Zum Greifen nah? – 3D Sparte Revolutioniert den Kriegsschauplatz von Morgen!

 

Es heißt der Krieg sei der Vater aller Dinge. Die 3D-Druck Technologie scheint jedoch Heraklits sonst bestätigte These zu widerlegen, denn was mit kleinen nerdischen Werkstücken aus Kunststoff begann, wird schon bald Automobil- und Luftfahrtunternehmen und vor allem der Rüstungsindustrie völlig neue Möglichkeiten mit 3D-Druck bieten. Ihre Unschuld verlor das Druckverfahren endgültig mit Cody Wilsons 3D-Drucker Schusswaffe «Liberator». Unternehmen wie HRL Laboratories, General Electric und die ThyssenKrupp AG sind derzeit in diesem neuen Geschäftsfeld weltführend. So eröffnet ThyssenKrupp unter dem Dach der Tochter «Material Services» ein Technologie-Zentrum für das Design und die Fertigung von industriellen 3D-Druck-Komponenten mit Schwerpunkt auf «Metallanwendungen». Die Unternehmen versprechen sich davon viel. Schließlich ist der Markt riesig: Experten schätzen ihn auf rund 20 Milliarden Dollar im Jahr 2020. Die «Nanopartikel-Funktionstechnik» wird als Durchbruch bezeichnet und bringt bereits jetzt vorzeigbare Werkstücke aus Metall hervor, was nach weiterer Überlegung die Kriegsschauplätze der Zukunft zwangsläufig umkrempeln wird. Angefangen bei der technischen Ausrüstung der Truppen bis hin zu Ersatzteilen und schwerem Militärgerät, scheinbar aus einem Guss ohne Nieten und ohne eine einzige Schweißnaht! Leichtere Metalllegierungen mit ungeahnter Stabilität eröffnen völlig neue Einsatzmöglichkeiten.



Wäre es einer Brigade oder bereits einem motorisierten Bataillon möglich, nur seine Ersatzteile nach Bedarf anzufertigen (printing), könnte damit nicht nur die Wartezeit erheblich verkürzt werden, sondern auch die Logistik enorm entlastet werden, was Kräfte und Ressourcen schont. Man wäre zwar weiterhin auf Nachschub wie Munition, Proviant, Medikamente oder Werkstoffe angewiesen, doch statt Hunderte von Kilometern, die zwischen der Produktionsstätte und der Inst. liegen, wäre es dann nur noch ein Katzensprung. Im Besitz dieser vollausgereiften Technologie, wäre der taktische Vorteil gegenüber einem selbst zahlenmäßig überlegenden Gegner zu Boden nicht von der Hand zu weisen. Stellt sich mir ein angeschlagener Panzer vom Vortag am nächsten Tag wieder entgegen, wird dieser Umstand langfristig zu einem echten Problem. Eine einzelne «Endverbindergleiskette» aus dem 3D-Drucker wird allerdings kaum in absehbarer Zeit nach einer Stunde fertiggestellt werden können, um sie am Kettenfahrzeug zu montieren. Zur Zeit beläuft sich die Druckgeschwindigkeit moderner 3D-Metalldrucker auf 10 bis 30 Kubikzentimeter pro Stunde, was häufig im Focus der Kritiker dieser Technologie steht. Dagegen prognostizieren Forscher eine Verzehnfachung der Geschwindigkeit der 3D-Drucker in den kommenden zehn Jahren. Die Printer werden immer schneller und größer. Die additive Fertigung speziell von Metallen beginnt mit Legierungspulvern, die in dünnen Schichten aufgetragen und mit einem Laser oder einer anderen direkten Wärmequelle erhitzt werden, um die Schichten zu schmelzen und zu verfestigen. Hochfeste nicht schweißbare Legierungspulver werden mit speziell ausgewählten Nanopartikeln gemischt. Gerade hier dürfen Schutzmaßnahmen nicht vernachlässigt werden, da bei ungebundenen Nanopartikeln ein hohes Gesundheitsrisiko besteht.

Die Folgen für Mensch und Natur sind weder weitestgehend erforscht noch liegen irgendwelche Langzeitstudien vor. Man spricht lediglich von Feinstaubbelastungswerten, obwohl der menschliche Organismus offenbar Nanopartikel nicht vollständig abbauen kann, da sie sogar in Organen nachgewiesen wurden. Es ist daher beängstigend, wenn man bedenkt wie leichtfertig die Kosmetikindustrie Nanopartikel in ihren Produkten verwendet. «In der Regel ist jeder Fortschritt mit einem gewissen Rückschritt, jede Verbesserung mehr oder weniger mit einer Verschlechterung verbunden. Niemals wird z.B. eine große mechanische Neuerung zum Wohle der Gesellschaft eingeführt, ohne daß sie einzelne Individuen schwer schädigt.» ―John Tyndall

In diesem technischen Bereich sind meines Erachtens schwere Schäden sehr wohl vermeidbar. Auch in der zweiten Jahrhunderthälfte wird man auf herkömmliche Herstellungsverfahren nicht gänzlich verzichten können, weshalb die neuesten Pläne der ThyssenKrupp AG sich aus der Stahlbranche zurückziehen zu wollen,  mit Vorsicht zu genießen sind. Zumal dies langfristig unsere Wehrfähigkeit gefährden würde.

