Islamisierung? Es ist eine Milchmädchenrechnung

 

Es herrscht allgemein Konsens darüber in der deutschen Politik und den Medien, dass Islamisten problematisch sind, dass man ihnen auf die Finger schauen und sie nach Kräften überwachen oder abschieben muss. Es gibt aber keine ehrliche Diskussion darüber, was die Ausbreitung des Islam in Deutschland bedeutet und wie wir damit umgehen wollen. Die Gretchenfrage, die quantitativ viel mehr ins Gewicht fällt als die Frage, wie wir mit straffälligen Migranten umgehen sollen, lautet nämlich: Ist ein steigender Bevölkerungsanteil an friedlichen Muslimen, die sich an die rechtsstaatliche Ordnung halten, sonst aber ihre Herkunftsidentitäten weitgehend behalten, problematisch? Um diese Frage schleichen pseudokonservative Politiker wie um den heißen Brei herum und spielen mit dem gesunden Bauchgefühl der Bürger. Wirklich in den Mund nimmt sie kaum jemand, denn sie klingt so schrecklich nach Rassismus. Aber ist das wirklich rassistisch?

Dazu betrachten wir zunächst den Begriff der Islamisierung. Was ist das? Christianisierung wird so gebraucht, dass Menschen, die keine Christen waren, zum Christentum bekehrt werden. In Deutschland beobachten wir kaum, dass Menschen, die keine Muslime waren, zum Islam bekehrt werden. Das kommt vor, siehe z.B. Pierre Vogel oder die paar Fälle verwirrter junger Menschen, die Muslime werden und dann mit dem IS in den Krieg ziehen, um es bald zu bereuen. Nein, Islamisierung bedeutet etwas anderes, nämlich dass der Islam in Deutschland an Boden gewinnt und in der Öffentlichkeit präsenter wird, ganz einfach indem mehr und mehr Muslime hier leben und ihre Religion in Deutschland praktizieren. Mit der steigenden Zahl und dem durch die höhere Geburtenrate der Muslime auch steigenden Anteil an der Bevölkerung und der steigenden Zahl an Moscheen findet eine Islamisierung in Deutschland statt. Diesen Umstand kann niemand leugnen, auch wenn er es so nicht nennen möchte.



Wie aber wollen wir damit umgehen? Ist es für die einheimischen, christlichen oder atheistischen Deutschen ohne muslimischen Migrationshintergrund in Ordnung, dass sie in ein paar Jahrzehnten zur Minderheit werden? Dass Glockenläuten absehbar bald durch Muezzinrufe verdrängt werden wird? Dass Kinderwagen schiebende Kopftuchträgerinnen mit ausgelassener Kinderschar bald alle Bürgersteige in der Republik befahren werden, weil es für sie ganz natürlich ist, Kinder zu bekommen? Und zwar wesentlich häufiger als es einheimische Deutsche tun, die mit Mitte 30 mal ein Kind in die Welt setzen, und dabei noch ein schlechtes Gewissen haben, die Errungenschaften der Emanzipation verraten zu haben? Selbst wenn all diese Menschen nette Zeitgenossen sind und sie nicht im Traum auf die Idee kämen, einen zu enthaupten oder zu vergewaltigen, ist es nicht selbstverständlich, dass es in Ordnung für die anderen ist, dass diese Gruppe größer wird. Wenn man die Wahlergebnisse der letzten Jahre anschaut, scheint das für die meisten Deutschen aber tatsächlich in Ordnung zu sein. Denn sie wählen mehrheitlich immer wieder die Parteien, die eine Politik machen, die diese Entwicklungen begünstigt. Ein paar wollen das offenbar nicht und wählen die AfD, einige wollen so weit nicht gehen und gehen den Parolen von Merkels Bettvorleger Seehofer immer wieder auf den Leim oder neuerdings auch denen Lindners. Doch mehrheitlich wird  weitergemacht wie bisher.

