Deutschland, du verrücktes und geliebtes Ding du!

 

Gastautor: Ignatius

Wenn ich durch meine Stadt gehe, im Westen Deutschlands, fühle ich mich immer ins Mittelalter zurückversetzt und erkenne genau, wie die Epochen deutscher und europäischer Geschichte hier ihren Abdruck hinterlassen haben. Unsere Familie lebt seit sechs oder mehr Generationen in dieser Stadt und ist so tief verwurzelt hier, sodass man uns ganz selbstverständlich als Ausstattung des Viertels betrachtet. Während meines Dienstes als Zeitsoldat habe ich sehr viel Gelegenheit gehabt, mich mit den amerikanischen und britischen Kameraden zu unterhalten und mit ihnen gute Freundschaften zu pflegen. Fast jeder von diesen hier länger stationierten Soldaten ist sehr angetan von Deutschland, seiner Natur, der Bierkultur und natürlich auch von den wunderbaren Städten, vor allem hier am Rhein, wo die Siegfriedsage einst noch lebendiger Mythos war.  In unserer Region gibt es alles, von Punk-Rockkonzerten, bishin zu Mittelalterspielen und Veranstaltungen der katholischen Kirche. Man fährt viel mit dem Auto, wenn man nicht zu Fuß durch den Altstadtkern unterwegs ist. Ich kann nicht von mir sagen, dass ich viel auf das Gerede unserer amerikanischen Kameraden gegeben habe, denen nicht entgangen war, ja entgehen konnte, dass die Deutschen ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu sich selbst haben. Die vielen Briten, die sich hier gerne in den Kneipen aufhalten, haben das ebenfalls bemerkt, ignorieren es jedoch aus Höflichkeit meistens und sprechen lieber über Fußball mit uns.  Als ich einmal mit ein paar Luftwaffensoldaten der US-Air Force Pool spielen war, kamen wir auf das lästige Thema Deutschland  zu sprechen. Nach Meinung aller anwesenden US-Amerikaner sind die Bürger unserer Bundesrepublik ein sehr feines und hart arbeitendes Völkchen, welches man sehr achtet. Deutschland überhaupt, mit seiner reichen und alten Geschichte und Kultur, sei ein Juwel Europas, auf dass die Deutschen sehr stolz sein können. Die Frage, die man sich am Pooltisch jedoch stellte, war die: «Warum tut ihr es nicht?»



Präziser: «Why do you hate yourself so much? I don’t get it.»

Rückblickend kann ich von mir selber sagen, dass ich in meinen frühen Jugendjahren, vor dem Wehrdienst und dem SAZ, das Bild eines archetypischen linken Abiturienten abgab. Lockige braune Haare, unerträgliche Attitüde und neben Kirchgang und Schule fand ich noch die Zeit, in meiner Gegend Parolen gegen Nazis an Häuserwände zu sprühen und Sticker in der Altstadt an jede Fassade zu kleben. Echte Nazis gibt es in unserer Gegend übrigens kaum. Aber in der Rückschau empfindet man doch eine unheimliche Befriedung nachdem Geschichtsunterricht gegen «Nazis» zu sprayen, weil das den Holocaust und die Ermordung von so vielen Unschuldigen irgendwie sühnt. Anders kann ich mir nicht erklären, wie ich spätpubertierend meinen eigenen Vater angegangen bin, weil dieser ein langjähriges Mitglied der CDU war und immer noch ist. Mir erschien die Deutschlandflagge über seinem Arbeitstisch wie das Hakenkreuz über Dachau. Die Absurdität dieser Fantasie ist mir heute ziemlich peinlich. Aber in den frühen 2000ern kam ich mir ziemlich rebellisch vor, wenn ich am Sonntag nicht mit der Familie in die Kirche ging und fetzigen Punk hörte. Rückblickend ist es wohl eher so, dass meine Teeniezeit sehr durchschnittlich verlaufen ist. Jedenfalls wusste ich keine rechte Antwort auf die Irritation der amerikanischen Soldaten, die den deutschen Nationalmasochismus mit Belustigung und Mitleid betrachten. Da ich jetzt auch studiere und weiß, wie durchtränkt die Universitäten heute mit neu-linken Schreihälsen sind, lasse ich nicht unerwähnt, dass kein einziger der amerikanischen Soldaten ein «echter Weißer» war. Es handelte sich in der Runde durch die Bank weg um die Produkte einer Einwanderernation. Einige von ihnen stammen aus Florida und Arizona, wo ein starker lateinamerikanischer und afrikanischer Einschlag sichtbar war.  Trotzdem argumentierten sie alle sehr selbstverständlich für den Gedanken von Nation und Zusammengehörigkeit.  Man sei eine «Big Family» und stolz auf alles, was man zusammen durchlebt und erlebt.

