„Du bist kein Mann, wenn du nicht im Auslandseinsatz warst“ – Enrico und Kevin bei der Infanterie

von Ignatius, Student der Theologie und Geschichte, Rheinländer, früher Afghanistan-Urlauber in Flecktarn

Ein paar subjektive Eindrücke aus meiner Zeit bei den Streitkräften, vermischt mit Tagesmeldungen und Berichten über den Zustand unserer Armee. Ich spreche hier als einsatzerfahrener (ex) Soldat, Unteroffizier mit Portepee und Infanterist. Zunächst einmal möchte ich meinen allergrößten und ehrlich empfundenen Dank an alle Kameraden aussprechen, die in Uniform gerade ihren Dienst tun. Die «thin green/blue line» wird jeden Tag dünner und es ist wahrlich kein «leichter» Job, den man sich da ausgesucht hat. Zumindest dann nicht, wenn es wirklich zum Spannungsfall kommen sollte und der Soldat in seiner Tätigkeit als Kämpfer gebraucht wird.



Derzeit läuft auf Youtube die Nachfolgesendung von «DIE REKRUTEN», die man jetzt Bundeswehr Exclusive nennt. Nicht exklusiv, sondern EXCLUSIVE. Also ein moderner Anglizismus, die ja überall in den Streitkräften die Sprache der Soldaten völlig durchsetzt haben. Kürzlich zeigte mir ein Kamerad, dass man sich sogar einen SNAPCHAT-Filter der Bundeswehr holen kann. Wer nicht weiß was Snapchat ist, dem sei das hier kurz erklärt, denn ich wusste es ebenfalls nicht. Snapchat ist ein Programm, dass man sich für das Handy runterladen kann und welches es dem Nutzer ermöglicht beim Schießen eines Fotos von sich selbst (Selfie) einen sogenannten Filter zu nutzen. Dieser verwandelt dann den Benutzer in ein Schaf, einen Baum oder eben einen Soldaten in Mali, dem der heiße Sandsturm um den Helm fliegt. Die Nutzer von Snapchat sind laut Google in der Regel besonders jung und diese Handy-App ist bei Jugendlichen äußerst beliebt. Ich denke Sie wissen jetzt schon, worauf ich hinaus will.

Beim Sichten des Youtube-Kanals muss ich anerkennen, dass hier grundlegend gute Arbeit geleistet wurde. In einem Online-Tagebuch wird dargestellt, realitätsnah und authentisch, wie die Soldaten im Einsatzland Mali leben und dienen. Mit Witz und Charme wird hier eine unterhaltsame Abenteuerserie gezeigt, die sich nicht wirklich wie Krieg anfühlt, auch wenn die Reporter hin und wieder erwähnen, dass die Einsätze natürlich gefährlich sind. Die Offiziere und Soldaten, die man zu den Zielen des Einsatzes befragt, sprechen gerade genug, um das Interview nicht peinlich werden zu lassen. Alles wird mit spannender Musik unterlegt, wenn die Männer und Frauen außerhalb des Camps unterwegs sind. Ich bin selbst von der Serie sehr angetan, weil sie ungeschmückt die Soldaten zeigt. Die deutschen Nationalkonversativen und auch die vielen CDUler neigen zur extremen Heldenverehrung bei uns Soldaten, die oft völlig unkritisch wie ein Mantra heruntergebetet wird. Dabei ist meiner Ansicht nach der moderne Bundeswehrsoldat ein eher durchschnittlicher Bundesbürger, der nur in schwierigen Situationen zum Heldentum genötigt wird. Der Artikel von meinem Co-Autor Triarius fasst mitunter zusammen, was ich ebenfalls im Einsatz und am Heimatstandort erlebt habe. Eine unglaubliche Verwahrlosung hat sich in manchen Gebieten unserer Truppe breitgemacht. Das behaupte ich nicht, weil ich der Bundeswehr böse bin oder sie ablehne. Im Gegenteil bin ich ein großer Freund und Befürworter unserer Armee und ihr für sehr viel dankbar. Das ist genau der Grund, warum ich mich jetzt hier kritisch über sie äußern muss. Denn der momentan gewählte Kurs der Politik, was die Zukunft der Streitkräfte angeht, gefällt mir überhaupt nicht. Und das obwohl ich selbst in meiner Dienstzeit manchmal teil dieses Problems war und deshalb nun, mit angemessenem Alter und Abstand verstehe, was eigentlich im Argen liegt.

