Macht den Barras zu!

Freitagmittag. Ich komme nach zwei sehr arbeitsreichen Wochen heim, mache den Briefkasten auf und finde die Loyal (Zeitschrift des Reservistenverbandes) im Briefkasten. Schlagzeile «Wozu Streitkräfte?  – Deutschland weiß nicht, was es mit der Bundeswehr anfangen will. Doch eigentlich ist die Antwort ganz einfach.» Das Titelthema wird auf acht Seiten gut und sinnvoll behandelt – der Autor vertritt die Meinung, dass die Sicherheitsorgane nicht nur das tragende Element eines jeden Staates sind (vgl. Hobbes), sondern wir auch verlässliche Bündnispartner sein müssen. Weiterhin erkennt er richtigerweise, dass in Deutschland «eine Kultur strategischer Kindlichkeit» herrscht – der Deutsche erkennt, dass ein Krieg wie der 2. Weltkrieg nicht gerade vor der Tür steht. Doch leider bleibt er da stehen und verkennt, dass 73 Jahre Frieden in Mitteleuropa der historische Ausnahmefall sind.

Falls es einen Masterplan mit dem Ziel, das deutsche Militärwesen systematisch auf allen Ebenen abzuschaffen, gibt, so ist er voll und ganz aufgegangen. Der durchschnittliche Kartoffeldeutsche ist weder willens noch in der Lage, selbst Blutsverwandte zu verteidigen. Gegenüber der Bundeswehr herrschte bis vor wenigen Jahren vor allem freundliches Desinteresse, das nun ins Unfreundliche umgeschlagen ist.

Schulen, Hochschulen und Messen verdrängen sie und das ehemals hohe Vertrauen in die Bundeswehr hat sich in der Zeit der Truppenursel halbiert. Als Soldat fühlt man sich meistens uniformiert in der Öffentlichkeit nicht stolz, sondern wie ein Affe im Zoo. Klar vermittelt die Uniform Männlichkeit und Stärke, man merkt es an der meistens verhohlenen lüsternen Reaktion der Frauen (und teilweise auch Männer..).

Aber vor allem bewirkt eine Uniform heutzutage Reaktionen, die in Richtung Unsicherheit gehen. Zu Zeiten der NATO-Rally war das noch anders. Da das deutsche Volk sich selbst und seinen staatlichen Organen misstraut, steht Wehrhaftigkeit als politisches Thema in Verruf. Dementsprechend setzt die Politik die Ziele nicht um bzw. bleibt bei Lippenbekenntnissen. Gefühlte 90% der Soldaten interessiert eh nur die Absicherung, was zum Teil Resultat der Personalpolitik und zum Teil psychische Abwehrmechanismen in Folge des unfreundlichen Desinteresses ist. Man nennt das innere Kündigung in der Psychologie. Die Kampfkraft ist auch innerhalb der Bundeswehr kaum noch ein Thema und es mangelt sogar an den Grundlagen eines solchen Verständnisses. Ich hatte zu meiner aktiven Zeit ein Gespräch mit Jemandem, der sich auf seinen Einsatz (letztes ISAF-Kontigent) vorbereitete. Ich meinte «mir gefällts hier nicht so, das Infanteristische kommt viel zu kurz.»

«Ja warum? Unser Zug war doch letztes Jahr der Beste bei den Infanteristischen Grundleistungen?» Die Rede war natürlich von den Individuellen Grundleistungen, also rein sportlichen Grundanforderungen, die mit infanteristischem Handeln mit taktischem Vorgehen, Kämpfen, Töten, Sterben gar nichts zu tun haben. Das Handwerk wird klinisch gesäubert als eine Art Sportunterricht missverstanden. Das Desinteresse an der Kampfkraft zieht sich dann in der Behandlung der Reservisten weiter, die flächendeckend seitens der Bundeswehr nicht als notwendige Ergänzung für den Verteidigungsfall, sondern als Belastung verstanden werden. Dementsprechend findet bei der einen oder anderen Dienststelle sogar systematische Sabotage an der Reservistenarbeit statt mit dem Ziel, diese auszumustern und zu vergraulen. Hier und da findet sich ein unnachgiebiger Idealist, der sich über den Wehrbeauftragten dagegen wehrt. Aber er arbeitet sich nur am Kampf gegen Windmühlen ab, seine Energien wären im kleinen Rahmen besser investiert. Wozu die Deutschen zu ihrem Glück zwingen? 80% der Deutschen wählen die Politiker, die in den letzten 30 Jahren die Bundeswehr nach und nach zerstört haben. Sie verdienen keine Freiheit und keine Unversehrtheit. Ich habe meine Stelle in der Eingreifreserve abgegeben und werde mich in jedem Falle nur auf die Verteidigung einiger weniger Glücklicher im privaten Rahmen beschränken. Reserve hat Ruh!

