Babylon Paris – ein Erlebnisbericht aus dem Herzen Westeuropas

von Ignatius

Im Sommer 2016 war ich in Paris unterwegs, um mich mit Bekannten einer katholischen Verbindung zu treffen. Wir besuchten die üblichen Sehenswürdigkeiten und ich hatte zwei Tage und zwei Nächte eingeplant, um die «Stadt der Liebe» so richtig zu genießen.  Highlight war für mich der Besuch der Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmarte, die gut vom Stadtzentrum aus sehen kann, wenn man etwas erhöht steht. Frankreich liegt ja quasi nur auf der anderen Seite des Rheins, sodass ich schon öfter in Frankreichs unterwegs war, aber niemals Paris selbst besuchen konnte. Mein erstes Mal also.



Ehrlicherweise muss ich sagen, dass diese Stadt genauso gut in Kamerun oder Kongo liegen könnte. Wer Nachmittags im Sommer abseits der Touristenattraktionen und Regierungsstraßen unterwegs ist, kann zu keinem anderen Schluss kommen. Es könnte sich auch um eine Metropole in Nordafrika handeln. Die absurd kitschigen Postkarten, die an den Zeitungsläden und Souvenier-Shops angeboten werden, preisen häufig ein Paris der 50er und 60er Jahre an. Vintage! Hübsche französische Damen mit Hut und Sommerkleid, die durch die prachtvollen Alleen spazieren gehen und in Cafés arabischen Mokka schlürfen, dabei Zigaretten konsumieren und in der Nacht erotischen Exzessen fröhnen. Dieses Paris, wo Pärchen ihren romantischen Urlaub verbringen und unter dem Eifelturm Zärtlichkeiten austauschen!

Dieses Paris existiert nicht mehr. Als wir unterhalb des Eifelturms standen, gingen dort gerade Spürhunde der Polizei hinauf und links wie rechts wachten Soldaten der Militärpolizei. Die Masse der Touristen stammte aus Asien, schoss schnell Fotos und verkrümelte sich dann wieder. Es war zwar durchaus noch normales touristisches Treiben zu beobachten, jedoch kaum in der Ausgelassenheit, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat. Die Anschläge der Islamisten haben die Ruhe aus den Menschen genommen. Mein gebrochenes Französisch brachte mich einigen Passanten näher, die mir erzählten, dass sie je nachdem wo sie wohnen, kaum schlafen können. Ständig Polizeisirenen und sogar Schüsse, so ein älterer Verkäufer, den ich in Saint-Denis traf.

Ich bin ein recht großer und sportlicher Mann, fühlte mich aber dennoch von den am Straßenrand herumlungernden Gruppen von afrikanischen Jugendlichen eingeschüchtert. Bis zu zehn Mann standen dort im Kreis, rauchend, trinkend und manchmal den Frauen hinterher starrend, die wirklich ohne den Kopf zu heben so schnell wie möglich vorbeigerannt sind. Unser Hotel war nicht weit vom Triumphbogen entfernt, sodass ich eigentlich nichts von diesen Ecken in Paris mitbekommen müsste. Aber es reicht schon, wenn man das unmittelbare Stadtzentrum verlässt. Man muss nicht nach Saint-Denis gehen, um sich wie in Nordafrika zu fühlen. Allein auf dem Weg zur Basilika wollten mir ein halbes Dutzend Straßenhändler Uhren, Schmuck oder Spielzeug andrehen. Viele schüttelten mir sogar die Hand und kamen mir sehr nahe, sodass ich instinktiv auf Abstand ging und mir der Verdacht durch den Kopf ging, dass die Hände, die an meiner Jacke langegangen sind, wohl nach der Geldbörse gesucht haben. «Hello, speak english?» war der Beginn von Ärger, als meine französischen Begleiter und ich uns kurz vor der Basilika von rumänischen oder albanischen Roma umringt sahen, die nicht von uns ablassen wollten. Auf dem Vorplatz wimmelte es nur so von Bettlern und Straßenverkäufern,  deren Herkunft alles, außer europäisch war.  Es brauchte die schroffe Art meiner einheimischen Begleiter, die mit Flüchen und Beleidigungen die Bettler verjagten, ehe sie in Frieden in der Basilika einkehren konnten.  Auf meine Nachfrage hin, seit wann es denn so «schlimm» hier sei, antworteten sie mir mit Schulterzucken und sagten im Grunde, dass man sich schon daran gewöhnt hatte.