Ich las vor einigen Wochen über die entgleiste Party von Soldaten des KSK, bei welcher unschön «abgehitlert» wurde und man sich sogar noch eine Prostituierte ins Haus bestellte. Dazwischen sollen wohl rassistische Sprüche und Witze gefallen sein. In den Medien kreiste diese Nachrricht eine ganze Weile herum und verursachte wohl auch im Bundesministerium der Verteidigung Kopfweh. Mir hingegen konnte das nur ein sehr, sehr, sehr müdes Lächeln entringen. Jeder weiß, dass ein Zugfest schon häufiger mal sehr eskalieren kann. Da saufen auch die Soldaten, bis sie nicht mehr stehen können, übergeben sich dann im Gras und stehen zwei Stunden später um 6 Uhr morgens doch wieder beim Antreten. Vorher wurde zusammen mit dem Spieß der Angriff auf Polen nachgestellt und es fallen markige Sprüche, wie das eben in Männergesellschaften mit Alkohol so ist. Hätte man jeden Soldaten entlassen, der zusammen mit seinen Kameraden beim Bier «den Führer» imitiert hat, gäbe es keine kämpfende Truppe mehr. Wo ich gerade von der kämpfenden Truppe spreche, möchte ich auf einige Entwicklungen zu sprechen kommen, die mir in meiner Zeit bei der Infanterie aufgefallen sind.

 

Truppe ohne Seele?

In manchem Zug konnte man eher den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine ausländische Fremdenlegion aus Kasachstan handeln musste, wenn man nur nach Sprache und Verhalten gehen will. Das soll kein böser Nachruf auf meine Kameraden deutschrussischer Herkunft sein. Die «rein-deutschen» Kameraden waren hier oftmals nicht besser. In unserer Kompanie gab es in meiner Dienstzeit etliche Fälle von sexueller Belästigung, Diebstahl und generell unkameradschaftlichen Verhaltensweisen, die oft von übermäßigen Alkoholkonsum unterstützt und befeuert wurden. Auch höhere Offiziere, Majore und Co. machten sich solcher Delikte schuldig. Gerade höhere Offiziere scheinen zu glauben, dass sie sich gegenüber der Gezi-Soldatin(Geschäftszimmer) wie ein Schwein aufführen können. Berührungen, Kommentare und  abfällige Bemerkungen über das Aussehen von Kameradinnen gehörte da fast schon zum Ritual bei EINIGEN Offizieren und Unteroffizieren.

Auch möchte ich sagen, dass ich gar kein Freund dieser teils ekelhaften Rituale innerhalb der Truppe bin, denen ich auch beiwohnen musste. Schweineblut, Urin und Bier sind nur der stumpfe Ersatzstoff für den Mangel an echten Ritualen, welche der Truppe ja verboten sind. Die Bundeswehrführung hat ein Problem mit historisch aufgeladenem Beisammensein unter Fackeln, am Schwedenfeuer und dem Lesen von Bibel oder dem Singen von stolzen Volksliedern. Alles Dinge, die in beispielsweise skandinavischen und französischen Einheiten völlig normal sind. Der Bundeswehr mangelt es an echtem Ritus, echter Tradition, weil man alle militärische Tradition chemisch entkernt und gebleicht hat, sodass davon nichts mehr übrig bleibt, was sich lohnt zu ritualisieren. Kein Offizier traut sich heute noch die Kameraden beim Schwedenfeuer im Wald den Eid aufs Vaterland schwören zu lassen, oder dort Beförderungen zu vergeben, während man zu Gesang und Trommelschlag in eine martialische, aber gute Stimmung kommt.  Ein lockeres Zugfest oder ein Kompanieabend bei Suff und Techno-Musik, mit anschließender sexueller Belästigung und dem Trinken von Urin aus einem Messbecher, sind da wohl unproblematischer. Denn für erstere Handlung käme sofort der militärische Abschirmdienst oder die Presse, während für zweitere Handlung sich höchstens der Spieß und maximal der Kompaniechef erniedrigen würden, um die Männer zu disziplinieren.

