Home Geschichte 1444: Schlacht bei Warna – Die christlichen Ritter stellen sich den Osmanen

1444: Schlacht bei Warna – Die christlichen Ritter stellen sich den Osmanen

Osmanische Kavallerie stürmt in breiter Formation vor. Im Licht der Herbstsonne schillern die Rüstungen der christlichen Streiter Europas, die sich bei Warna dem Ansturm der Muslime entgegenwerfen um Konstantinopels Umzingelung zu lösen und den Balkan vom Joch der Fremdherrschaft zu befreien. Schwarzpulverdampf steigt auf. Kanonen donnern und das Chaos der Schlacht beginnt. Inmitten des Getümmels, wanken die christlichen Linien und lösen sich auf. Der junge polnische König Wladyslaw III erblickt Sultan Murad auf der anderen Seite des Schlachtfeldes inmitten seiner Janitscharen. Er entschließt sich zusammen mit seinen Rittern die Wagenburg zu verlassen und alleine vorzupreschen. Vor den Füßen des Sultans kommt es zu einem Gemetzel, dem der dickliche Sultan durch den Schutz seiner Janitscharen entgehen kann. König Wladyslaw fällt und mit ihm verliert das christliche Heer sowohl Anführer als auch die Hoffnung. Die zahlenmäßig doppelt so starke Armee der Türken vernichtet die christliche Koalitionsarmee bei Warna und veranstaltet ein wahrhaftiges Massaker. Kaum ein europäischer Soldat überlebt die Schlacht. Wer sich nicht retten kann, kommt in die Sklaverei oder wird getötet.



Die große europäisch-christliche Koalitionsarmee aus dem Königreich Polen, Litauen, Ungarn, Kroatien, Walachei, Moldawien, dem Kirchenstaat in Norditalien und deutschen Kämpfern aus dem Heiligen Römischen Reich sowie Rittern vom Deutschen Orden, hatte vergeblich versucht die türkische Invasion des Balkans in Bulgarien zu stoppen. Viele bulgarische Rebellen kämpften in den besetzten Gebieten bereits seit Monaten gegen die osmanischen Truppen, während das byzantinische Reich seinem Ende entgegen blickte. Papst Eugen IV fürchtete den Fall des oströmischen Reiches und seiner Hauptstadt am Bosporus und beschwörte eine neue christliche Allianz – einen Kreuzzug gegen die ungläubigen Invasoren. Für die Herrscher und Reiche Europas war klar, dass der Balkan nur das Sprungbrett für weitere Feldzüge in das mitteleuropäische Kernland sein würden. Schon seit geraumer Zeit hatte Konstantinopel Rom beschworen, endlich Hilfe zu schicken. Die Niederlage bei Warna machte allen Hoffnungen ein Ende, dass diese Hilfe rechtzeitig eintreffen würde. Auf Warna folgte die Niederlage bei Kosovo, wo die europäischen Mächte erneut den Osmanen unterlagen. Die christlichen Balkanstaaten und das oströmische Reich waren gefallen. Innerhalb nur eines Jahrhunderts fiel ein riesiger Teil des vormals christlichen Abendlandes an den siegreichen Islam, der bis zur spanischen Reconquista, unaufhaltbar zu sein schien. Doch im Jahre 1453 wird Konstantinopel von den Türken erobert. Von der iberischen Halbinsel, über Nordafrika, den Nahen Osten und bis nach Bulgarien – überall herrschte nun der Islam.