Kommen wir also von meiner Froschperspektive zum politischen Plädoyer. Wir sollten unser Material an verbündete Nationen abgeben, denen noch etwas an unserem Wertesystem und der Freiheit anstelle einer ungezügelten Wertbeliebigkeit und eines ungezügelten Pazifismus liegt. Die vorgesehenen 2% unseres BIP werden gemäß des Umfangs der übernommenen Aufgaben verteilt. Klar ist das keine gute Lösung, eine beschissene sogar. Aber wenigstens eine ehrliche und konsequente. Schluss mit all den Alibis – Alibimilitär, Alibimissionen und Alibidebatten. Ganz oder gar nicht!

Mehr zum Thema: Andre Wüstner, Seit 2013 ist er Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbands – “Die Kernfrage, die Politik parteiübergreifend beantworten muss, ist: Soll Deutschland wieder einsatzbereite Streitkräfte haben oder nicht? Wenn nein, schlage ich die Auflösung der Bundeswehr vor.”

https://www.welt.de/politik/deutschland/article173629229/Bundeswehr-Verband-Dann-schlage-ich-die-Aufloesung-der-Bundeswehr-vor.html

Bilder: Pixabay


 

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Triarius – der junge Geschichtsstudent diente mehrere Jahre in infanteristischen Verwendungen bei der Bundeswehr. Seine Freizeit verbringt er bevorzugt in der Natur, betreibt aber auch leidenschaftlich gerne Motorsport.

14 thoughts on “Macht den Barras zu!

  1. Tja, das auflösen wäre wirklich bald die ehrlichste Option.

    Aber, wer Links kennt weiss das es dazu nicht kommen wird.

    Die Linken wollen eigentlich die Armee gar nicht abschaffen, nein sie wollen sie der Partei unterstellen.
    Als nächstes wollen die dann nur noch Berufssoldaten, denn so eine Armee würde nur noch ihrer “Sache” dienen, also auch gegen das eigene störrische Volk vorgehen.
    Es gab nie ein sozialistisches Land welches seine Armee wirklich abgeschafft hat, ja deren Polizeien wurden immer stark aufgestockt und man bildete sogar Betriebskampfgruppen usw. Mans errichtete ein Netz verschiedener Waffenträger die sich gegenseitig in Schach halten sollten.
    Polizei gegen Armee, Armee gegen Bevölkerung, Betriebskampfgruppen als Notreserve und die Stasi verfügte auch über Waffen.
    Auch Organisationen wie die “Komsomolez” wurden nicht etwas pazifistisch erzogen, sondern auf den Kampf eingeschworen.
    Besonders deutlich sah man den Erfolg solcher “Erziehung” beim nationalen Sozialisten und seiner Führerjugend.

    Nein, Links will die Armeen aushungern und marginalisieren, abschaffen wollen sie sie nicht.
    Eine abgeschaffte Truppe ist innerhalb von 20 Jahren in allen ihren Grundlagen verswunden, nicht mehr erneuerbar, ist alles Wissen verloren gegangen.
    Man muss sie von Grund auf neu errichten, und das dauert 30 Jahre.

    Also, die Bundeswehr wird niemals abgeschafft, aber sie wird vor sich herlottern.
    Einen Krieg kann sie schon heute nicht mehr führen.

    Russische Soldaten kommen aus einem harten Zivilleben, werden in der Truppe meist sofort aller Annehmlichkeiten entwöhnt, erst mal kleingemacht.
    Sie haben oft noch die Not der 90-iger mitgemacht, erfahren wie es ist Wochenlang nur Nudeln zu essen. weil die halbe Familie von den paar Rubeln der Rentner lebte.

