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Frauen im Militär – Eine Analyse

In meiner Reihe „Kriegerfrauen“ habe ich in den letzten Wochen einige berühmte Kämpferinnen der Menschheitsgeschichte vorgestellt. Diese Frauen haben entgegen dem allgemeinen Konsens der Gesellschaft, mit der Waffe in der Hand gekämpft und sind oft kämpfend gestorben. Dass es vergleichsweise wenige solcher Frauen im Gegensatz zu Männern gibt, macht uns aber auch klar, dass die Regel von der Ausnahme bestätigt wird. Kriegerfrauen sind die Ausnahme und nicht die Regel. Diese Tatsache führt uns zu Frauen im modernen Militär des 21. und 20. Jahrhunderts. Welche Rolle nimmt das weibliche Geschlecht heutzutage im Militär ein? Füllt sie diese genauso gut aus wie die Männer? Wie sieht die Zukunft der kriegerischen Frauen womöglich aus? Im Folgenden werde ich versuchen diese Fragen kühl und ausgewogen zu beantworten. Zur Analyse ziehe ich unterschiedlichste Studien und Statistiken heran, die auch öfter zu unterschiedlichen Ergebnissen bei gleichem Untersuchungsgegenstand kommen. Es handelt sich also um Fragen, die womöglich nicht so einfach zu beantworten sind. Die Debatte um das weibliche Geschlecht im Militär hat eine starke Aktualität. Sowohl in den USA, als auch in anderen Nationen, wird die hitzige Diskussion jedoch selten von rationalen Argumenten untermauert, sondern von Ideologien getragen. Egalitäre Feministen pochen auf Quoten und wollen diese letzte Bastion vermeindlich männlicher Macht nehmen, während Erzkonversative jede Ausweitung der weiblichen Rolle im Waffendienst ablehnen. In diesem Artikel wird es sowohl Pro als auch Contra Argumente für den Waffendienst der Frauen geben.

Meine Ausgangsthese ist, dass Frauen einen Platz im modernen Militär ausfüllen und in manchen Disziplinen überdurchschnittliche Leistungen erbringen und in anderen wiederum hinter den Männern zurückfallen. Der Anteil der weiblichen Soldaten wird zwar ansteigen, jedoch niemals die Majoritätsposition der Männer gefährden. Frauen werden weiterhin hochspezialisiert und größtenteils in Sekundarfunktionen operieren.

 

Moral

Zumindest die deutsche Bundeswehr hat festgehalten, dass die Anwesenheit von Frauen im Militärkörper, die Moral der Truppe eher angehoben hat. Im angloamerikanischen Raum betrachtet man die Integration von Frauen im Waffendienst eher als moralschädigend. Die jüngst bekannt gewordenen und teils seit langem bekannten Vorfälle von sexueller Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch im US-Militär, haben die innere Gefasstheit und Moral der Streitkräfte beschädigt. In einer Armee, wo über ein Viertel der dienenden Frauen angeben können, bereits sexuell belästigt worden zu sein und wo hunderte von Vergewaltigungen und tausende von versuchten Vergewaltigungen stattgefunden haben, herrscht ein Zustand von Misstrauen.

Effektivität in fast allen Bereichen

Kommen wir zurück zur Effektivität der militärischen Einheit. Es lässt sich sagen, dass Frauen ohne Zweifel im Allgemeinen natürlich ein eingeschränktes körperliches Potenzial haben. Allerdings wurde schon im Irak und während der ISAF Mission in Afghanistan festgestellt, dass weibliches Militärpersonal in „Unterstützungsrollen“ eine zumindest subjektive nützliche Ergänzung darstellt. Dies zeigt sich ebenso bei UN-Missionen und Militärkampagnen, die keine frontale Schlacht sind, sondern eine Kombination aus Moderation, Verwaltung und Sicherheit. Die modernen Einsätze des internationalen Peacekeeping, also den Friedensmissionen, fallen darunter. Diese erleben seit Ende des Kalten Krieges eine ungeahnte Bedeutung. Und hier zeigt sich, dass Frauen generell in der Lage zu sein scheinen, einen Draht zur Bevölkerung vor Ort aufzubauen. Britische Streitkräfte und US- Militär haben festgestellt, dass die Anwesenheit von Frauen sowohl zur Deeskalation von gefährlichen Situationen beitragen kann, als auch Vertrauen von Kindern und Frauen zu Soldatinnen schneller aufgebaut wird, als zu Männern. Diese werden viel öfter als reine Bedrohung wahrgenommen. Zusätzlich ist zu notieren, dass Frauen zwangsläufig aufgrund der strengen islamischen Sittengesätze bei Einsätzen im Nahen Osten und in islamisch geprägten Ländern notwendig sind. Ohne eine Soldatin bei einer Personenkontrolle, wäre die Kontrolle von Frauen in einem Land wie Afghanistan schier unmöglich für das meist männliche Militärpersonal.