Ich war immer sehr angetan von den französischen und dänischen Kameraden, die viel zusammen gesungen haben, gemeinsam beteten und auch gemeinsam feierten. Vor allem die Franzosen, die ja multikultureller kaum sein könnten, fanden im gemeinsamen Ritual einen gemeinsamen Nenner. Aber es war eben ein patriotisches, ja sogar nationales Ritual! Derlei wird von der deutschen Führung der Streitkräfte nicht gewünscht, weil man die Wiederbelebung eines Nazismus fürchtet, wenn Soldaten Stolz empfinden. Vor allem wenn es ein nationaler Stolz ist. Daher ist es der Führung wohl lieber, wenn man sich durch die Anwerbung falscher Zielgruppen und die bewusste Überspitzung des Berufes die völlig falschen Leute in die Bundeswehr holt, die dort eigentlich nichts verloren haben. Ich nenne die beiden Herren jetzt einfach mal gemeinerweise Kevin und Enrico und bete, dass sich keiner unserer Leser dadurch unnötig angegriffen fühlt.

Kevin und Enrico durfte ich im Einsatz in Afghanistan kennenlernen. Beides junge deutsche Männer, die sich vielleicht einen krassen Bart haben stehen lassen und als SG oder Oberfeldwebel mit dir raus fahren. Kevin kommt aus Ostdeutschland und Enrico aus dem Westen. Beide Typen sind sich aber so ähnlich, dass man sie für Brüder halten könnte. Sie überzeugen durch übertriebenenes Männlichkeitsgehabe. Und ich bin kein Mann, der hier von toxischer Männlichkeit oder der allgemeinen Schädlichkeit von Maskulinität redet! Aber Kevin und Enrico halten sich schlichtweg für die Killer vom Dienst, Terminators aus Chemnitz und Essen – die geilsten, besten, muskulösesten Helden, die diese Armee jemals gesehen hat. Und wehe du warst nicht wie sie bereits mindestens 2! oder3! mal im Einsatz. Wenn du nicht im Einsatz warst, hast du dir bei ihnen und ihren Freunden keinen Respekt zu erwarten und schon gar kein kameradschaftliches Verhalten (Du bist kein Mann, wenn du nicht im Auslandseinsatz warst!). Einem jungen Hauptgefreiten, der in einer anderen Einheit und Truppengattung diente, wurde von den Herrschaften Kevin und Enrico der Marsch geblasen, weil er um Hilfe bei einer Tätigkeit gebeten hat, die er aus Mangel an Erfahrung nicht ausführen konnte. Statt dem Kameraden zu helfen, wurde er belächelt und ausgelacht, ehe sich die Helden vom Dienst durch Anschiss vom Chef genötigt sahen, dem Kameraden doch zu helfen: «Wie, du weißt das nicht?» Kevin und Enrico waren zu ihrem Leidwesen immer nur von «Amateuren umgeben». Gesprächsthema Nummer 1 waren immer Waffen und wenn es keine Waffen waren, dann wurde über Sex und Frauen gesprochen. Auf die Sinnfrage und die Hintergründe des momentanen Auftrags wurde rein gar nichts gegeben. Generell musste ich sagen, dass sich eine große Minderheit oder sogar Mehrheit der Soldaten nur sehr oberflächig für die Einsatzziele und das Einsatzland interessiert. Es herrscht überraschenderweise nicht die Idee vom Staatsbürger in Uniform vor, der sich umfassend bildet, informiert und eine eigene Meinung zu jedem Thema hat. Ich wurde für das Lesen von landeskundlicher Lektüre von einigen Kameraden mehrfach belächelt und sogar von einem ganz besonders idiotischen Hfw dafür zurechtgewiesen, weil ich mich über den Sinn eines Auftrages nach dem Dienst erkundigt hatte. Nicht beschwert, nur erkundigt!