    Individualismus wird in der russischen Armee als erstes abgeschafft.
    Das sind Voraussetzungen für eine Truppe die kämpft.
    Ich will hier die negativen Seiten der russischen Tradition nicht ausblenden, …..dass schleifen und schlagen der Rekruten, das einteilen in Dienstaltersstufen die eine oft brutale Hackordnung erzeugen usw.
    Aber die Truppe würde kämpfen.

    Unsere Soldaten kommen aus einem Umfeld welches den Individualismus predigt, …..ja damit natürlich nur Linkes Gedankengut meint, aber sie erziehen die Gesellschaft zu etwas
    was nicht mehr Wehrfähig ist, Blut und Tod nicht mehr verdrängen kann um einen Kampf durchzustehen.

    Sehe ich mir heutige Soldaten an, so denke ich, sind nur noch 30% der dienenden überhaupt zum Soldaten befähigt. Der Rest ist im Konfliktfall nur Balast und geht unter.

    In der Wehrmacht hat man die Soldaten übrigens auch geschliffen.
    Das machte man darum, weil man sicherstellen wollte das ein Befehl auch immer und in jedem Fall ausgeführt wird, daran durfte es nie den leisesten Zweifel geben.
    In den USA machen sie es Heute genau wie die Wehrmacht einst.

    Aber bei der Ausführung liess man den Kommandeuren vor Ort viel Freiheit und dem Frontoffizier und Soldaten im Detail meist freie Hand. Erfahrung wurde anerkannt.
    Viele Soldaten empfanden denn auch das Frontleben als viel freier…… wie die Ausbildung.
    Es gab zB. in den Stäben Offiziere die detailreiche Befehle zusammenstrichen, sie auf wenige Zeilen reduzierten, nur die wesentlichen Punkte stehen liessen.
    Es war eines der Erfolgsgeheimnisse der Führung von Truppen in der Wehrmacht.

    ———————————

    Tja, ich habe meinen Göttikindern beigebracht das man in der Truppe keinen Feind braucht, man erst einmal nicht zum Kämpfen dort dient.
    Sondern das man in der Truppe lernt als ganzes zu funktionieren,
    das man sich eingewöhnt, die Details im Leben unter vielen Männern übt, wie man seine Sachen nicht verliert, man die Waffe beherrschen lernt, sich Überlebenstechniken aneignet, man als einzelner Soldat wenig ist, im Verband besser überlebt.

    Einzelkämpfer gibt es in den Truppen kaum, ausser vielleicht bei den Scharfschützen, alle anderen haben immer Aufgaben im Verband.

    Sollte es je zu einem Krieg kommen, lernt man das Kämpfen erst da wirklich.
    Aber die ersten Kämpfe überlebt man am besten wenn man alles andere geübt hat, das w3as sich nämlich üben lässt.
    Wo gibts Essen, wo Benzin, wo Munition, wo ist die Sanität, was muss ich tun wenn sich die Einheit marschbereit macht, was wenn sie irgendwo ankommt, wie halte ich Verbindung zu meiner Truppe, wie gehe ich nicht verloren, wie halte ich mich über die Gefechts-Lage informiert.
    Das muss sitzen und ist die Aufgabe der Rekrutenschule.

    Und dazu braucht man keinen Feind.

    Vorbereitung ist immer etwas was wir für einen Imaginären Fall tun, genauso wie wir eine Versicherung fürs Auto abschliessen, niemand will deswegen einen Unfall oder denkt das er ihn sicher haben wird.

    Meiner Meinung nach ist ein Feindbild nicht notwendig um der Truppe den Sinn der Ausbildung zu erklären.

    Aber klar, der “Geist” in der Gesellschaft sollte vorhanden sein.
    Als ich vor 30 Jahren an einer Kreuzung stand und dafür sorgen sollte das auch der letzte Nachzügler die richtige Strasse nimmt, es war nachts um 2°°, kam noch jemand aus dem gegenüberliegenden Haus und brachte mir einen heissen Kaffee, und ja ein Schnaps war auch drin, ich mochte das eigentlich nicht, aber ich trank in trotzdem gerne.
    Kam ich als Schweizer Rekrut bei einer Verschiebung in ein Dorf, gerade in “Bernbiet”, gabs heisse Würste und Kuchen, ja die Tochter des Hauses servierte uns das.
    Das ganz grosse Übel heute ist, dass man das “Soldat sein” herabwürdigt.
    Damals als ich in der RS am Wochenende jeweils Urlaub hatte, habe ich die Uniform gar nie mehr ausgezogen. Ich war mit der gut angezogen, kam in jeden Club rein, im Kino gabs oft sogar Ermässigung, und die Uniform zog die Mädchen an, man hatte immer jemanden zum reden……..(((-:

    Das Positive von früher wird auch hier in der Schweiz langsam verdrängt, ………….die Gesellschaft meint das Flüchtlinge aufnehmen mehr ist wie Dienst am Vaterland.
    Sie glauben, das es nur ein gemeinsames Europa braucht damit wir nie mehr einen Kampf bestehen müssen.
    Europa ist es auch was unsere Linken dazu bringt alles althergebracht abzulehnen, den die echten Schweizer werden sich niemals mit einem aufgehen in der EU abfinden.
    Und zum echten Schweizertum gehört eben auch die Armee und die persönliche Waffe, weshalb beides ein Feindbild der Linken ist.

    1. Sic transit gloria mundi, Walter. Sic transit gloria mundi. Heute sollte man nicht mehr auf Verbandsebene, sondern auf Einheits- oder Teileinheitsebene denken. Sonst verschwendet man nur seine Zeit..

  2. Lange Zeiten der Ruhe begünstigen gewisse optische Täuschungen. Zu ihnen gehört die Annahme, daß sich die Unverletzbarkeit der Wohnung auf die Verfassung gründe, durch sie gesichert sei. In Wirklichkeit gründet sie sich auf den Familienvater, der, von seinen Söhnen begleitet, mit der Axt in der Tür erscheint.

    Aus dem Essay “Der Waldgang” von Ernst Jünger

    Karl ll

  3. Triarius:
    Aber Jünger hatte in vielem Recht.
    Man kann zu ihm stehen wie man will, er war ein heller Kopf.

    Karl II……
    Das mit der Wohnung sehe ich auch präzise so.
    Bei mir in der Familie ist genau das Tradition.
    In meinen Jahren mit der Politik habe ich jedoch gelernt, dass mit denen alles Disponibel ist.
    Nichts steht fest, alles kann verhandelt werden.
    Es gibt bei Politikern keine Sicherheiten, …………..sicher sind nur deren schwache Charaktere…….. nur auf das kann man sich bei denen verlassen.

    —————————————

    “Sic transit gloria mundi” …….. etwa : ….. “so ver – geht der Ruhm der Welt”.

    Zufälligerweise kenne ich das Zitat und es ist auch leicht zu merken.
    Ich kenne es aus Kirchlichen Angelegenheiten, über die ich las.
    Ich hoffe der Ruhm von Franziskus verblasst sehr schnell, denn er zerstört den Rest der katholischen Kirche.
    Ratzinger war mir da sehr viel sympathischer.
    Ich bin nicht Religiös und kein Katholik, aber ich halte das Christentum für wichtig und ich kann es mit Religiösen auch gut.
    Ich war gerade mit 20 Leuten auf einer Besichtigung, davon sicher 12 -15 “Katholiken”, wir haben den Dachstuhl und den Glockenturm der Kathedrale hier besichtigt.
    Ich fan das interessant……
    Der Messmer hat das realisiert und vermutlich angenehm überrascht.
    Er hat uns auch das Chorgestühl, die Orgel und Schätze der Kathedrale gezeigt, auch die Goldpokale und Möbel aus der Renaissance ( ca. 1300 – 1600 ) usw. jedes einzelne Stück ein Vermögen wert.
    Als man die Kathedrale erbaute, lagen 5 Jahre vo Baubeginn schon 4000 Stämme Bauholz am Bauplatz. 40ooo Butzenscheiben und viele tausend Tonnen Bruchsteine.

    Aber zum Fazit :
    Er zeigte uns eine Monstranz, …………aber ausser mir konnte keiner der Anwesenden sagen was das ist und wie das Ding heisst.

    Wie gesagt, ich bin nicht Religiös, aber sowas gehört zum kulturellen Allgemeinwissen.
    Die Leute mit denen ich da war waren schon eher Bildungsbürger.
    Es steht wirklich sehr schlecht um unsere Gesellschaft.

