Auch Jaina war mal ein Gutmensch, bevor die Horde Theramore zerstörte

Mit dem baldigen Erscheinen von World of Warcraft: Battle for Azeroth habe ich mir die Zeit genommen die Nostalgie-Maschine anzuwerfen. In einer mentalen Zeitreise habe ich das Jahr 2005 besucht und in meinem Kopf rekapitulierend ein wenig WoW gespielt. Die alten Diskussionen über Horde und Allianz und warum die Orcs und die Horde von Thrall, dem grünen Oberorc, nur missverstandene arme Kreaturen ohne Heimat sind, habe ich nicht vergessen. Auch die Fantasywelt von Warcraft spielt mit Elementen aus unserer Welt, wenngleich dies sicherlich weniger bewusst geschieht und nicht die selben Vergleiche von den Entwicklern gezogen werden, wie ich das nun tue. Ich bitte darum diesen nerdigen Ausflug nach Warcraft mit einer Prise Humor zu nehmen und nicht jedes Argument hier auf die Goldwage zu legen. Es ist Unterhaltung.

Aber es gibt auch in Warcraft den typischen Gutmenschen, in diesem Fall dargestellt durch den Charakter von Jaina Proudmoore, Magierin der Allianz und Anführerin der freien Allianzstadt Theramore, welche zufälligerweise von den Überlebenden aus Lordaeron gegründet wurde. Diese Hafenstadt mit mehreren Tausend Einwohnern liegt unglücklicherweise direkt an der Grenze zum Territorium der Orcs und ihrer Horde, eingepfercht zwischen Tauren, Trollen und grünen Monstern. In der Vergangenheit versucht der Großadmiral Daelin Proudmoore, Jainas Vater, die Orcs durch eine militärische Kampagne vom neu gefundenen Kontinent Kalimdor zu vertreiben. Das misslang und die Horde vernichtete den Admiral und seine Fraktion der «Hardliner», welche den Null-Toleranz gegenüber Grünhäutigen-Kurs gefahren sind. Jaina Prodmoore, das muss man festhalten, hat zugegebenermaßen gute Erfahrungen mit den Orcs gemacht. In der Vergangenheit hielten die Krieger der Allianz und Horde die brennende Legion gemeinsam auf und schwörten seitdem einander nicht mehr zu behelligen. Eine Art brüchiger Frieden zwischen Theramore und war entstanden, eine Nähe, die von den restlichen Mitglieder der Allianz, nämlich allen auf dem östlichen Kontinent, nicht geteilt wurde. Jaina ersuchte dahingehend öfter die Mitglieder der Allianz zu beschwichtigen, die genau wie ihr Vater der Meinung wären, dass den Orcs nunmal nicht zu trauen sei und Krieg und Zerstörung Teil ihrer Kultur sei.  Schließlich hatte die orcische Horde in zwei Invasionen Jahre zuvor die Welt in Schutt und Asche gelegt und das Königreich Stormwind ausgelöscht und dies auch bei Lordaeron und dem Elfenreich versucht. Verständlich also, dass man Jainas Beschwichtigungen nicht glauben wollte, wenn sie sagte, dass sich die Orcs um 180° gewandelt hätten und von ihnen keine Gefahr mehr ausgehe. Der Horde solle man fortan vertrauen, so Jaina.

Diesen politischen Kurs der Toleranz gegenüber der orcischen Horde bezahlte sie jedoch mit dem Sturz von Thrall, dem orcischen Kriegshäuptling. Denn die sogenannte Neue Horde, welche sich von ihrer gewalttältigen Vergangenheit lösen wollte, bekam einen neuen Kriegshäuptling namens Garrosh Hellscream, der von dem Friedensprojekt seines Vorgängers überhaupt nicht begeistert war. Sofort setzte er alles daran die orcischen und hordlerischen Armeen in Bewegung zu setzen, um Theramore und die anderen Stützpunkte der Allianz in Kalimdor zu zerstören. Auf der anderen Seite von Azeroth waren die Untoten gerade dabei, im Namen der Horde ganze Städte zu versuchen und das Königreich Gilneas zu attackieren. Verwickelt in einen globalen Konflikt mit der Horde, wurde Jainas Theramore zum Truppenstützpunkt für die Allianz. Dennoch blieb Jaina eine Politikerin in der Allianz, die immer für mehr Kooperation auf internationaler Ebene und Nachsicht mit den «edlen Wilden» plädierte. Eine Naivität, die sie teuer zu stehen kommen sollte, als die Orcs eine Massenvernichtungswaffe(Manabombe) gegen Theramore einsetzten und die gesamte Stadt, inklusive aller Einwohner bis auf Jaina, in wenigen Sekunden töteten. Ein kleiner Völkermord, wenn man so will.

Als Jaina in der Asche ihrer Angehörigen und zerstörten Stadt stand, verstand sie endlich, dass der «böse Varian Wrynn», König der Menschen, mit seinen Ressentiments gegenüber den Orcs womöglich Recht gehabt hatte.

Seit der Zerstörung von Theramore geht es Jaina Proudmoore jedoch ziemlich prächtig und bis auf ergrauendes Haar von all dem seelischen Schmerz, befindet sie sich auf einem rechtschaffenden Kurs zur Vernichtung der Horde, die sie endlich als existenzielle Bedrohung für die freien Völker der Allianz erkannt hat. Ihr quasi Gutmenschentum hat sie vollends abgelegt und befindet sich auf dem Weg der Besserung: immer bereit Orcs und andere Wilde zu vernichten, wenn sich die Gelegenheit bietet. Es bewahrheitet sich, was ihr eigener Vater kurz vor dem Tod noch stoisch gerufen hat.

 

Kann euer Blut Völkermord sühnen Orc? Eure Horde hat beim Sturm über Stormwind und Lordaeron zahllose Unschuldige getötet. Glaubt ihr wirklich, dass ihr euch so leicht von eurer Schuld reinwaschen könnt? Nein! Ihr Orcs werdet euch niemals ändern! Und Ich, ich werde immer gegen euch kämpfen!

Daelin „Badass“ Proudmoore

 

Foto:@copyright Blizzard


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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