Ich lächelte verlegen. Warum sich die Deutschen so hassen? Tun sie das wirklich? Ich war damals nicht überzeugt und antwortete, dass die Deutschen einfach den übertriebenen Patriotismus als Hauptproblem des letzten großen Krieges erkannt, und deshalb von ihm abgeschworen hatten. Ein wenig arrogant fügte ich noch hinzu, dass die Deutschen die «richtigen» Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen hätten und implizierte damit wohl indirekt, dass die anderen Kriegsteilnehmer dumm geblieben sind.

Heute erkenne ich das als einen Anfall von Hybris und noch dazu unberechtiger Hybris. Die Deutschen haben sicherlich viel aus dem Weltkrieg gelernt und verstanden, dass Kooperation und Völkerfreundschaft der Weg der Zukunft ist. Genauso hoffe ich und weiß ich auch, dass echter und ausufernder Rassismus, wie er zur Zeit des Nationalsozialismus entstanden war, niemals wieder in der deutschen Gesellschaft Fuß fassen kann. Allein in meiner Stadt scheint jeder zweite Bürger mit einem nicht-deutschen Partner, oft auch außereuropäischen Partner zusammen zu sein. Kinder in den Kitas hier sind mehrheitlich weiß, aber alle deutsch oder europäisch im Sinne der Erziehung und des Aufwachsens.  Die meisten meiner alten Jugendfreunde sind heute immer noch sehr links, haben sich teilweise sogar radikalisiert und reden linksextrem, obwohl sie das Leben spießbürgerlicher Wessis führen und mit dem Cabrio bei Koblenz parkend, eine Rheinwanderung unternehmen und zur Navigation ihr Apple-Iphone nutzen. Elektronischer Schrittzähler und atmungsaktive Sportwäsche gehören selbstverständlich genauso dazu, wie die Bio-Mate für 2,99 pro 0,3 Liter. Es gibt keine kapitalistischeren und materialistischen Menschen, als die Neu-Linken in den alten Bundesländern, die zwischen dem regelmäßigen Besuch in der Kölner Philharmonie und dem Einkaufen im Öko-Markt auch noch Zeit finden, ihren Lebensstil auf Instagram als rebellisch zu präsentieren. Es sind die gleichen Typen von Menschen, die Grün oder Links wählen und wohl mit dem im Osten der Republik populär gewordenen Begriff «Bahnhofsklatscher» beschrieben werden können. Darunter finden sich ganz verschiedene Menschen: vom Caritas-Helfer, bishin zur Musiklehrerin an einer Grundschule, die glücklich verheiratet ist und die Zimmer ihrer ausgezogenen Kinder als Flüchtlinge vergibt (damit aber eher gemischte Erfahrungen gesammelt hat.) Alle als «verblödete Gutmenschen» zu bezeichnen, weise ich von mir und kann diesem Vorwurf auch nicht vollständig zustimmen. Viele von denen, die 2015 und auch heute noch oft eine positive Einstellung zur Masseneinwanderung nach Deutschland haben, sind Teile des deutschen Bildungsbürgertums, oft sogar der finanziellen oberen 15% dieser Gesellschaft. Sie sind die Gewinner der Bundesrepublik Deutschland und die Profiteure der Globalisierung!

Darunter finden wir Markus*, 45 Jahre alt und verheiratet mit einem Kind, dessen kleine Firma technische Einzelteile in die ganze Welt verkaufen kann, weil «Made in Germany» dort noch einen Wert hat. Er macht sein Kreuz seit Jahren bei FDP und CDU, seine Frau bei den Grünen und der FDP.  Am Stadtrand, in einem Viertel, wo alle Markusse unserer Stadt zusammen wohnen, scheint  irgendwie immer die Sonne. Ich bin durch meine Familie sehr gut informiert und stecke sogar noch durch alte Freundschaften tief in den Lebenswelten dieser Befürworter des derzeitigen politischen Stillstands drin. Markus* steht um 6 Uhr in der Früh auf, weil er eben ein produktiver German ist! Er hat gerade noch so Zeit, um auf seinem Handy die Kurznachrichten von FAZ und Handelsblatt zu lesen, ehe er mit dem Auto zur Firma fährt. Dort angekommen wird bis 17 Uhr gearbeitet und in der Woche auch mal Brüssel, London oder Helsinki besucht. Manchmal auch Kairo oder Dehli. Er fährt einen Lamborghini Gallardo, wenn er seine Frau in Düsseldorf zum Essen ausführt. Das Haus ist mit Alarmanlagen und Kameras gesichert, weil er sich vor rumänischen Banden und den sich häufenden Einbrüchen hier in der Gegend fürchtet. Dennoch sind für ihn das größte Problem, das «Ossipack» hinter der Elbe. Die Tochter wurde kürzlich eingeschult und wird im Shuttlebus zur Schule gefahren und auch von dort wieder abgeholt, weil die Straßen ja «nicht mehr sicher seien». Bei Nachfrage, warum er denn der Meinung ist, dass die Straßen unsicher seien, kommt jedoch nicht die Antwort: «Na wegen den zwölftausend Neonazis, die hier im Fackelmarsch durch die Stadt laufen!» – es kommt vielmehr ein verlegener Blick und ein Herumeiern. Und dieser Mann hat eine hohe Bildung.