«Die übergeordnete Führung weiß schon, was sie macht!» war ein Satz, der mehr als einmal gefallen ist. Auch bei vielen Mannschaftern herrschte leider diese Meinung vor:  «Befehl ist eben Befehl und da fragst nicht». Die «Ist mir egal» Attitüde ist dominant bei vielen Soldaten vertreten, auch wenn sie sicher gerne helfen möchten und ihren Dienst ordentlich verrichten können. Aber bei viel zu vielen jungen Soldaten die ich kennengelernt habe, war Hauptantrieb hinter dem Soldatenberuf nicht ein höheres Ideal, Patriotismus oder Glaube an die NATO-Weltpolizei, sondern Geld. 4-6 Monate im Ausland hießen in Deutschland, dass man sich ein neues Auto/Mottorad kaufen konnte. Was man dafür tun musste, war den meisten herzlich egal. Ob Mali, Afghanistan oder Syrien – egal welche Begründung von den politisch geschulten Offizieren im Unterricht vor dem Einsatz heruntergebetet wurde. Für das kritische Nachfragen wurde ich von einem Oberstleutnant im Unterricht harsch zugerechtgewiesen, was mich nachhaltig in meiner Haltung zur politischen Bildung bei der Bundeswehr geprägt hat. Für den Hörsaal war ich dann auf einmal die «rote Socke», weil ich bestimmte Einsatziele der NATO nach über 10 Jahren Afghanistan in Frage gestellt hatte. Selbst einige Wochen später, bereits im Einsatz, nahm mich der Zugführer mal zur Seite und fragte mich, ob ich denn «verstehen würde, warum Deutschland hier ist?» Die Ironie ist groß, wenn mans als SPD-Wähler vor einigen Jahren bei der Infanterie im Einsatz als rote Socke bezeichnet wurde und heute auf einem rechtsalternativen Blog schreibt. Die Zeiten sind wahrlich seltsam.

Ich hatte im Vorfeld nichts gesagt oder getan, was meinen Zugführer dazu hätte nötigen können. Also gehe ich davon aus, dass der damalige Oberstleutnant sich mein Nachfragen gemerkt und an meinen Zugführer bzw. eher meinen Kompaniechef und dieser dann an meinen Zugführer weitergeleitet hatte. Der Herr X sei politisch aus der Reihe getanzt oder ähnliches – ich weiß es nicht! Aber da blieb mir bis zum Ende meiner Dienstzeit ein bitterer Nachgeschmack im Mund.

Dahingehend scheint sich die Bundeswehr auf diese Zielgruppe leicht zu steuernder Kevins einschießen zu wollen, die von durch und durch überzeugten politischen Offizieren geführt werden. Mit einem Oberleutnant aus dem Truppendienst, einer der als Hauptfeldwebel den Sprung in den Offiziersthron geschafft hat, hatte ich ein deutlich besseres, ja sehr enges und kameradschaftliches Verhältnis. Dieser war es auch, der sich viel um das Wohl seiner Männer sorgte und kritisch gegenüber Aufträgen wurde, die ihm sinnlos oder besonders gefährlich erschienen.  Auch im Hinterzimmer äußerte sich dieser Mann ehrlich, offen und immer direkt, auch wenn ich seine Meinung nicht immer teilte. Bei anderen Offizieren musste man hingegen das Gefühl haben, bloß nichts Falsches zu sagen, weil man ansonsten womöglich bald ein Vier-Augen Gespräch führen würde. Was habe ich also gelernt? Nicht zu kritisch nachfragen, nicken, machen und bloß nicht durch zu viel Ethos und Pathos auffällig werden. Die Kevin-Attitüde bringt einem Soldaten derzeit mehr und ich erinnere mich da auch an eine gute Dokumentation über den Afghanistaneinsatz, wo ein Kamerad interviewt wurde und genau diese Attitüde zu 110% zur Schau stellte. Leider finde ich den Link nicht mehr(es ist eine über 60 Minuten lange Dokumentation auf Youtube). Der Kamerad war Mannschaftssoldat und sagte sinngemäß:  «Ick bin gewöhnlicher Landser, mache und tue und was die obere Führung denkt oder machen will, hat mich überhaupt nicht zu interessieren.»

