Die Straße nach Teheran ist wieder frei – Assad hat eigentlich gesiegt

 

Neigt sich der Krieg in Syrien seinem Ende entgegen? Die Frage stand Anfang des Jahres im Raum, wurde von Seiten der Medien und Politik gestellt und zumindest teils mit «Ja» beantwortet. Eine halbe Millionen Tote sind Preis genug. John Mccain und die Neokonservativen in den USA trauern jedoch gemeinsam mit den US Demokraten, da der Machthaber Syriens, Baschar Al Assad, weiterhin auf seinem Stuhl sitzen bleibt und die Geschicke von Restsyrien lenken darf – trotz aller Versuche ihn zu entfernen.



Blicken wir auf die politische Karte Syriens heute, zeigt sich ein undurchdringlicher Flickenteppich von Einflussbereichen, die entweder in den Händen der syrischen Armee oder der Kurden sind. Partiell existieren auch noch islamische Brigaden, doch die FSA, die sogenannte «Freie Syrische Armee» hat sich größtenteils aufgelöst und ging zu den Dschihadisten und Milizen der Türkei oder direkt zum IS, was so ziemlich das Gleiche ist.

Mit Jaysh al Islam, der Armee des Islam , kooperierten die Amerikaner ganz offen, obwohl das nicht wirklich Helden der demokratischen Wertegemeinschaft sind. Im Grunde unterscheidet sie ideologisch nichts vom Islamismus des IS. Aber mit saudischem dem «OK Go» und einigen warmen Worten im Senat wurde das islamistische Ungetüm unter Obama in Syrien unterstützt. Hauptsache war, dass Assad und seine Alawiten fallen und damit der russische Marinestützpunkt in Syrien aus den Händen Putins gerissen wird. Das hätte die russische Schwarzmeerflotte erheblich geschwächt und die maritime Dominanz der NATO im Mittelmeer zementiert – für das nächste Jahrhundert gleich mit. Einmal aus dem Mittelmeer verjagt, wäre es ein Leichtes gewesen die Russen auch im Schwarzmeer zu isolieren und dort, mithilfe von Türkei und Ukraine, auszuhungern. Das große Spiel der Mächte ging jedoch in Syrien zu Ungunsten der NATO aus, was die Iraner sehr freuen dürfte. Denn ihre Unterstützung für den syrischen Machthaber zahlte sich aus und die Straße von Damaskus bis nach Teheran blieb frei, der iranische Einflussbereich in der Levante ist erfolgreich verteidigt worden.

Vor zwei Tagen verkündete Donald Trump den von ihm angedachten Abzug der amerikanischen Truppen. Nur einen knapp einen Tag später leuchten die Massenmedien mit der Meldung auf, dass Assad wieder Chemiewaffen benutzt haben soll und die internationale Gemeinschaft, darunter vor allem die USA, endlich handeln müssen. Aber warum sollte Assad, jetzt wo der Krieg quasi gewonnen ist,  chemische Bomben auf Kinder werfen? Diese seltsame Chronologie der Ereignisse lässt einen doch skeptisch werden. Trump will den Abzug, löst dabei Empörung bei den Demokraten und den Neokonservativen innerhalb der Republikaner aus, bekommt Kritik von CNN und so gut wie jedem anderen Media-Outlet und kurze Zeit später explodiert eine chemische Waffe irgendwo in Syrien, was sofort von den Medien als glasklarer Beweis für Assads Schuld hergenommen wird. Obwohl es eigentlich mal üblich war, dass UN-Untersuchungskomissionen sich solcher Kriegsverbrechen zunächst annehmen müssen – vor allem jetzt, wo die Kämpfe zum größten Teil abgeflacht sind und das Land zumindest in Teilen wieder begehbar ist.

Zufälle gibts.

 


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “Die Straße nach Teheran ist wieder frei – Assad hat eigentlich gesiegt

  1. Das mit dem Chemiewaffen wird langsam wirklich lächerlich. Gibt es tatsächlich noch Menschen die diesen Bullshit ernsthaft glauben ?

    Es wird wieder keine Beweise geben und trotzdem wird es wieder zu Angriffen gegen die syrische Regierung kommen, Israel hat es ja schon vorgemacht.