Genau wie eine ehemalige Schulfreundin von mir, die nach dem Abitur die meiste Zeit in Afrika und USA verbracht hat, dann einen Amerikaner geheiratet hat und mit ihm hierher zurückgekehrt ist. Von ihrem amerikanischen Hengst stammt allerdings die Idee, dass sie bitte mit einem Pfefferspray bewaffnet das Haus verlassen sollte. 2015 gehörte sie zu den ersten, die hier bei der freiwilligen Flüchtlingshilfe mitgewirkt hatte. Mittlerweile hat sie damit aufgehört. Auf Nachfrage warum, antwortet sie, dass sie derzeit einfach zu viel Stress hat und sich nicht mehr darum kümmern kann. Nach nur zwei Wochen war die Flüchtlingsverrücktheit verflogen, an der ich übrigens auch mitgewirkt habe. Seit 2013 ging ich wieder regelmäßig in die Kirche hier und habe den Glauben wieder für mich entdeckt, dem ich als Jugendlicher entsagt hatte. Und die katholische Kirche in unserer Gemeinde tut ihre Pflicht für die Gemeinde, wozu auch die Beteiligung an der Flüchtlingshilfe gehört. 2015 gehörte ich nicht zu den Bahnhofsklatschern und war doch eher nicht der, welcher Pegida und die AfD in einem sonderlich positivem Licht gesehen hat. 2015, als Angela Merkel scheinbar in einer Laune die totale Öffnung Deutschlands für Migration aus Afrika und Asien verordnete, habe ich mein Kreuz noch brav bei der SPD gemacht, Merkel aber mit wohlwollendem Desinteresse wahrgenommen. Süddeutsche und lokale Presse sind die einzigen Zeitungen, die ich gelesen habe. Kurz nach Dienstende kam dann also die Gelegenheit, noch vor der Kölner Silvesternacht, als ich mich an der Kältehilfe für Flüchtlinge und Obdachlose beteiligte. Ich hatte mich zuvor erfolgreich für eine Stelle in einer Werbeagentur beworben und hatte nun ein paar Wochen frei, um mich nur darum zu kümmern.



Das machte eine Weile Spaß und ich fühlte mich in dem Urteil bestätigt, welches ich vorschnell über die AfD und andere vermeintliche Scharfmacher von rechts der Mitte gefällt hatte: «Alles blablub. Wir schaffen das!» Aus der ganzen Stadt kamen Menschen, die helfen wollten und ich kann ehrlich sagen, dass bei den einigen von ihnen eine ehrliche Absicht dahintersteckte. Aber auch solche, die dann auf Englisch zu den Flüchtlingen gingen und locker erklärten: «Beware, be careful! Many Nazis here in Germany. Racists! But WE are not like them, we will help you!»

Nicht der einzige Fall, wo mir solche Typen aufgefallen sind, Frauen und Männer. Man führte Gespräche mit den Neuankömmlingen und gleich verfielen so einige Personen in ein apologetisches Verhalten, erzählten von den «bad peoples» im Osten des Landes und von der schrecklichen deutschen Geschichte (Judenverfolgung), während sich die Flüchtlinge die Erzählstunde geduldig anhörten, manchmal etwas leidvoll, als wollten sie nur schnell weg. Mir schien so, als ginge es nicht wenigen bei hinter der Theke bei der Essensausgabe, die auch das Shirt der Kältehilfe trugen, nicht so sehr um die Geflüchteten vor ihnen. Wichtiger war, dass man klar machen konnte, egal gegenüber wem, dass man «KEIN NAZI» sei und nichts mit «diesen Deutschen» von vor 70 Jahren zu tun hat.