Die zweite Nacht in Paris, die wir in einer Bar verbrachten, endete mit einer Razzia im Restaurant gegenüber. Die Einwohnermeldebehörde (bzw. deren französisches Equivalent) besuchte kurz nach 22 Uhr die Bar und nahm die halbe Belegschaft zur Aufnahme der Personalien fest. Bis in die frühen Morgenstunden dröhnten in Popincourt die Polizeisirenen, in dessen Bereich sich auch der Club Bataclan befindet. Sogar bis in die Metro wurde man von mit FAMAS bewaffneten Soldaten der französischen Armee begleitet, die nuschelnd über Funk kommunizierten und, wie ich mitbekam, nach Verdächtigen Personen Ausschau hielten, die sich wohl gerade ebenfalls mit uns im Zug befanden. Wir stiegen aus, bevor ich erleben konnte, wie die ganze Geschichte ausging. Mein Begleiter Clement zeigte mir dann auf dem Weg zum Hotel seinen Teleskopschlagstock und lächelte, ehe er mir sagte, dass ich mich schon daran gewöhnen würde, wenn ich hier länger bleibe.

Aber vielleicht will ich micht gar nicht an solche Zustände gewöhnen!

Je nachdem welches Viertel wir durchliefen, bot sich mir ein anderes Bild von Menschen und Kulturen. Asiatische Viertel mit Chinesen und Vietnamesen, die ganze Straßenzüge beherrschten. Daneben Halal-Fleischereien, Moscheen und pakistanische Lebensmittelgeschäfte, eingeklemmt zwischen schwarzafrikanischen Textilwäschereien. Es stehen Plastikstühle auf dem Bordstein und das Leben der zumeist dunkelhäutigen Einwohner passiert direkt auf der Straße, inklusive Stricken, Wäschewaschen und Kaffeetrinken. Einen Straßenzug weiter leben plötzlich nur weiße Europäer, Franzosen, Briten und Spanier, die in Barock-Siedlungen wie die Elben in ihren magischen Wäldern hausen. Kleine rechteckige Kameras machen deutlich, dass diese Hauseingänge nicht unbewacht sind. Quasi ein Ghetto mitten im Ghetto. Soldaten und Polizei sind überall – durch und durch die Citoyen aller Couleur und Religionen. Hier im Land undenkbar, wie hochgradig militarisiert und multikulturalisiert das Nachbarland ist.

Am letzten Abend sage ich Clement, dass ich nicht glauben kann, was mit Paris geschehen ist. Für mich ein absoluter Kulturschock! Mehr Babylon als Paris – und wir wissen, was mit dem Turm zu Babel geschehen ist. Clement schüttelt den Kopf und antwortet mit  Jakobus 1:6. Ich solle bitte Vertrauen in den Herren haben und beten, dass die Dinge sich bessern werden.  Aber mir kam beim Anblick der Stadt nur eines in den Sinn. Im Buch Moses wird beschrieben, wie der Herr die Sprachen der Bewohner von Babel verwirrte, sie zerstreute und sie vom Turmbau ablassen mussten.

https://commons.wikimedia.org/wiki/User:RamaFoto:


 

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4 thoughts on “Babylon Paris – ein Erlebnisbericht aus dem Herzen Westeuropas

  1. Widerlich, diese Zustände! Und noch widerlicher, die offensichtliche Gleichgültigkeit und Opfermentalität der beschriebenen Franzosen. Dabei hatten sie die Chance alles mit einem kleinen Kreuz bei LePen zu ändern. Und wählt mehr Massenimmigration, mehr Islam.
    Hier hilft nur noch der richtig große Knall, der auch den letzten Verzagten zur Waffe greifen lässt. Demokratisch ist das Blatt nicht mehr zu wenden.

      1. Die Alternative sehe ich leider im schweigend geduldeten (Zitat: „Auf meine Nachfrage hin, seit wann es denn so «schlimm» hier sei, antworteten sie mir mit Schulterzucken und sagten im Grunde, dass man sich schon daran gewöhnt hatte.“) Übergang in eine islamische, von Klanstrukturen und früher oder später auch von Warlords dominierte Hölle.
        Dann doch lieber der schnelle Knall, solange wir autochthonen Europäer noch in der Mehrheit sind. Das Problem ist schlicht, dass der heutige Westeuropäer eher bereit ist, seine Kinder auf dem Altar des Schludkults (in der BRD die „Erbschuld“ des Holocaust, in Frankreich und GB die „Erbschuld“ der Kolonialherrschaft, in Schweden hingegen schlichtweg Massenpsychose) zu opfern, als „unpopuläre“ Maßnahmen, wie das diabolisch anmutende Kreuzchen bei „Rechtspopulisten“. Erst die Not, die blanke Todespanik kann ihn aus der Reserve locken. Mag sein, dass ich das zu negativ sehe, aber die Zeit spielt gegen uns und die von Dir beschriebenen Zustände bestätigen leider meinen Pessimismus. Wenn es nach mir ginge, würde ich die deutsche Hymne, das auf die dritte Strophe verstümmelte Gedicht „Das Lied der Deutschen“, durch das wieder aktuelle Gedicht „Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker“ von Hoffmann von Fallersleben ersetzen:

        „Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker
        Und Standrecht obendrein –
        Es muß noch kommen stärker,
        Wenn’s soll von Wirkung sein.