    Es fehlen einem wirklich die Worte angesichts dieser nie aufhörenden Propaganda. Und egal ob es von den Briten oder den Amerikanern kommt, der deutsche Papagei ist immer vorne mit dabei und plappert eifrig nach.

  2. Natürlich, diese „Zufälle“………..(((-:

    Trump kämpft noch immer um seine Präsidentschaft und gegen die alten Eliten des „Deep-State“
    Er kann noch nicht wirklich entscheiden, von seinem personal wurden noch immer über 600 Leute nicht vom Kongress bestätigt….. 1 Jahr nach Amtsantritt ist sein Team noch immer nicht vollständig.

    Und vermutlich, denn Beweise habe ich natürlich nicht, ist es immer noch das Ziel den sogenannten „Pilsudski Korridor“ zu errichten.
    Marschall PiIsudky war ein ausserordentlich heller Kopf der Polnischen 2-ten Republik, also nach dem WK-1 und er wollte sich auch Deutschland und Russland offensiv erwehren, sollte das nötig werden.
    Darum wurde in Polen eine sehr gute und starke Armee aufgebaut, die allerdings den ungeheuer Professionell arbeitenden und aus dem WK-1 extrem erfahrenen Reichswehroffizieren, welche die Wehrmacht führten, nicht gewachsen war.
    Allen anderen Armeen wären die Polen aber vermutlich erfolgreich entgegen getreten.
    Sie gehörte zu den Top Ten……

    Pilsudski hat sich natürlich mit der Diplomatie Europas und der USA ausgetauscht und erkannt das Deutschland kraft seiner Technik und Wissenschaft, gepaart mit Russland ……samt seiner riesigen Flächen, seiner Ressourcen und der vielen Menschen, unschlagbar gewesen wäre.
    Die beiden Länder hätten die Welt beherrscht, auch ganz ohne Krieg.

    Das wollten die USA, Churchil und auch die Franzosen unbedingt verhindern.
    Der WK-1 ist sicher zu grossen Teilen auch genau dem geschuldet.
    Der WK-2 ebenso, nur wurde der natürlich auch durch einen Mann wie AH stark befördert, mit ihm hatte Kriegsbefürworter in all den Diensten leichtes Spiel.

    Pilsudskis Plan aber existiert offenbar heute noch.

    Bezieht man sich die Politik der Nato-Osterweiterung, der US Kontingente im Osten nahe der Russischen Grenze, der US Truppen in Lettland, der Propaganda und wie man die Urängste der Polen instrumentalisiert, erkennt man was da läuft.
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    Die USA, England und wohl auch Frankreich versuchen den „Pilsudski Korridor“ zu errichten.
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    Man will Russland von Deutschland getrennt halten, denn sollte Deutschland ein eigenes Selbstbewusstsein erlangen und zu einem Freund Russlands werden, etwas was es in den Jahrhunderten schon mehrmals gab, dann wäre es zu Ende mit den Grossmachtsträumen von Ländern wie den USA, aber auch dem Empire-Sehnsüchten Englands usw.
    Sie alle würden ganz erheblich an Einfluss verlieren, ja die Rolle des Dollars als „Weltreservewährung“ wäre damit beendet.

    Der Plan eines „Pilsudski-Korridors“ erstreckte sich von Finnland, den Baltischen Staaten über Polen die Krim nach Bulgarien bis ans schwarze Meer und sollte diese beiden „Riesen“ geografisch trennen.
    Man kann das sicher als grafische Darstellung irgendwie ……ergurgeln.

    Nun hat der Westen zwar die Ukraine heim in den „Plan“ geholt, dafür aber die Krim verloren.
    Zusammen mit einem Marine und Luftwaffenstützpunkt in Syrien, also auf der anderen Seite der Dardanellen, ist Russland nun gut aufgestellt um den Plan wirkungslos zu machen, der Eingrenzung zu entgehen. Jedes schliessen der Meerenge sähe sich einer Zange gegenüber.

    Und genau das ist es was England und die USA so mächtig ärgert das sie dafür einen neuen „Kalten Krieg“ anzetteln.
    Genau darum wird in den letzten Jahren derart primitiv und Giftig gegen die Russen agiert.

    Putin hat sich als ein äusserst cleverer Mann herausgestellt, einer der das Spiel der anderen …..die dachten Russland sei für immer aus dem Spiel, ………mit einem Kessel kalten Wassers beendet hat.

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