Von der Sonnenseite betrachtet – als Patriot im Land der Gut- und Bessermenschen

Unser «Chef» YoungGerman berichtet ja gerne aus dem «Ghetto», aus den Niederungen die mit dem Geruch der kommenden Tage (ich komme darauf zurück) bereits in allen Teilen unseres Landes vorgedrungen sind. Daher möchte ich jetzt auch eine Skizze der Realität abliefern: Nämlich aus den Höhen, deren Geister diese Gruben immer tiefer ausgraben. Die Eindrücke sind noch frisch und sicher werde ich sie zu späterem Zeitpunkt korrigieren. Doch in der Erfahrung des unmittelbaren Kontrast, lassen sich Verschiedenheiten am besten beschreiben, bevor sie sich wieder zu einem abgestuften Grau verbinden. Dem Leser soll dabei besonders eine andere Perspektive auf die Motivation der sonst nur als einfache «Feinde» dargestellten Personenkreise und daraus neue Ansätze zur politischen Tätigkeit geboten werden. Dabei greife ich auf, was ich ich in vorherigen Artikeln angesprochen habe: Der Patriot muss dahin gehen, wo es »weh tut«, wo die volklichen und gesellschaftlichen Notstände sind und greife auch einige Ansichten aus «Die Angst vor dem Bruch auf». Treue Leser kennen diese Ausführung zum Thema des politischen »Outings« und der damit verbunden Angst/Tatsache des Verlusts von Status und Freundschaften sicher schon. Los geht’s!

Die jugendlichen Opferlämmer der bundesrepublikanischen «scheisz-weiszdeutschen Mehrheitsgesellschaft» (Ein Zitat aus irgendeinem vermeintlich antirassistischen Pamphlet aus Thüringen) sind hier in einer westdeutschen Stadt wahre Prachtware! Steht man am Rand der Gesellschaft, so können die Klagen über die Verkommenheit der Körperkulturen kaum richtiger sein. Hier aber marschieren die leibhaftigen Abbilder aus Modekatalogen durch die Straßen und dank fleißiger Übermittler in digitaler Form auch auf irgendwelche Blogs. Also sitzen die Kleider auf jugendlich-straffen Brüsten und Knackärschen, während die Mannsbilder in um-die-Brust-spannenden T-Shirts ihre gestählten Arme um erstgenannte Körper legen. Dieses Bild wird von einer vielzu-frühsommerlichen Hitze umstrahlt und die darum befindliche, reiche Stadt von gleißendem Sonnenlicht ausgeleuchtet. Das Leben pulsiert. Der Verkehr, geprägt von Rädern und Straßenbahnen, rollt stetig.

Bei diesem Verkehr ist es mir zuerst aufgefallen: Die latente Aggressivität. Obwohl alles einem Öko-Klischee gleicht und die Rücksichtnahme bewundernswert ist, merke ich sofort wie die Leute unter Strom stehen. Gehetzte Blicke der Fahrradfahrerin, die ihrem Freund folgt und ihm entnervt Vorwürfe vorbrüllt. Die unentspannten Mienen der Parkbesucher, die – wie bei Masken – sich die Gesichtszüge erst entspannen müssen, bevor sie sich zu ihren galant gekleideten Freunden auf die Picknickdecke setzen. Man verzichtet auf Straßenschilder aber pocht umso mehr auf die Einhaltung der anderen Regeln. Ein Schelm, wer jetzt an die neuen Sprachvorschriften denkt. Hinter dieser gutbürgerlich-grünen Leichtigkeit tickt mit voller Macht die Haltung einer alt-verknöcherten, technokratischen 1970/80er-Jahre CDU, die ganze Stadtviertel voller relevanter historischer Bausubstanz für gesichtslose Innvestorenbauten hat abreißen lassen. Bauten, deren Abriss oder Ersetzung durch Rekonstruktionen – bestenfalls! – wir zu unseren Lebzeiten erleben oder noch erleben werden.

