Home Gesellschaft “Multikulti ist gescheitert” – und jetzt?

“Multikulti ist gescheitert” – und jetzt?

Angela Merkel im Jahr 2010: “Multikulturalismus ist völlig gescheitert”

Das sagte Angela Merkel 2010 vor ihrer hörigen Jungen Union und erntete dafür Beifall. Sie hat wohl die Stimmung ihrer Anhänger gut aufgefasst und reiht sich damit  in eine Gruppe von Staatsführern ein, welche die Multikulti Idee öffentlich als gescheitert ansehen. Der ehemalige Präsident Frankreichs, Nikolas Sarkozy, sowie David Cameron, der Premier von Großbritannien, sagten das ebenfalls.  Der britische Labour Chef Miliband, ein Sozialist und damit Vorkämpfer des Multikulti Ansatzes, sagte sinngemäß: “Wir haben bei der Immigration Scheisse gebaut und wir haben die Probleme unterschätzt.”

Selbst der französische Sozialist Manuel Valls sprach erst kürzlich von einem zivilisatorischen Konflikt, der sich in Europa ergeben hat.  Ein “guerre de civilisation” – also ein Zivilisationskrieg. Damit bricht er als prominenter Linker mit der Linie seiner Partei. Was die französischen Republikaner und vor allem der Front National schon seit Jahrzehnten beschwören, wird heute selbst von den Vorkämpfern von Multikulti schamvoll anerkannt.

Aber was ist eigentlich die Konsequenz daraus? Was ist wirklich seit diesen gewichtigen Aussagen passiert in der politischen Landschaft Europas?  Vor allem: Was ist in Deutschland geschehen?

 

Der Ansatz bisher – was ist Multikulti und was ist passiert

Multikulturalismus: Grob erklärt – Die Idee, dass alle Kulturen gleichwertig, gleichartig und gleichgestellt sind und in Harmonie nebeneinander und miteinander leben sollen. 

Ich finde es bezeichnend, dass mir in “Word” und hier auf dem Blog Multikulturalismus immer als Fehler in knallrot angestrichen wird. Das ist vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl.

 

Dieser Ansatz war für viele Jahrzehnte, quasi seit Anfang der 70er in Westeuropa, die gängige und dominante Herangehensweise im Umgang mit der pluralistischen Gesellschaft der modernen Demokratien. Diese Gesellschaften Westeuropas und Nordamerikas(Australien mit einbezogen), haben durch den starken Zuzug von Migranten aus vorher fremden Kulturen, namentlich vor allem Afrika, Orient und Asien festgestellt, dass die Assimilation dieser Bevölkerungsgruppen aus anderen Kulturkreisen schwieriger ist, als man ursprünglich dachte. Konflikte taten sich schnell auf. Der Multikulti Ansatz war geboren. Nach über 40 Jahren erkennt man, dass diese Idee gescheitert ist. Sie ist ein völliger Fehlschlag und hat die Probleme der Anfangsjahre nicht verbessert, sondern um ein vielfaches multipliziert. Sie stellen die westlichen Gesellschaften, die fast als einzige diesen Kurs verfolgt haben, vor schier unüberwindbare Hürden. Stellenweise funktioniert das Zusammenleben gut. Aber vielerorts hat sich ergeben, dass die schwindende Mehrheitsgesellschaft der Europäer die urbanen Gebiete zunehmend aufgibt und wegzieht oder schlicht – stirbt. Mehr und mehr Einwanderer und die Kinder der einstigen Einwanderer leben heute in unserer Mitte. Einige von ihnen haben den Sprung in das Herz unserer Gesellschaft geschafft und sind zu guten Bürgern geworden. Viele nicht. Problemzonen, Problemviertel und ganze Problemstädte sind entstanden. Dort wo das harmonische Zusammenleben der Kulturen und Ethnien nicht funktioniert. Militanter Islamismus, grassierende Kriminalität, mangelnde Integration und die Folge – sozialer Abstieg ganzer Bevölkerungsschichten. Einige Menschen, viele sogar, sind gekommen um hier zu leben und können ihren Wertekanon, ihre Kultur und ihre Prägung nicht mit der westlichen in Einklang bringen. Sie verweigern sich der Integration und damit schlussendlich auch einer Assimilation. Und die Folge ist, dass sie sich selbst diskriminiert und ausgeschlossen fühlen. Diese Isolation ist jedoch eine selbstverschuldete Isolation.

Europa kämpft mit Rassenunruhen in parisischen und britischen Ballungsgebieten, mit religiösen Hetzern, Terroranschlägen und ausufernder Kriminalität. Die Probleme sind NICHT von der Hand zu weisen. Aber in der heutigen Zeit scheint derjenige der auf das Übel hinweist und darauf aufmerksam macht, ein schlechterer Mensch zu sein, als derjenige der ihn verursacht. Hätte man Ihnen vor 30 Jahren gesagt, dass in Europa in einigen Jahrzehnten der Islam die öffentliche Debatte prägen würde, hätten Sie wohl gelacht. Terroranschläge von London, öffentliche Enthauptungen von Menschen, Massaker in Beslan, Bombenattentate in Moskau und die Anschläge von Paris? Undenkbar vor ein paar Jahrzehnten. Und Massenvergewaltigungen von britischen Mädchen durch muslimische Banden, die von der Politik vertuscht werden? Ein nationaler Skandal. Manche Staatsoberhäupter mussten wegen weniger zurücktreten.

