Home Geschichte Reconquista – Die Rückkehr des Okzidents nach Spanien

Reconquista – Die Rückkehr des Okzidents nach Spanien

Reconquista – Die Rückkehr des Okzidents nach Spanien

Reconquista – Die Rückkehr des Okzidents nach Spanien

711: Muslimische Mauren überqueren die Straße von Gibraltar und setzen Fuß auf dem europäischen Kontinent. Hinter ihnen liegt Nordafrika, dass wie im Sturm von den Jüngern Mohammeds erobert und bekehrt wurde. Die christliche Welt Nordafrikas war im Blick der Geschichte quasi über Nacht zerstört worden. Nun sollte die iberische Halbinsel folgen, auf der sich das Westgotenreich etabliert hatte. Diese Fusion aus römischen Erbe und germanischer Kultur, überlebte den Angriff der Muslime beinahe nicht. Eine fast 800 Jahre andauernde Präsenz von Muslimen in Spanien war die Folge. Fast alle christlichen Königreiche und Regionen der Halbinsel fielen nacheinander an den zu dieser Zeit siegreichen Islam. Zwiste, Uneinigkeit und innere Schwäche der christlichen Europäer sollte den Muslimen bis zum 9. Jahrhundert fast die ganze Halbinsel überlassen.

Was folgte war die Reconquista. Die Rückeroberung Spaniens durch die Christenheit und die Ausrufung des Kreuzzugs als Antwort auf den Dschihad.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte sollte es ein beständiges Ringen um die Vorherrschaft auf der iberischen Halbinsel geben. Die unterschiedlichen Emirate und Kalifate kämpften in unzähligen Kleinkriegen und größeren Schlachten um die Kontrolle über das heutige Spanien und Portugal. Obwohl die verbliebenen christlichen Refugien Handel mit den muslimischen Gebieten betrieben und teilweise mit ihnen kooperierten, ließ sich der krasse Gegensatz der Kulturen auf der Halbinsel nicht überwinden. Als 997 die Kathedrale von Santiago de Compostela zerstört, die Stadt geschliffen und die meisten seiner christlichen Bewohner versklavt oder ermordet wurden, hatte das Kalifat von Cordoba seine größte Ausdehnung fast erreicht. Es reichte bis an das Vorland der Pyrenäen.

Der Kampf der verbliebenen christlichen Domizile im Land gegen die islamische Übermacht, würde nun fünfhundert Jahre dauern.

Entgegen der allgemeinen Legende, Spanien habe eine “Goldene Zeit” unter den Muslimen erlebt, kann man festhalten, dass die Zustände im Land eher durchmischt waren. Es gab durch alle Jahrhunderte hindurch einen regen Sklavenhandel, der die Provinzen der Muslime reicher machte als die der Christen. Sklaven aus Europa, vor allem Slawen und heidnische Menschen aus Osteuropa wurden an die Muslime verkauft. Allerdings wurden diese von den christlichen Herrschern Europas erst unterworfen, gefangen und dann über den Kontinent zu den islamischen Herrschaftsgebieten gebracht. Am regen Sklavenhandel verdienten sowohl Christen als auch Muslime sich eine goldene Nase.

Der Widerstand der Eingeborenen Spanier, die durch starke Migration aus Nordafrika in Bedrängnis kamen, äußerte sich am stärksten in den Zeiten religiöser Repression durch die muslimischen Almoraviden, welche die duldsamen Taifa abgelöst hatten. Duldsamkeit in dem Sinne, dass Christen und Juden Bürger zweiter Klasse waren und gottlose Heiden keinerlei Rechte besaßen. Die Almoraviden machten dieser vermeintlichen Toleranz ein Ende, indem sie den Dschihad gegen die Ungläubigen erklärten und damit auch jene Muslime einschlossen, die ihrer Ansicht nach zu Nachsichtig mit den Christen in Spanien umgegangen waren. Die Machtübernahme der Fundamentalisten sollte sich allerdings als berühmter Schuss in den Ofen erweisen. Das ganze Land wurde von Aufständen der nicht-muslimischen Bevölkerung innerhalb der nächsten Jahrhunderte erschüttert. Mit der starken Repression der christlichen Bevölkerung im Lande, kam auch der nötige Rückhalt für die einfallenden Armeen des restlichen Europas. Die Reconquista Spaniens war um 1100 wieder im vollen Gange und bei der Ebene von Las Navas de Tolosa besiegte eine Koalition christlicher Streiter die doppelte so starke Übermacht von 30.000 muslimischen Kämpfern und beendete damit die Herrschaft des almohadischen Kalifats.

Das verbliebene Emirat von Granada im Süden der Halbinsel fiel durch die berühmte Doppelspitze von Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastillien im Jahre 1492. Ganz Spanien war damit von der islamischen Fremdherrschaft befreit und das selbe Jahr sollte die Entdeckung der “Neuen Welt” durch Columbus markieren. Aus den ehemaligen Vasallenstaaten  sollte die Weltmacht Spanien entstehen.




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