Nachdem dann eine Helferin bei der Essenausgabe bespuckt wurde und mir klar wurde, dass locker 80% der Flüchtlinge ausnahmslos junge Männer im Alter von 18-35 waren, wurde mir etwas mulmig im Bauch. Es gab in den nächsten Tagen immer wieder positive Erlebnisse, wenn wir uns einige Einzelschicksale von Flüchtlingen anhörten, die uns bewegten und auch ein ehrliches Danke für unsere Hilfe bekamen.  Aber ehrlicherweise ernüchterte mich die Erfahrung schon sehr. Aggressives und aufmüpfiges Verhalten war bei diesen jungen Männern an der Tagesordnung und es war hilfreich, dass ich durch die Bundeswehr den raueren Umgangston gelernt hatte. Dieser erwies sich als nützlich, wenn die meisten Helfer von Caritas und Co. mit ihrer sehr, sehr, sehr freundlichen Art an ihre Grenzen stießen. Diese jungen Männer aus Syrien, Afghanistan und Somalia achteten nur Autorität und meistens auch nur männliche Autorität. Wenn Frauen ihnen nichts gaben, sondern verlangten, beispielsweise, dass sich die Herren bitte ordentlich anstellen sollten, wurde die Stimmung sofort schlecht. Dazu kam, dass die Dankbarkeit sich ziemlich schnell erledigt hatte, sobald wir nichts mehr zu geben hatten. Keine Decken mehr, kein Essen nach 21 Uhr? Sofort lautstarker Protest und sogar kleine Randale. Ohrfeigen wurden auch verteilt und die Polizei durfte anrücken. Beim Anblick der Beamten konnte man sehen, dass die Herrschaften sich wohl nur mit Pocket-Coffee und Red-Bull noch auf den Beinen hielten. Die lokale Presse bei uns berichtet intensiv über Vergewaltigungen und Überfälle durch die neuen Migranten/Flüchtlinge. Die Polizei, das weiß jeder, brauch sich keine Sorgen machen, dass man ihre Stellen kürzt. Mit der derzeitigen Regierung und Lage ist es wohl eher so, dass ihre Jobs krisensicher sind.

Ich hörte auf mich selbst anzulügen und warf das Handtuch, wie einige das schon vorher auch getan hatten. Der eine oder andere Flüchtling, das sah man dann in den Augen, war wirklich dankbar und hatte viel Schlimmes durchgestanden. Aber einer hoher Prozentsatz, ich will mich nicht festlegen wie viele, fällt in die Kategorie der Menschen, die sich beim Pudding zwei Mal anstellen und sich notfalls einen falschen Bart aufkleben, um auch noch einen dritten Pudding zu bekommen. Mittlerweile ist diese Sturm und Drang Phase von 2015 wieder vorbei und nach Silvester war dann auch klar, dass die Flüchtlingshilfe in die staatlichen und semi-staatlichen Hände fallen würde. Allzu viele Freiwillige gibt es, abgesehen von der Linksjugend und ein paar alten Emanzen, nicht mehr. Man lässt die Sache einfach ruhen und tut so, als würden die mehreren Tausend halbstarken Jungs und kampferfahrenen syrischen Männer nicht existieren. Weiterhin wird auf Facebook von den selben Menschen gegen rechts, AfD und alles geschossen, was sich nicht bei drei zum uneingeschränkten Unterstützer von Multikulti erklärt hat.  Eine echte Lösung, wie «wir das schaffen» sollen, wird aber nicht geliefert. Klar ist dann nur, dass es nichts sein kann, was rechts von der CDU kommt. Auch wenn es die Worte der CDU selbst sind, die nochmal aufgewärmt wurden und dem Wähler als brandneue Ideen verkauft werden.

Unsere Stadt hat eine Bevölkerung mit Migrationshintergrund von weit über 30%, abzüglich des Anteils an ausländischen Gästen durch die Nähe zu wichtigen Einrichtungen der NATO in der Region. Und trotzdem gibt es hier kaum ein Gefühl von Entfremdung für mich, noch gibt es No-Go-Areas und nur sehr wenige kriminelle Ecken. Auch die wenigen Muslime, die meisten von ihnen Türken, sind hier gut integriert oder zumindest unauffällig. Gerade von ihnen kommt viel Kopfschütteln über den Zustand der Bundesrepublik und den Wahn der Deutschen. Ihnen ist das, sofern nicht irgendwie islamistisch geprägt, unverständlich, was Deutschland mit sich hier machen lässt. Flüchtlingen in Not zu helfen? Immer, jederzeit und auch, wenn es schneit und wir wenig haben. Aber als mich die Nachricht erreichte, dass Angela Merkel auch dem Familiennachzug grünes Licht erteilte, was ja immerhin nochmals 1-3 Millionen Menschen in wenigen Jahren sein werden, habe ich meinen persönlichen Schlussstrich gezogen.

