Vergesst nicht die Opfer von Gewalt und Terror, die wir schon an diesen Wahnsinn verloren haben

Die jüngste Ermordung des jungen Mädchens Mia  durch ihren als Flüchtling gemeldeten afghanischen Freund ging mir sehr nahe. Ich habe einen alten Artikel daher ausgegraben: wie viele haben wir schon an diesen brutalen Wahnsinn verloren? Mia wird nicht die Letzte gewesen sein. Daher richte ich meinen Apell an alle hier: Vergesst sie nicht!

 

Das wird schwerfallen. Jeden Tag passieren schreckliche Dinge auf der Welt. Welcher Mensch hat schon echtes Mitgefühl für die Einzelschicksale von 7 Milliarden Menschen? Wir machen den Fernseher an, schlagen die Zeitung auf oder lesen in unserem Mobiltelefon die neusten Nachrichten. Es sind selten gute Neuigkeiten, nicht wahr? Zugunglücke, Naturkatastrophen, Morde und Vergewaltigungen. Wie kann ein Mensch ob solch grausamer Schicksale nicht abstumpfen? Wie viel Empathie kann ich geben ohne selbst auszulaugen?

Ich habe kürzlich gelesen, dass der Islamische Staat Kleinkinder von Jesiden und Christen in eine Teigmaschine geworfen haben soll. Ich habe Videos gesehen, in denen sie Menschen in Käfigen anzünden, junge Mädchen enthaupten und gefangenen Soldaten die Hoden abschneiden und dann die getöteten Kameraden mit diesen füttern. Nicht vergessen habe ich, dass die Opfer von Bataclan in Paris von den Terroristen geschändet wurden. Dass die Polizei den Bericht lange zurückhielt, der uns die grässlichen Details dieser Schlächter offenlegen sollte. Wie sie Genitalien von Mädchen zerschnitten, die in ihrem Blut lagen und wie sie töteten ohne jeden Skrupel. Warum erzähle ich Ihnen diese grauenhaften Details? Ich habe keinen Fetisch für monströse Details oder Blut. Ich würde mich selbst auch nicht als besonders abgebrüht betrachten, wenngleich ich meinen Anteil an emotionaler Abhärtung bereits durchstanden habe.

Ich erzähle das, weil wir uns in Erinnerung rufen sollten, dass diese Dinge passiert sind. Das ist das wahrhaftige und wirklich passierte Leid und das Schicksal von echten Menschen gewesen, die wir nicht kannten aber womöglich gekannt haben könnten. Betrifft uns das nicht, weil es Unbekannte waren? Als die Jobcenter-Angestellte und Mutter Irene N. von ihrem Angreifer Achmed S. mit einem Messer abgestochen wurde, habe ich das bis heute nicht vergessen. Das war im Jahre 2013 und ich würde mich sofort wieder an sie erinnern, obwohl ich sie nicht gekannt habe. Oder das hübsche junge Mädchen, dass erst vor einigen Monaten entführt wurde und mit brutalen Schlägen von den Erpressern ermordet wurde? 17 war sie und musste sterben, weil ein paar deutsche Assis einfach nur Geld erpressen wollten. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen dabei geht. Aber mir geht sowas ziemlich nahe. Sie hatte noch ihr ganzes Leben vor sich.

Genau wie Lee Rigby, der englische Soldat, der von den beiden Terroristen mit einem Hackbeil abgeschlachtet wurde. Einfach nur, weil er zufällig an der falschen Stelle stand und als Soldat erkennbar gewesen war. Er war verlobt, wollte heiraten, eine Familie gründen und dann war er tot. Ich habe noch die Gesichter der weinenden Angehörigen vor Augen und erinnere mich immer wieder an ähnliche Bilder von anderen Fällen. Mütter die um ihre Kinder weinen, Väter die wütend vor den Gerichten und Richtern toben, weil sie keine Gerechtigkeit erhalten haben. Und ich frage mich oft – «Habt ihr kein Mitgefühl?» Die Frage richtet sich an die Politiker, Funktionseliten, die Medien und die Justiz. Was für ein Richter kann sich bitte im Spiegel betrachten, nachdem er wieder einmal ein Skandalurteil in die lange Liste der Schandtaten addiert hat.

«Herr Richter! Haben Sie gar kein Mitgefühl mit den Opfern?»

Die Vergewaltiger, die mit lauen Bewährungstrafen davonkommen.

Die Mörder, die nach wenigen Jahren wieder freikommen.

Was für eine unsägliche und traumatische Belastung müssen die Angehörigen und Opfer erleiden, die erfahren, dass ihre Peiniger wieder frei herumlaufen oder niemals verurteilt wurden? Daran sind auch solche Vertreter unserer Justiz Schuld, die solche Monster schonen. Nicht genug, dass Anneli ermordet wurde. Für dieses unfassbare Verbrechen müssen die Täter gerade einmal 4 Jahre hinter Gittern! 4 Jahre! Allein beim Anblick dieser Zahl schießt mein Blutdruck in die Höhe und ich kann den wutschäumenden Vater nachvollziehen. Von diesem Staat ist keine Gerechtigkeit mehr zu erwarten. Anneli hatte durchschnittlich noch 70 Jahre von ihrem Leben haben können. Nicht einmal ein Dritter ihres eigenen Alters soll nun die Bestrafung für die Mörder sein?

Ich appelliere daran, die vielen Menschen nicht zu vergessen, die von uns gegangen sind. Egal aus welchen Gründen. Aber vor allem solche nicht, die uns durch Gewalt genommen wurden, weil ihre Zeit noch nicht gekommen war. Es sind die Bande der Menschlichkeit, die unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält. Sowas beginnt im Kleinen. Anfangen tut es im Miteinander von Nachbar zu Nachbar, in der alltäglichen Interaktion mit den Mitmenschen. Enden tut es in der hohen Verantwortung der gewählten Politiker gegenüber ihrem Volk, dem sie Schutz, Wohlstand und Gerechtigkeit versprochen haben.

Hannah aus Königswinter, Anneli Marie Riße, Lee Rigby, Johnny K., Maria Ladenburger, Mia und all die anderen.

Ich werde euch nicht vergessen. Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin und vielen diese Schicksale nahe gegangen sind. Ich bete nicht. Aber ich hoffe und arbeite dafür, dass anderen Menschen diese Dinge nicht widerfahren müssen und vielleicht eines Tages auch echte Gerechtigkeit gesprochen wird.

 


Foto: Flickr/Donald Judge

Zuerst erschienen bei: http://www.freiezeiten.net/Vergesst-die-Opfer-nicht


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

One thought on “Vergesst nicht die Opfer von Gewalt und Terror, die wir schon an diesen Wahnsinn verloren haben

  1. Warum unsere Justiz gegen keine Gerechtigkeit gibt, liegt immer öfter daran, dass Richter, Staatsanwälte (Zeugen, die im Allgemeinen völlig schutzlos sind sowieso) bedroht und eingeschüchtert werden. Jeder Staatsanwalt, Richter oder Schöffe weiß, dass er nur wenig Schutz hat und seine Familie praktisch keinen.

    Das ist die wohlwollende Interpretation des Verhaltens unserer Justiz.

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