünf große Hegemonen um die Macht in China kämpften. Große technologische und kulturelle Fortschritte wurden in dieser Phase gemacht.  Es war eine Zeit großer Veränderungen in China, dessen feudale Herrscher und Einzelstaaten stetig schwächer wurden, während die Macht der Militärs größer wurde. Sunzi oder Sun Tzu ist ein chinesischer General und Taktiker gewesen, dem man im Allgemeinen die Autorenschaft des Werkes : “Die Kunst des Krieges” zuordnet. Er soll während der Frühlings- und Herbstannalen Periode gelebt haben. Allerdings sind die historischen Quellen und Ergebnisse zu seiner Person voller Widersprüche und chronologischer Ungereimtheiten. Ob Sun Tzu wirklich existiert hat, wird von manchen Quellen sogar angezweifelt. Aber sein Werk hat die Jahrtausende seit seiner Entstehung überdauert. Sun Tzu gibt militärische Ratschläge und referiert in seinem Buch über das Kriegshandwerk, dass jeder gute Staatsmann seiner Zeit zu beherrschen hätte. Sein Werk ist so einflussreich in China gewesen, dass es selbst heute zur Pflichtlektüre an Militärakademien gehört. Es ist in der Tat so bedeutend, dass es ähnlich wie “Vom Kriege” auch in Europa und USA Teil der Lektüre für Offiziere sein kann und ist. Sun Tzu gibt nicht nur Ratschläge wie Kriege zu führen sind, sondern wie sie zu verhindern sind. Seine Konzeption von Staat, Macht und Einfluss ist auch außerhalb des Militärs akzeptiert. So haben CEOs von Firmen, Sporttrainer und Politiker bereits angegeben, Sun Tzu auf ihre Fachgebiete anzuwenden. Der Gründer des heutigen kommunistischen Chinas, Mao Zedong, kämpfte in den 30ern lange gegen die Nationalisten und wandte laut eigener Aussage häufig Sun Tzus Lehren an.



Die Kunst des Krieges steht auch heute beinahe symbolisch für die sogenannte “soft power” Chinas. Zentrales Element der Lehre ist es, den Krieg zu vermeiden, da er viel Schaden über das Volk und das Land bringt. Wenn er sich jedoch nicht vermeiden lässt, ist er schnell und brutal zu führen, um ihn nicht endlos zu verlängern. Effektivität der zu wählenden Mittel zur Zweckerfüllung – eine Aussage, die auch in ähnlicher Form schon vom italienischen Machiavelli getroffen wurde. Sun Tzu gibt sowohl taktische als auch strategische Tipps für die Staats- und Kriegskunst. So empfiehlt er den Feind schon im Vorfeld zu demoralisieren, seine Kampfkraft auszuhöhlen und durch geschickte Diplomatie einen Krieg gänzlich zu vermeiden. Informationen über den Feind und Kenntnis über die eigenen Fähigkeiten seien ebenso wichtig, wie die Irreführung des Gegners.  “Krieg ist Täuschung” ist eine Aussage, die sich immer wieder in seinem Werk findet. Eine Aussage übrigens, die auch später in der koranischen Lehre durch den Propheten in der islamischen Welt Verbreitung fand.

Bild: Die Kunst des Krieges auf Bambus : vlasta2, flickr




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