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The Longest War

The Longest War

Man nennt ihn den „Longest War(Der längste Krieg) in Großbritannien und den USA. BBC publizierte kürzlich eine Liste von den gefallenen Soldaten der britischen Streitkräfte, die seit Beginn des Afghanistankrieges 2001 ihr Leben für die Krone lassen mussten. 453 britischen Soldaten starben bis April 2014 im Afghanistankrieg und viele Tausend wurden zum Teil schwer verletzt. Die USA, Deutschland und alle anderen NATO-Partner haben die gleichen Opfer bringen müssen. Abgerissene Gliedmaßen und PTSD gehören zu den häufigeren Verletzungen. Man kann den jungen Soldaten dieser langen Liste kaum ins Gesicht sehen und dabei ignorieren, dass diese Männer und Frauen alle tot sind. Europäische Soldaten, die nach Afghanistan geschickt wurden um das Land zu stabilisieren, von den Taliban zu säubern und die nachhaltige Entwicklung des Staates hin zu einer echten Nation zu unterstützen. Sie sollten helfen und sie wollten auch helfen. Aber die Bilanz nach über 14 Jahren Krieg ist, dass die offiziellen Ziele des Einsatzes nicht oder nur teilweise erreicht wurden.

Hier geht es mir jedoch um ein ganz anderes Phänomen. Es geht um Kinder, die am 11. September 2001 noch in die Grundschule gegangen sind und einige Jahre später, sagen wir im Jahr 2012, gegen den selben islamistischen Terror kämpfen, dem 2001 der Krieg erklärt wurde. Der „War on Terror“, der in Wahrheit ein Krieg gegen den islamistischen Terror ist, ist ein Abnutzungskrieg. Mittlerweile ist es so, dass Generationen im Westen und Osten mit dieser Situation groß geworden sind. Ich zähle mich dazu und weiß noch ganz genau, wie ich am 11. September 2001 von der Schule kam und dann wie gebannt in den Fernsehbildschirm starrte. Diesen Tag vergisst man nicht mehr. Und genauso erwische ich mich heute fast 15 Jahre später dabei, wie ich mich in Menschenmassen unwohl fühle und mir vorstelle, dass volle Bahnhöfe und Oktoberfeste perfekte Ziele für Bombenanschläge sind. Mit dieser Paranoia bin ich übrigens nicht alleine und ich kann mich nicht erinnern, dass Leute vor dem 11. September genauso gedacht haben. Der Krieg gegen den Terror ist zum Syndrom der Globalisierung geworden und ganze Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Die Sicherheitslage heute scheint angesichts von ISIS und etlichen weiteren Terrorgruppen bedrohlicher als 2001. Und sie ist es faktisch auch. Ein Ende dieses globalen Kräftemessens zwischen erwachendem Islamismus und einem kränklichen und alternden Westen, ist nicht in Sicht. Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass angesichts der demographischen Verschiebung zugunsten des Islam auch in Europa, der zivilisatorische und kulturelle Konflikt sich umso mehr verschärfen wird. Der Terror ist nur das Symptom einer schleichenden Entwicklung, die global und allumfassend jeden Kontinent der Erde betrifft.



Das 21. Jahrhundert hat gerade erst begonnen und dennoch ist es wohl nicht übertrieben zu sagen, dass sich alle Generationen dieses Jahrhunderts noch mit dem gleichen Konflikt konfrontiert werden sehen.“Der Generation War“ist noch lange nicht vorbei. Fragt man die Prediger der Islamisten so müsste man meinen, dass er schon im 7. Jahrhundert begonnen hat und seither nie endete.

Was den Westen und die toten Soldaten betrifft, kann es keinen Trost für die Angehörigen geben, wenn man ihnen sagt, dass der Krieg in Afghanistan nie geendet hat und nie gewonnen wurde. Dass die Gefallenen womöglich nur die Spitze eines Eisberges darstellen, dessen Größe wir heute noch nicht einmal zu erahnen vermögen. Die Kinder von Heute werden vielleicht die Soldaten und Opfer des selben Krieges sein. Nur unter anderem Namen. 

Bild: Arlington_National_Cemetery, Wikicommons: Public Domain