Wenn man jetzt auf den Administrationsbereich und die Logistik schaut, ist zu sehen, dass Militärs weltweit dort besonders viele Frauen beschäftigen. Selbst hochmilitarisierte Nationen wie Israel, wo Frauen fast 35% der Soldaten stellen und auch der Kampftruppe und Spezialkräften beitreten können, ist zu sehen, dass der Beitritt zur Kampftruppe von ihnen selbst gar nicht gewünscht ist. Nur 4% der Frauen in Israel dienen in Kampftruppen. Der Rest verteilt sich in einem ähnlichen Verhältnis wie oberhalb sichtbar auf Logistik, Organisation, Kommunikation und Medizin. Die generelle Öffnung der Kampftruppen für Frauen hat auch in anderen Ländern zu keinem Ansturm des weiblichen Geschlechts auf diese Posten geführt. Im Gegenteil zeigt sich, dass ähnlich wie mit den Studiengängen im zivilen Leben, die generelle Möglichkeit etwas zu wählen, noch lange keinen Wunsch macht. Frauen wollen in der Regel gar nicht zur Kampftruppe.  Diejenigen die es wünschen, bewerben sich und bestehen die Prüfungen oder scheitern. Wenn die Prüfungen bestanden werden, ist zumindest förmlich gewährleistet, dass die Frau mit ausreichenden Leistungen in die Truppe aufgenommen wird.



Das israelische Militär hat in einigen Kriegen, zum Beispiel im Lebannon 2006, bereits viel Erfahrung mit Frauen in kämpferischen Positionen machen dürfen. Die Ergebnisse sind ziemlich gemischt. Bei einem späteren Grenzvorfall kam es zu einem Angriff von mehreren Milizen auf eine israelische Streife. Während ein Soldat getötet wurde, ergriff die überlebende Soldatin ihre Dienstwaffe und tötete die meisten ihrer Angreifer im Alleingang und jagte die restlichen mit der anrückenden Verstärkung. Obwohl dieser Vorfall in den Medien breit als Beweis für die erfolgreiche Integration von Frauen im Waffendienst besungen wurde, zeigte sich kurz darauf, dass eine andere Soldatin der Einheit aus Angst mehrere Stunden in einem Busch gehockt hatte. Für die Kampftruppe Caracal, welche zu 70% aus Frauen besteht, eine durchwachsene Leistung. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass die Angststarre auch Männer immer wieder trifft. Es ist allenfalls ein Indiz für oben erwähnte Andersartigkeit von Mann und Frau.

Fazit
Um zu resümieren: Frauen werden weiterhin im Militär dienen und das vor allem in Unterstützungsrollen. Da spezifische körperliche Barrieren weiterhin bestehen und keine Situationsänderung existiert, bleiben ihnen einige Positionen, wie zum Beispiel die Kampftruppen, versperrt oder sind schwerer zu erreichen. Die Evidenz zeigt jedoch, dass die große Mehrheit der Soldatinnen gar kein Interesse an dieser Rolle hat. Die Effektivität der militärischen Einheit ist durch Frauen in vielen Bereichen gestärkt worden. Vor allem die Transformation der modernen Militärs von reinen Kriegsarmeen, hin zu polizeiähnlichen Streitkräften, begüngstigt die weitere Integration von Frauen. Zu bedenken ist jedoch, dass der Hauptauftrag der Armeen weiterhin der brutale Kampf bleibt. Vor allem im modernen Krieg ist die Einzelleistung und die kleine Gruppe wichtiger geworden. Der Kampf Mann gegen Mann auf nächste Nähe ist seit Irak und Afghanistan keine Seltenheit mehr. Im Schluss bedeutet dies, dass das Militär männlich dominiert bleiben wird und bleiben sollte, um seinen kriegerischen Auftrag ausführen zu können. Eine generelle Erlaubnis den Kampftruppen beizutreten, sollte jedoch für alle ungeachtet des Geschlechts gegeben sein. Um die Effektivität der Truppe jedoch zu gewährleisten, ist zu beachten, dass der Fitness-Standard für Frauen der gleiche ist, der auch von den Männern erbracht werden muss. Denn ein Feind und die kriegerische Situation im Einsatz unterscheiden nicht zwischen den Geschlechtern und ein Soldat muss unabhängig von seinem Geschlecht fähig sein, die gleiche Leistung zu erbringen.
Ein letzter Punkt, welcher vielleicht oft unter den Tisch gekehrt wird, ist dieser:
Frauen können Kinder zur Welt bringen und Männer können dies nicht. Rein wissenschaftlich betrachtet ist der Verlust einer Frau für eine Population schwerer zu ertragen, als der Verlust eines Mannes. Es gibt in der Natur nicht grundlos den Beschützerinstinkt der Männer über die Frauen. Eine ganze Population ließe sich mit 10 Frauen und einem Mann wieder aufbauen. Umgekehrt gilt dies nicht. Das Leben einer Frau ist zumindest biologisch betrachtet wertvoller für eine Population, als das Leben eines Mannes. Das mag politisch nicht korrekt sein. Aber ein Blick in die Natur reicht um dies als Wahrheit zu erkennen