  4. Ich hab mich in meiner Jugend konfirmieren lassen, weil man das halt so tat. In dieser Zeit habe ich begonnen selbstständig zu denken. Würde mich heute als Agnostiker bezeichnen. Wir haben auf unseren Geschichtsexkursionen in Rom und Ungarn im Schwerpunkt Kirchen besichtigt, waren oft auch echt interessant. Aber das mit der Monstranz musste ich nachschauen.. sehe ein Detailwissen von christlichen Zeremonien und Kultgegenständen als vernachlässigbar an.

  5. Naaaa jaaa…wenn man sieht was die BW für ne Trümmertruppe geworden ist, sollte man sich wirklich fragen wo wir mit der BW hin wollen.
    Ich hab 3 Jahre in der NVA geleistet, mein Schwager dann Mitte der 90er bei der BW.
    Aus Erzählungen wusste ich schon,das der Dienst in NVA und BW nicht ansatzweise vergleichbar war…viel mehr militärischer Drill,weniger Freiheiten und Urlaub evtl 1x im Quartal bei der NVA…als er mir dann von seinem Dienst beim Bund erzählte hab ich mich fast beölt vor lachen. Die haben nicht mal ihr eigenes Objekt,Munitionslager und Gefechtspark bewacht…dafür gab’s externe Wach und Sicherheitsdienste. Dafür waren sie aber fast jedes Wochenende zu Hause oder im Ausgang …bei uns waren 70% Truppe im Objekt und nur 30 im Ausgang bzw VKU.
    Wehrdienstverweigerung gab’s auch nicht bei uns…zur Truppe musstest du so oder so. Und wenn nicht an der Waffe, dann als Bausoldat…sprach sich aber schnell rum, das man als Bausoldat mehr am Arsch war und getriezt wurde als bei der normalen Truppe. Irgendwie verstand der Großteil es auch noch als Dienst für’s Vaterland,und geschadet hat es eigendlich auch keinem wenn man Zucht&Ordnung beigebracht bekommt. Man wollte zwar nicht hin,hatte aber viel an Erfahrung für’s Leben gewonnen…und gute Zeiten an die man sich gern erinnert gab es auch.
    Von der Warte aus ist die BW eher ein erbärmlicher Haufen von Muttersöhnchen, und heute ein Ausweg bzw Alibi für die, die in der normalen Wirtschaft nix finden.
    Wenn aus der Trümmertruppe nochmals was werden soll,empfehle ich Militärdrill und Ausbildung a la NVA…und nicht zuviele Freiheiten der Soldaten…jedes WE zu haus ist zwar schön für den Landzer aber schlecht für die Kampfmoral der Truppe.
    Drill und Aufgabe persönlicher Freiheiten für ein übergeordnetes Ziel sind für eine Armee nunmal unabdingbar…Wehrdienst ist nunmal kein Urlaub auf der Fritz Heckert.

    1. Kommt halt drauf an bei welchem Thema und wie Drill stattfinden soll – Anzugsdrill und Ähnlicher Formaldienstdrill ist zwecklos. Dann hat man zwar nach außen hin ein tolles Erscheinungsbild, aber auf der Stube läuft der Schleim aus dem Kühlschrank und der Zugführer ist ein nutzloser Alkoholiker, der für seine tollen Taten auch noch Berufssoldat wird. (War bei uns so!)

      Das nächste Problem ist, dass wir keine Wehrpflichtarmee haben und der deutsche Michel keinen Anlass für Militärdienst sieht. Insofern muss man sich mit dem durch Geld motivierten Bodensatz/Karrieristen begnügen, den man hat.. und mit dem o.g. Drill würdest du die paar restlichen Soldaten vergraulen, die sich derzeit noch für Militärdienst melden.

    2. Möchte an der Stelle auch noch erwähnen, dass die Bw eine Einsatzarmee ist. Dort gibt es eine Reihe von Soldaten, die sich freiwillig und absichtlich für einen Kriegseinsatz melden, töten, fallen und trotz Beschädigungen wieder hingehen. Insofern lass ich das mit dem “erbärmlichen Haufen von Muttersöhnchen” von einem im Frieden gedienten Ex-Soldaten nicht unkommentiert so stehen!

  6. Nun ja, natürlich gibt es gute Leute, solche die einen Sinn darin sehen und es aus Überzeugung machen, oder einfach ihre Arbeit gut verrichten wollen.
    Ich habe in meiner Familie ja auch dafür gesorgt das der Geist vorhanden ist.
    Als er 4 Auszeichnungen machte und die Spange dafür im Zeughaus gerade nicht am Lager war, hat er mir ne SMS geschickt, ich habe sie ihm besorgt und sofort per Post in seine Kaserne spediert.
    Das er 4 Auszeichnungen erwarb, sie auch tragen sollte, das zeigte mir das in ihm der richtige Geist wohnte.