Aus dieser berechtigten moralischen Empörung nährt sich also dieses «grüne» Lebensgefühl. Allerdings hat es nicht, wie bei manchem Rittergutbesitzer, den Weg zum Vaterland gefunden, sondern aus kommunistischer und schlicht trotzig-revolutionärer Haltung der späten 68er den Hass auf das Bestehende, vermeintlich Hemmende übernommen und ist von der rein baulichen, in die Lebenswelt übergegangen. Dieser Kampf wird weitergeführt: Viele dieser Frauen und Männer finden sich in Institutionen und Positionen wieder, in denen Niedergeschlagenheit, Innovationslosigkeit und bedrückender Bürokratismus noch das Bild eines tadellosen Unternehmens versuchen zu erhalten, obwohl jeder sehen kann, dass es knirscht und kracht. Daraus resultiert Angst und Verbitterung um den Erhalt des Arbeitsplatzes und des eigentlich teuren, »freien« Lebens. In dieser Ergebenheit sucht man Auswege, Visionen in denen eben diese Strukturen weggeblasen werden und die enge Welt mit Leben gefüllt wird. »Ach, so ein Flüchtling, was schmeißt der da das alles durcheinander. Wir lernen wieder Menschlichkeit und Vielfalt!« Jeder merke sich: In der Fremde ist sich jeder näher!

 

Dabei ist der Antrieb ein guter: Es geht um Lebensqualität. Doch aus dieser kann die gefährliche Sucht nach »Glück« werden.

Nicht umsonst fungieren hier ältere Frauen als Hohepriesterinnen, junge Frauen als Akolythen. Als stete Selbstvergewisserung des Wandels gegenüber des doch eigentlich abgelösten patriarchalen Systems. Alleinstehende Frauen oder mehrfache Mütter opfern sich für die Gemeinschaft, für die Identität und das Weiterleben auf. Sie sind Führungspersönlichkeiten. Ihre Tat schafft die Wertigkeit. Klingt wie aus einer Schrift für identitäre Frauen, ist aber das tatsächliche Selbstverständnis dieser Personen. Mit großer Innbrunst legen sie die «Offenheit» gegenüber Fremden und das «gehe mit einem Lächeln in die Welt und die Welt lächelt zurück»-Prinzip aus. In klar umschnittenen gesellschaftlichen Kreisen leben sie es auch. Sie meinen es ehrlich.



 

Doch nur einen Moment, nach dem sie noch von Offenheit sprachen, wird vor den »Nazis« dicht gemacht. Freudestrahlende Mienen verwandeln sich zu den verhärteten Visagen einer Mutteroberin eines Kinderheims in den 1950er Jahren, die gerade ein misshandeltes, «verhaltensauffälliges» Kind an den Pfarrer verpfeift, der daraufhin Ohrfeigen an die geschundene kleine Seele weitergibt.

Wo wir wieder bei Kindern wären: Dem Leser ist es sicher die Theorie geläufig, wie die »Alternative Revolution von 1968ff« in der «Popkultur» geendet ist. »Linke Lebensart« ist längst in einer Form des Kapitalismus aufgegangen. Und so ist ein nicht beträchtlicher Teil dieser Kinder eben ein Geschöpf eines Modekatalogs, in seiner Lebensführung allzu oft seinen Eltern gegenüber folgsam, in dem es sie imitiert oder auf naive Weise den »Rebellen« spielt. Alles was nach Vergangenheit aussieht, ist nicht bekannt oder ist – irgendwie – »Nazi«, sprich böse. Sie lieben die Gemeinschaft, das Familiäre und Vertraute, aber arbeiten noch traumtänzerisch daran weiter, die Grundlagen für so ein seelisches Erleben in materieller Entfremdung durch globalisierter Massenkultur, dem Rausch ständiger Bestätigung und schlichtweg historischer Unkenntnis abzuschaffen. Diese Grundlage heißt zu großen Teilen: Deutschland.

Ich dachte eigentlich, aus einem nicht so armen Teil der deutschen Republik zu kommen. Ich war auch mit einigen deutschen und europäischen Metropolen vertraut, aber was ich hier an Wohlsstandsgewissheit bisher erleben durfte, sprengte meine Vorstellungen im positiven und negativen Sinne mehrmals. Von diesen materiellen Aspekten abgesehen ist vor allem das Gefühlsleben interessant. Sehr oft erlebe ich bei »Rechten« den Zwang sich ins Unglück zu stürzen, um dieses dann als Bestätigung für die eigenen Ansichten herzunehmen, während das linksliberale Klischee voller Selbstsicherheit dem persönlichen Glück hinterhertaumelt – ohne meist die Konsequenzen für andere bzw. das »Nähere« zu beachten. Freilich ist der »Ferne« für diese ein Heilsbringer.