Wofür haben wir denn in den letzten zehn Jahren eigentlich Talkshows, Podiumsdiskussionen und Parlamentsdebatten geführt? « Neukölln ist überall», «Deutschland im Blaulicht» und die Warnungen von Rainer Wendt, dass die Situation derzeit hochexplosiv sei? Es ist scheinbar so, dass man wider besseren Wissens, also mit voller Absicht, Deutschlands Vorankommen bei der Integration und Assimilation bereits hier lebender Muslime, durch den Zuzug von weiteren 4 Millionen Muslimen seit 2015 beginnend und bis einschließlich 2020 (halte ich für realistisch) völlig torpedieren möchte. Mit der derzeitigen Politik machen wir Deutschland nicht zu einem Einwanderungsland, sondern zu einem Auswanderungsland, wenn uns die sozialen, politischen und kulturellen Schwierigkeiten, die sich beim Zuzug solcher Völkermassen ergeben werden, so richtig um die Ohren fliegen.

Nur ein Leser des Feuilleton kann nicht gemerkt haben, wie schlecht es um das multikulturelle Zusammenleben in Frankreich, unserem Nachbarland mit ca. 8-10% Muslimen, bestellt ist.  Der Glaube, der Germane könne es besser machen, was der Gallier vergeigt hat, erscheint mir herrlich arrogant. Aber vielleicht geht es überhaupt nicht darum, dass wir ein friedliches Zusammenleben in einer weitesgehend unrassistischen Gesellschaft garantieren? Denn mir scheint, dass Deutschland Anfang 2000 auf dem besten Weg dorthin war, eine normale und gute Einwanderungsgesellschaft zu werden, die mit gesunder Migrationspolitik und einem ehrlichen Ansatz bei der Auswahl der Einwanderer (nach Leistungsprinzip), Erfolg gehabt hätte. Ich will dieses Neue Deutschland, wo Rasse und Religion kein Anlass zur Diskriminierung sind, nicht verlieren. Derzeit sieht es für mich aber eher aus, als ob sich unser Land mit der Mission zur «Rettung der Welt vor allem Leid» selbst auflösen könnte. Vielleicht geht es bei den politischen Impulsgebern nicht so sehr um die Hilfe für Notleidende, denen in manchen Fällen (nicht allen) besser geholfen wäre, wenn sie in ihren eigenen Ländern nicht fliehen müssten und dort versorgt wären. Vielleicht geht es hier mehr darum endlich zu zeigen, dass man «kein Nazi» ist, indem man den gestörten Fremdenhass der Nationalsozialisten in eine gleichermaßen seltsam anmutende Fremdenliebe umwandelt.

Wie Peter Scholl Latour einst sagte:  Wer halb Kalkutta aufnimmt, der rettet nicht Kalkutta, sondern er wird selbst zu Kalkutta.

Ich kann verstehen, warum uns die Welt für verrückt erklärt hat. Und ich meine nicht Macron, oder UN-Botschafter und andere Prominente der Politik. Wenn Besuch aus dem afrikanischen Ausland hier in der Gemeinde der Kirche ist, wird der Kurs der Kanzlerin zwar respektiert, aber auch verlegen belächelt und man schaut zur Seite weg. Im Nachgespräch beim Cognac wird dann erklärt, dass der Versuch  eine drastisch dahinsiechende deutsche Bevölkerung, die noch mehrheitlich weiß, christlich und atheistisch ist, mit streng gläubigen Muslimen aus Afrika und dem Nahen Osten aufzugießen, für Amusement in Equatorial Guinea sorgt. Es sei wie mit einem Eiskaffee. Nur sind die Eiswürfel schon ziemlich warm, klein und fast zerschmolzen. Oben drauf wird nun heißer Kaffee gekippt in der Hoffnung, dass man daraus dann einen Eiskaffee zaubern kann. Dabei verdampft das wenige Eis im Glas nur und verwässert lediglich den Geschmack. Es bleibt ein lauwarmer Brühkaffee übrig , der wirklich Niemandem schmecken kann.


 

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