Aber was war die politische Antwort auf diese Zustände? Von der linken Seite hörte man, dass nur noch mehr Toleranz, noch mehr Einwanderung und noch mehr Einschränkung der eigenen Identität, der eigenen Rechte und der eigenen Freiheit, das Multikulti-Paradies noch herbei führen könne. Bald würde es schon kommen. Nur noch ein bisschen mehr. Hier könnte man beliebig jeden Mitte-links oder links der Mitte stehenden Politiker als Beispiel anführen.

Die politische Rechte in Europa macht klar, dass sich die Migranten der “Leitkultur” ihrer jeweiligen Länder zu beugen hätten. Quasi so, wie das alle Einwanderer über die Jahrhunderte vorher schon getan hatten. Die Kultur des Landes zu akzeptieren und ohne Druck und Zwang eine Prise des eigenen beizusteuern. In Deutschland wäre ein Vertreter auf Landesebene zum Beispiel der CDU Politiker Jörg Schönbohm(nicht zu verwechseln mit dem drittklassigen Journalisten Jörg Schönenborn). Ein ehemaliger General der Bundeswehr und Anhänger einer gezielten Einwanderung, in Verbindung mit einer starken Leitkultur.

Dieser Ansatz wird auch von Frankreich, Großbritannien und Spanien vertreten. Noch etwas schärfer formuliert in Italien. Osteuropäische Länder verweigern sich schon lange der massierten Einwanderung und der Adaption des Multikulti Ansatzes. Westeuropa ist dahingehend ein eher abschreckendes Beispiel. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die sozialistische Regierung Australiens von Gillard durch Tony Abbot, ein Konservativer, weggefegt wurde und das Land die illegale Immigration nach Down-Under sofort unterbunden hat. Mit Erfolg.

Die Sydney Muslim Riots haben wohl einigen die Augen geöffnet. Die eigentliche Harmonie im Land war zerstört.

Japan hat sowieso, selbst mit Zustimmung der Liberalen und Linken erklärt, dass sie keine Absicht haben eine multiethnische und multikulturelle Nation zu werden. Das gleiche in China und Südkorea. Und was ist passiert? Ist jemand einmarschiert? Gab es Sanktionen? Brach die Wirtschaft zusammen? Sind das jetzt alles Rassisten?

Das internationale Echo zu außereuropäischen Ländern, die diese Irrlehre ablehnen, ist folgendes. Hier ist es.

Haben  Sie es gesehen?

Zurück zu Europa und zu Deutschland. Während in einigen Ländern ein deutlicher politischer Rechtsruck zu sehen ist, der sich den Auswirkungen der jahrelangen Fehlentwicklung entgegenstemmt, schläft Deutschland. Vielleicht ist schlafen hier das falsche Wort. Denn die politische Elite, die quasi einstimmig regierende SPD und CDU, die sich kaum noch voneinander unterscheiden, tun das gleiche wie vorher. Nach Merkels “Multikulti ist gescheitert” Aussage ist alles wie vor der Aussage. Es hat sich an der Politik der etablierten Parteien rein gar nichts geändert.

Die Konsequenz der Aussage ist = 0

Wir sehen heute, wie die Masseneinwanderung durch Illegale, Asylanten und die Massierung von hausgemachten Ghettos, die Nachteile einer gefährlichen Ideologie auf die Spitze treibt. Deutschlands Politiklandschaft hat sich nicht auf die veränderte Situation angepasst. Sie bejubelt sich stattdessen für die vermeintliche Immunität gegen Rechtspopulismus, der Europa “überschwemmt”. Aber wenn kein Einlenken geschieht und keine Einsicht erfolgt, werden die Folgen furchtbar sein.

Es sollte Berlin und allen Menschen zu denken geben, dass selbst ein liberal skandinavisches Land wie Dänemark, dem Multikulturalismus  jetzt ein Ende setzen möchte. Ja sogar Kanada, dass immer noch sehr viele ausgewählte Einwander ins Land lässt, hat kürzlich klar gemacht: Schlecht qualifizierte Einwanderer haben keine Chance Bürger des Landes zu werden. Und Asylanten werden fast immer abgelehnt. Vor allem jene, die aus sicheren Ländern kommen oder über sie anreisen.

Und das obwohl Kanadas Konservative unter Harper eine PRO-Einwanderungs Partei sind. Aber selbst dort hat man mittlerweile erkannt, dass der Idealismus der ersten Tage und die Idee von Multikulti tot sind. “Royalization” – also die Wiederbelebung nationaler Symbole der Monarchie und der eigenen Leitkultur sind jetzt angesagt. Nach drei tödlichen Anschlägen in nur einem Jahr durch Islamisten, in einem Land, wo man stets behauptet hatte, die gut integrierten Muslime seien im Gegensatz zum Armutsblock Europa nicht zu solchen Taten in der Lage, werden die Reformen der Regierung mehrheitlich bejaht.

In Deutschland zeigt sich jedoch, dass der Status quo gehalten wird. Frau Merkel und ihre Regierung – inklusive der Opposition, die im Grunde keine ist, weil sie in keinem starken ideologischen Widerspruch zur Regierungspolitik steht, ändern nicht besonders viel. Die Aussage der Kanzlerin ist reiner Opportunismus und ohne Bedeutung. Sie verpufft im Wind.

 

Bild: Sydney 2012
Foto:Jamie Kennedy




Kommentare deaktiviert.