Ich komme zu dem Schluss, dass sich Deutschland und das deutsche Volk verändern – Oh wie neu! Leugnen kann das niemand, der bei Verstand ist. Aber ich bin der Überzeugung, dass die Lösung zu den Problemen, die mit dem Wandel einhergehen, langfristig nicht nur durch den Austausch eines politischen Prinzips erreicht wird. Selbst wenn eine richtig rechte Partei die Macht an sich reißt, werden die jetzigen «Katalogmenschen» sich nicht beherrschen lassen. Die »Goldstücke« gleich gar nicht. Im Gegenteil: Das Volk muss sich wieder als »herrschender Souverän« erleben. Ich schrieb es bereits in einem anderen Artikel: Nicht der Wechsel der politischen Korrektheit ist entscheidend, sondern das Ende der politischen Korrektheit. Die Leute, die mit den Rechten den Teufel an die Wand malen, sind von dem Wandel ebenso betroffen, wie die Vertreter des Mittelstandes u.a., die als »Rechte« bezeichnet werden. Nur schlagen sich erstere auf die Seite des vermeintlich Stärkeren. Sei es aus politischer Neigung oder purem Opportunismus. Es geht um die Existenz. Dabei sind die Karten längst neu gemischt. Es ist ja so, dass deutsche «Kanaggen» vor Uni-Bibs »biodeutsche Cucks« zur Schnappatmung bringen, weil sie »Ich bin stolz, Deutscher zu sein« brüllen und das nicht im Sinne eines DITIP-Kolonisten, der »integriert« ist, sondern im ehrlichen Selbstverständnis, Teil des deutschen Volks zu sein. Auch wenn Deutschland zu weiten Teilen öffentlich »zerdacht« wurde, muss jeder Regierungswechsel einen umfassenden, radikalen Schritt tun um die deutsche Einheit wiederherzustellen. Dabei wird es weniger darum gehen, linke/rechte Positionen abzuarbeiten bzw. zu bedienen (Hallo Horst!), sondern Interessen mit Bezug auf Deutschland zu bündeln oder überhaupt (wieder) zu erwecken. So werden einem patriotischen Alteinwanderer auch eine gute Zuwanderungspolitik schmackhaft gemacht, der Griesgram entdeckt wieder Lebenslust und einem Grünen erschrecken strickte Grenzkontrollen nicht mehr.

 

Leseempfehlung (Bis auf den römischen und judenfeindlichen Teil): Richard Wagner: «Was ist deutsch?»

Film: Der unendlich anstrengende aber erschreckend vorausschauende Film «Die kommenden Tage».

Foto: Pixabay


 

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Cundar wurde in Oberfranken geboren. Sein näheres Umfeld, Zivildienst, Pfadfindertum und ein sehr interdisziplinäres Studium präg(t)en seine Weltanschauung. Die bezeichnet er gerne als “katholisch, rechtsradikal und liberal” (Kuehnelt-Leddihn lässt grüßen). “Katholisch” in einem ziemlich traditionellen Sinn, “rechts” meint patriotisch, “radikal” im Sinne von “reaktionsfreudig” sowie “unabhängig” und “liberal” im Sinne persönlichen Freiheitsdenken. Früher bei die “Jungdeutschen”. Jetzt hauptsächlich als Privatperson ansonsten hin- und wieder schriftstellerisch bei YoungGerman tätig.

One thought on “Von der Sonnenseite betrachtet – als Patriot im Land der Gut- und Bessermenschen

  1. Dann gehe mal nach Schweden. Da sehen die Leut ewirklich wie im Katalog aus. Ich dachte immer dort werden auch die Unterhosen gebügelt. Aber die Kommunikation zwischen den Mensch ist schwierig, weil keiner einem zu Nahe treten möchte. Wenn man zum ins gespräch kommen eine Frage stellt, wird diese beantwortet und das wars. Selbst wenn diese Frage ein Problem anspricht, wird eine ausgewogene Antort gegeben und nicht weiter auf die Provokation eingegangen. Da kommt man nicht wirklich an die Menschen heran. Es bleibt nur noch der Konsum übrig… Und das langweilt und erschreckt.

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