Warum aber sollte das nicht in Ordnung sein, wenn die Muslime doch friedlich sind? Da heißt es dann, das sei doch menschenverachtend, das würde gegen die Religionsfreiheit verstoßen. Die Deutschen seien doch selbst schuld, wenn sie weniger Kinder bekommen als die Migranten. Doch so einfach sollte man dieses Urteil nicht fällen. Man sollte nämlich nicht vergessen, dass man die Deutschen nie danach gefragt, ob sie einverstanden sind, wenn ihre Gesellschaft dermaßen verändert wird. Es sind einfach Fakten geschaffen worden, als die Gastarbeiter aus der Türkei nicht wie versprochen zurückgeschickt wurden. Es sind einfach Fakten geschaffen worden, als 2015 die Grenzen geöffnet und das Recht ausgeschaltet wurde, bis heute. Vielleicht wäre es ja für die Deutschen in Ordnung gewesen, in einem ethnisch homogenen Staat die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Überalterung zu durchleben und dadurch Wohlstand einzubüßen, dafür wäre man aber unter sich geblieben, wie es die Japaner tun. Das wäre das gute Recht der Deutschen gewesen. Die Politiker lassen es aber einfach so laufen und die Deutschen sind zu zahm und zu obrigkeitshörig, dagegen in der Masse aufzubegehren, weil es ihnen mehrheitlich ja noch ganz gut geht. Die Merkel macht das schon. Nein, das Vorhandene hat ganz grundsätzlich ein natürliches Vorrecht. Sogar Bertolt Brecht sagte bekanntlich: «Das Alte sagt: So wie ich bin, bin ich seit je. Das Neue sagt: Bist du nicht gut, dann geh.»

Doch ist das Alte nicht gut? Es ist jedenfalls nicht schlechter als das Neue, und wenn man sich ansieht wie in muslimischen Ländern mit Frauen und Homosexuellen umgegangen wird, kommt das Alte ganz gut weg. Doch auch wenn die Muslime, die immer mehr werden, was niemand leugnen kann, alle friedlich sind, hat die alte, deutsche Kultur ihre Berechtigung und ihre natürliche Vorrangstellung. Es ist klar, dass eine kleine Minderheit von Muslimen in Deutschland nicht schadet. Da kann man sich wirklich an einer gewissen Bereicherung erfreuen, da sie neue Impulse mitbringen. Aber wenn sie immer mehr werden und ein Übergangsbereich erreicht wird, in dem sie anfangen, erst in ein paar Brennpunkten und dann immer flächendeckender präsent zu werden, dann ist das keine Entwicklung, der man mit einem Merkelschen Schulterzucken begegnen sollte nach dem Motto, jetzt seien sie halt da. Wer meint, dass das Alte so schlecht nicht ist und dass wir uns vom Neuen nicht an den Rand drängen lassen wollen, der sollte so langsam hinterm Ofen der Geschichte hervorkommen.

https://www.morgenpost.de/berlin/article213661055/Geburtenrate-auf-hoechstem-Wert-seit-Wiedervereinigung.html

Foto: Pixabay


 

Hat dir der Beitrag gefallen? Wir auf YOUNG GERMAN stecken viel Arbeit und Herzblut in unsere Artikel und wollen uns dauerhaft als alternatives Medium etablieren. Du kannst dich bei uns bedanken, indem du auf Facebook, Twitter oder Minds.com dein „Like“ hinterlässt, uns einen Kaffee spendierst oder ein monatlicher Unterstützer auf Patreon wirst. Mit deiner Hilfe wollen wir wachsen und ein unabhängiges alternatives Medium zu den Massenmedien anbieten!


Buy Me A Coffee at Ko-Fi.com

https://www.patreon.com/Younggerman https://www.facebook.com/TheYoungGerman https://www.minds.com/Younggerman

 



Reisig erblickte in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst studierte er eine Naturwissenschaft. Währenddessen engagierte er sich vorübergehend in der politischen Linken. Dabei galten ihm stets das Wohl des deutschen Volkes und die Begegnung der Völker auf Augenhöhe als höchstes Ziel. Später nahm er vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand. Er hat nach seiner Promotion ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland. Er schreibt auf Reisigs Blog, die Jungdeutschen und Young German.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.