Deutschland ohne Stahl wäre wie Achilles ohne sein Schwert und dies kann nicht im Interesse des Nato-Bündnisses sein. Umso bedeutender sind neue leistungsfähige Legierungen, die im Ernstfall unweit der Front produziert werden könnten. Man stelle sich folgendes Szenario vor: In einer digitalisierten und vernetzten Streitmacht. Ein Sanitätsunteroffizier im Feldlazarett entnimmt anhand der Daten, dass bis auf eine Tachykardie während eines Treffers, sich die Werte des Kommandanten und seines Fahrers stabilisiert haben. Teile des Rauchabsaugers und der Kanone eines Leopard 2 nehmen durch den Treffer Schaden. Im selben Moment signalisieren Sensoren den Schaden an die hintere Zentrale der Inst. im Feldlager bzw. am Sammelpunkt. Unverzüglich werden die entsprechenden Ersatzteile bereitgestellt. Ist eins nicht vorhanden, kommt der 3D-Drucker zum Einsatz, während der Panzer mit leichten Schaden Kurs auf die Inst. nimmt. Vorsorglich wird die Panzerbesatzung nach ihrer Ankunft medizinisch gecheckt. Es waren die Schöpfer der Echtzeitstrategie-Games wie «Command & Conquer» oder «Warcraft», wo weitgehend autonome operative Einheiten im Feindesland Basen errichten und sich dort vervielfältigen. Mit der 3D-Druck Technologie ist diese äußerst progressive Kriegsführung zwar noch längst nicht realisierbar, jedoch durchaus denkbar. Die größte Schwierigkeit dabei stellt nach wie vor das gute alte Energieproblem dar. Mit Dieselgeneratoren kann man den neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht werden. Meine Hoffnung beruht zum einen auf leistungsstärkeren und effizienteren Akkus, denn das Problem z.B. an Sonnenkollektoren im Kriegseinsatz ist der Umstand, dass sie von feindlichen Piloten oder Aufklärern noch Kilometerweit entdeckt werden können.

Zum anderen beruht meine Hoffnung auf der Jugend, die das Unmögliche versuchen will. Ganz gleich, ob Fahr- und Flugzeuge bemannt oder unbemannt zum Einsatz kommen werden, das Feldlager von morgen muss weitestgehend autonom seine Kampffähigkeit sicherstellen können. Die Bundeswehr ist im Gegensatz zum Pentagon für solche Zukunftsmusik nicht besonders empfänglich und aufgrund ihres überschaubaren Wehretats zu derartigen Kraftanstrengungen nicht im Stande. So ist ihr innovativstes Steckenpferd zurzeit die Werbung zum Nachwuchsgewinn. Fiktion und Wirklichkeit liegen auch dort dicht beieinander und so wäre allen Kameradinnen und Kameraden bereits damit ein großer Gefallen getan, wenn dieses trostlose EPa des Kalten Krieges endlich durch etwas zeitgemäßem und qualitativ hochwertigem ersetzt wird. Neben dem US-Soldaten erkennt man die eigene Zweitklassigkeit was die Ausrüstung anbelangt, obwohl die Heimat doch als so fortschrittlich und wohlhabenden gilt. Wahrscheinlich werden die Streitkräfte anderer Nationen vorlegen und wir werden irgendwann nachziehen. Dafür gibt es einen kleinen Lichtblick. So wurden bisher einige wegweisende Projekte in Deutschland realisiert, wie die U-Boote der Klasse 212 mit Brennstoffzellen oder der bis zu 10kW ausgelegte Laser «Hel» von Rheinmetall. Und so verfolgen besonders die vier Siegermächte deutsche Ingenieurskunst damals wie heute mit großem Interesse. Staaten wie die Volksrepublik China, Indien und der Iran sind nachgerückt, denn die Industriespionage blüht, heute mehr denn je!


 

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Um die 30, preußisch protestantisch, geboren in Berlin als Sohn einer Köchin und eines Berufsmusikers. Diente nach dem Abitur freiwillig bei den Panzeraufklärern.

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