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Strike Back – eine sehr britische Geschichte

Strike Back – eine sehr britische Geschichte

Der ehemalige SAS(Special Air Service) Soldat Chris Ryan arbeitete mit dem Channel Sky1 an der drei Episoden Serie “Chris Ryan´s Strike Back” mit. Es ist eine cineastische Erzählung über den Krieg gegen den Terror, die erstaunlicherweise trotz actionreicher Unterhaltung nicht in die Primitivität verfällt. Die Action und die vielen Schiessereien in Strike Back verkommen nicht zum Selbstzweck, sondern sind nur das filmische Mittel für die Geschichte. Die tiefe Emotionalität der “Story” und der innere Kampf der Protagonisten stehen im Vordergrund. Strike Back, die erste Staffel, ist eine sehr psychologische Erzählung von zwei Männern.

John Porter und Hugh Collinson(gespielt vom Star von The Walking Dead: Andrew Lincoln) sind ehemalige Kameraden der britischen Spezialkräfte. Die Serie macht gleich zu Beginn einen Rückgriff in das Jahr 2003, 24 Stunden vor der Invasion des Irak durch die USA und Großbritannien. Eine gemeinsame Geheimmission führt die beiden Männer mit ihrem Team in den Irak zur Befreiung einer Geisel. Ein klassischer Fall für die Spezialeinheiten. Aber ein Moment, ja nur wenige Sekunden während der Mission, verändern das Leben der beiden Männer für immer. Die ganze Geschichte der Staffel dreht sich um diesen definierenden Moment im Jahr 2003.

Ohne die Geschichte vorzugreifen: In Strike Back, zumindest in der ersten Staffel, spielt die Story an geschichtsträchtigen Orten, die in enger Verbindung mit dem ehemaligen britischen Empire stehen. Südafrika, Irak und Zimbabwe sowie Afghanistan. Strike Back ist die Story des britischen Geheimdienstes und eine Erzählung über Kameradschaft. Posttraumatische Belastungsstörungen, Intrigen, Verrat und die Probleme des Soldatenlebens werden thematisiert. Es ist eine sehr psychologische Story über die schmale Gratwanderung von Männern, die sich zwischen Dienst und privatem Glück entscheiden müssen. Die moralischen Zwickmühlen der Situationen im Einsatz und im Zwischenmenschlichem werden genauso thematisiert wie die flüchtige Natur des Krieges gegen den Terror, der es schwer macht zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.  Die Frage nach der richtigen Entscheidung und die Last der persönlichen Schuld spielen jedoch die zentrale Rolle in der Serie. Die Action und die Geheimmissionen John Porters und seines neuen Vorgesetzten und ehemaligen Kameraden Collinson, sind beinahe nur ein Nebenschauplatz. Während die nachfolgenden Staffeln die Protagonisten wechseln und die Action und den Sex zum Selbstzweck machen, geht es in Staffel 1 von Strike Back noch um das Band des Vertrauens und der Brüderlichkeit. Es geht um zwei Menschen, zwei Soldaten und zwei Kameraden. Auch wenn die Actionszenen und die Story eher seichte Unterhaltung darstellen, beinhalten das Zwischenmenschliche und die Dialoge eine emotionale Tiefe, der man sich nur schwer entziehen kann. Strike Back ist sicherlich eine Serie für Männer und vielleicht nur für Männer, die das Militär kennen und sich in den Charakteren wiedererkennen.
Für die nachfolgenden Staffeln von “Strike Back” gibt es von mir keine Empfehlung. Dort verkommt die Story größtenteils zu einer Abfolge von Orgien, wirren Dialogen und seichter Action mit wenig Anspruch auf Realismus. Obwohl “Chris Ryan´s Strike Back” auch Sex und Schiesserei involviert, handelt es sich dort nur um nettes Beiwerk, die nur das Schicksal zweier Soldaten ausschmückt. Liebe zur Familie, die trügerische Natur des modernen Krieges sowie das Band der Kameradschaft spielen dort noch die Hauptrolle.
Wer sich für das Militär interessiert, oder einfach nur ein paar Stunden gute Unterhaltung möchte, kann mit “Chris Ryan´s Strike Back” wenig falsch machen. Die englische Originalversion ist zudem fantastisch mit den britischen Orginalstimmen synchronisiert.