Ich übersetzte das mal: Hallo, mein Name ist Kevin und ich überfalle gerade die Ukraine. Beim Zusammentreiben dieser Zivilisten war mir schon mulmig. Aber die obere Führung hat sich bestimmt was dabei gedacht. #Facepalm

Sie denken vielleicht ich übertreibe hier und da haben sie vermutlich Recht. Aber nicht bei jedem Soldaten und gefühlt gibt es immer mehr von diesem willfährigen Söldnertypen bzw. hirnentleerten Landsern, die, wenn nur genügend bearbeitet durch die «übergeordnete Führung» Grundgesetz und Leitbild vom Staatsbürger in Uniform, wo sie wahrscheinlich eh gepennt haben, einfach über Bord werfen würden. Einerseits erzählt man den Soldaten immer wieder im Unterricht, dass sie selbstständig denkende und handelnde Individuen sein sollen, die auch kritisch hinterfragen müssen. Andererseits ist alles in der Bundeswehr systematisch darauf abgerichtet, genau solches Verhalten zu unterdrücken und ja keine kritischen und klar denkenden Staatsbürger in Uniform zuzulassen. Die Linken irren natürlich, wenn sie deshalb glauben, dass aus der Bundeswehr eine neue Mördertruppe werden könnte. So ist es nicht und wird es wohl auch nicht kommen. Aber mit der momentan ausgewählten Zielgruppe des durchschnittlich intelligenten Hauptschülers + Gesamtschülers als Mannschafter/Unteroffizier, angeführt von gut geknechteten frisch gebackenen Abiturienten als Politoffiziere, lässt sich in der Zukunft viel Scheisse bauen – vor allem im Ausland. Für die Landesverteidigung sind wir sowieso nicht mehr gerüstet.


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5 thoughts on “„Du bist kein Mann, wenn du nicht im Auslandseinsatz warst“ – Enrico und Kevin bei der Infanterie

  1. Schöner Artikel, ergänzt sich gut mit meinem. Deine Hyperbel ist freilich bei Weitem nicht so ausgeprägt wie meine.

    Es kommt mir so viel bekannt vor.. die Kasachengangs, die übertriebene Maskulinität, der totale Konformismus, aber hier und da auch gute Kameraden. Habe letzte Woche wieder einen alten (kasachischstämmigen) Ausbilder vorm Baumarkt getroffen, ein schönes Erlebnis!

    Das mit der Politik kommt mir auch bekannt vor. Im Dienst wurde ich schon als „Gutmensch“ und „Mutter Theresa“ beschimpft (! man beachte die Moralstandards, wenn Mutter Theresa schon als schlechte Person gilt) und in der Uni will ich keine neuen Studenten mehr kennenlernen, weil ich für 50% ein Rechtsextremer bin sobald ich etwas Anderes als Smalltalk betreibe. Das sind die zwei Seiten des totalen Konformismus, der unser Land geißelt.

  2. Lieber Ignatius,
    lieber Triarius,

    ich war selbst viele Jahre Teil des Systems Bundeswehr (Infanterie Offizier) und kann Euch alles – leider – ebenfalls nur bestätigen. Wie gerne würde ich mal mit Euch am Lagerfeuer sitzen und Gespräche führen…
    Leider wird sich an der Situation nichts ändern!
    Was bleibt? Kopfschütteln, innere Emigration, Wut.
    Aber die Gedanken sind ja – noch – frei!
    😉

    1. Lieber Markomanne, vielleicht kennt man sich ja? 😉

      Ich seh es mit gemischten Gefühlen. Zwar sind meine Ideale an der Realität zerschellt, aber meine Sturm-und-Drang-Jahre konnte ich zumindest ausleben und meine Persönlichkeit abrunden. Zudem habe ich in viele Dinge und Haltungen gelernt, die mir jetzt schon sehr zugute kommen und vielleicht auch in Krisenzeiten einen gewissen Lebensstandard ermöglichen.
      Hast du meinen Preppingartikel nebst Kommentaren gelesen? Ich bedauere die Umstände nicht mehr so oft, ich bereite mich eher auf die Zukunft vor. Wenn das große System nicht mehr funktioniert, kann man ja noch im Kleinen Vorbereitungen treffen.. 😉

      1. Möglich, möglich – ist ja ne überschaubare Anzahl an Kampftruppenoffizieren! 😉

        Thema Ideale, Haltung, Einstellung, Persönlichkeit: 100% Zustimmung.
        Thema Prepping: Hab ich gelesen, vollziehe ich in großen Teilen ähnlich. Werde dann immer als paranoid hingestellt – sei`s drum! 😀

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