        Ihr müßt zu Bettlern werden,
        Müßt hungern allesamt,
        Zu Mühen und Beschwerden
        Verflucht sein und verdammt!

        Euch muß das bißchen Leben
        So gründlich sein verhaßt,
        Daß ihr es weg wollt geben
        Wie eine Qual und Last!

        Dann, dann vielleicht erwacht noch
        In euch ein beßrer Geist,
        Der Geist, der über Nacht noch
        Euch hin zur Freiheit reißt.

        Heinrich Hoffmann von Fallersleben
        am 11.03.1850

  2. Nun ja, ich war 1991 in Paris, von Berufs wegen.
    Die Firma die ich dort besuchte lag in Sichtweite de Eifelturms.
    Damals schon überall herumlungernde Schwarze.
    Wir also zu dritt mit Mercedes-Combi. Den parkiert alles rausgenommen und in die 200 Jahre alte Firma.
    Den ganzen Morgen Fotografiert und zurück zum Auto. Alles eingeladen und sauber zugedeckt.
    Dann 20 Meter über die Strasse zum Imbisstand.
    „Rums“
    Wir sehen uns um und kriegen grad noch mit wie sich da 2 Schwarze hinter unsrem Auto davonmachen.
    Wir haben noch immer nicht ganz begriffen was passiert ist, wir Schweizer Naivlinge in Paris……..
    Gehen also zum Auto und sehen einen Hammer hinter der zertrümmerten Fensterscheibe.
    Tja, was soll ich sagen, dass waren absolute Profis. Die haben alles was kein Markenartikel war, liegen gelassen, und das innert vielleicht 15 Sekunden.
    Ich hatte einen Schaden von 5000 Franken und ganz besonders schmerzhaft, meine Fotos waren weg. Denn in der Firma wurden schon Ausrüstungsteile für die Armee Napolens gefertigt und hingen seit weit über 100 Jahren Jahren als Muster an der Decke des ebenso alten alten Büros.
    Und es brauchte viel diplomatisches Geschick das überhaupt einmal ablichten zu dürfen, denn theoretisch waren die Muster immer noch das Kapital der Firma….. auch wenn sie 200 Jahre alt waren.

    Nun ja, kaum hatten wir begriffen was los war, heulte so ein Citroen Kastenwagen aus Wellblech heran, so einen wie man sie in alten Franzosenfilmen mit Louis de Funes immer sah.
    Heraus kamen 15 Polizisten im blauen Overall die alle Schwarzen einsammelten.
    Unbesehen davon was sie taten und wie sie aussahen, alle wurden zu einer Gruppe zusammengefasst und peinlichst Kontrolliert. Die waren dabei aber gar nicht zimperlich, also sowas sehen wir hier nie.
    Ich hatte schon Hoffnung das meine Sachen …….. natürlich vergebens.
    Als wir die Polizisten ansprachen lachten die uns aus. Wie kann man als Schweizer mit Mercedes in Paris nur so Naiv sein, …..so ein Auto müsse in eine bewachte Tiefgarage nicht an den Strassenrand.
    Die würden ja nur darauf warten und den ganzen Tag Ausschau halten.

    Nun ja wir gingen zum Polizeiposten um einen Rapport ausfüllen zu lassen, von wegen Versicherung und so.
    Die zahlte mir dann später immerhin 2000 .-
    Also, der Polizist kannte sich mit Fotoausrüstung perfekt aus, dass war wohl sein täglich Brot.
    Der machte mir einen Rapport mit allem Drum und Dran …..was man so bei einer Cannon 620 alles haben konnte.
    Ich wollte ihm erklären was ich wirklich hatte, egal er führte eine ganze Liste auf, hatte alle Nummern im Kopf und wollte uns unbedingt einen Gefallen tun …….also verfasste der einen langen Rapport mit Ausrüstung die ich gar nicht ersetzt haben wollte.
    Und er erzählte uns nebenher wie das in Paris so ist.
    Die Nordafrikaner und was da aus den ehemaligen Kolonien einwandere………. Au weia….. viel zu viele und Arbeiten würden die nie was, dafür sonst alles anstellen was man sich nur ausdenken könne.
    Also in der Polizei gabs da einen riesen Frust ….und gegenüber uns Schweizern konnte man den abladen. Und da kamen dann Sachen zum Vorschein…….. uiiiii.
    Ginge es nach den Flic, es gäbe keine Ausländer mehr in Paris, ausser eben uns Touristen.

    Das war 1991…….

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