    Leider werden die guten Leute durch die vielen negativen Umstände zerschlissen.
    Hat einer Glück, findet er sich in einer Kompagnie wieder in der er Kollegen findet die auch gut sind, die ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren wollen.
    Mit ein bisschen Glück ………

    Bei meinem Göttikind war es dann so das kein Besuchstag stattfand.
    Das empfanden sie wirklich als sehr negativ.
    In der Schweiz ist das eine Tradition, und manchmal gibt es sogar Besuchstage für die ausgemusterten Angehörigen der Truppengattung / Kompagnie damit die geistige Verbundenheit der “Zivilen” mit der Truppe erhalten bleibt.


    Tja, wie gesagt, sei 1.1.18 hat die Schweiz eine “WEA” Armee. ( WEA = Weiterentwicklung Armee ) Also eine 100ooo Mann Armee die langfristig nur noch 7000 Mann im Dienst halten kann.

    Warten wir ab bis es hier mal Terroranschläge gibt und dann reden wir nochmals über dieses WEA-Trüppchen.

    Gute Truppen wie die Radfahrer wurden aufgelöst, sie fahren nun mit Piranhas zum Einsatz…… vorher wurden die gar nicht bemerkt …….bis sie da waren.
    Heute glaubt man das nur noch gepanzert verschoben werden kann.
    Wir haben doch ein bergiges Land……………. naja.
    Gebirgsfüsiliere ….aufgelöst.
    Train beinahe inexistent.
    Von 400 Leopard, 200 eingelagert…….

  7. Naja, bei uns gibt’s ja so dümmliche Waffe-Einsammelaktionen.
    Die werden dann immer gross in den Zeitungen gebracht.
    Besieht man sich was abgegeben wird, sind es Luftgewehre, alte 6.35 er Kanönchen, Stumgewehre 57 und Karabiner 31.
    Ach ja, und SIG Pistolen 75.
    Mitunter auch mal ein paar Vordelader….((((-:
    Und natürlich hat jeder auch ein paar Schuss Munition.

    Interessanterweise ist immer auch mal etwas Sprengstoff dabei.
    Bei uns in der Schweiz waren Sprengstoffe früher bei Bauern recht beliebt.
    Ich habe selber, ich war damals 7 Jahre, Vater geholfen die Wurzelstrünke zu sprengen. Wir machten das mit Gravit-Schwarzpulver.
    Hat immer schön geknallt….(((-:
    Wenn man die Wurzelstöcke mit der Motorsäge bearbeitet, ist die Kette nach 1 Minute hinüber, wegen der Erde und den Steinchen drin.
    Naja, wüssten das unsere Linken, das ich im Kindergartenalter schon mal Sprengstoff in Händen hatte, ich kämme noch nachträglich in die Klappsmühle.

    Also wir könnten euch schon mal so 100ooo rüberschieben, als Zivilbewaffnung für Reservisten (((-:
    Die STW 57 sind echte LMGs, nicht nur STGW, die halten alles aus…………
    Ah ja, und 200 Leos auch, die funzen gut, wurden sehr gut unterhalten.

    Aber ehrlich, würden wir das Zeugs rüberschieben, hätte Deutschland ganz flugs seine Grenzen wieder geschlossen.
    Dann würde das gehen, da bin ich sicher.

  8. Übrigens………….

    Hier eins ehr interessanter Artikel zum Thema Demokratie, Staat und Bürger.
    Er befasst sich mit dem Verhältnis des Staates zum Bürger.
    Liest man ihn, so weiss man warum ich, auch hier in der Schweiz, den Beamtenapparat als grosse Gefahr für unsere demokratische Kultur ansehe.

    Ich würde den Apparat sofort um 2/3 zusammenstreichen und eine Amtszeitbeschränkung für Bundesbeamte einführen…….

    Aber bitte lest es selber, es trifft auf Deutschland noch mehr zu wie für uns.

    Titel :

    07.05.2018
    Erosion der Bürgerrechte.
    Von Kai Rogusch

    https://www.novo-argumente.com/artikel/erosion_der_buergerrechte

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