„Mein Unterricht ist unmöglich geworden“ – YG beim Kaffee mit einem Lehrer

 

Kaffeehaus, Berlin-Mitte. Ich sitze mit einem guten Bekannten zusammen bei Kuchen und Mokka. Er ist Lehrer, Ende 30 und lehrt an einem Gymnasium in (West)-Berlin. Migrantenanteil? Über 50%. Wir sprechen über Alltagsstress, gute Miene zum bösen Spiel bei der Schulleitung und die Verzweiflung des Lehrkörpers angesichts sich zuspitzender Probleme. Die Hauptschule als isoliertes Problem? Mitnichten. Auch das Gymnasium und die Oberstufenzentren, die Abi-Klassen und Abschlussjahrgänge der vermeintlichen Elite unseres Landes, sind ein einziger «Clusterfuck».



 

YG: Deine Schule ist gar nicht so weit von meiner alten Schule entfernt. Auch wenn es nur der Nachbarbezirk ist. Charlottenburg-Wilmersdorf. Eigentlich auf den ersten Blick ein nobleres Viertel, wenn ich an all die schicken Altbauwohnungen im Jugendstil denke oder mal den Kurfürstendamm entlang marschiere. Schicke Mädels mit tollen Klamotten überall, reiche Männer in Cabrios, die über den Kudamm fahren. Die Menschen genießen in teuren Cafés ihr Leben und eine Nobelboutique nach der anderen.

Joseph(Name geändert): Je nachdem wo man gerade in Charlottenburg ist, kann der Eindruck täuschen. An meinem Gymnasium wächst der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund jedes Jahr und wir sehen jedes Jahr, wie die 7. Klassen mit mehr und mehr arabischen Kindern besetzt werden. Viele von ihnen sind die Kinder von Diplomaten oder von arabischen oder iranischen Familien, die hier schon einen gewissen Lebensstandard aufgebaut haben und etabliert sind. Also eigentlich gute Voraussetzungen, um auch den Kindern eine angemessene Bildung am Gymnasium zu ermöglichen. Wir kamen in den letzten, sagen wir mal fünf Jahren, aber an die Grenzen des Ertragbaren. Viele Kollegen melden sich krank, lassen sich lange beurlauben und erleiden dann trotzdem nach dem Urlaub im Unterricht einen Nervenzusammenbruch. Hinter verschlossener Tür können wir die Probleme mit der Schulleitung zwar besprechen. Nur ändern tut sich nichts und sobald die Bezirksregierung vorbeischaut, macht die Leitung der Schule gute Miene zum Bösen Spiel, weil eben Probleme auf gar keinen Fall thematisiert werden dürfen. Das würde nur dazu führen, dass die gesamte Schule zur Rütli-Schule erklärt wird und das würde alles nur noch schlimmer machen, erklärt die Schulleitung.  Mittlerweile liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in den unteren Jahrgängen bei mehr als 75%. Die Schüler, die ich gerade habe und die ihr Abitur eben gemacht haben, waren noch gesunde Mischungen, wo wir  sehr wenige Muslime, viele Christen und vereinzelt jüdische Mitschüler hatten und alles noch sehr gut harmonierte. Auch von der Nationalität her gab es keine Probleme damals. Zumindest nicht in diesem Ausmaß, wie wir es heute erleben und das jede Woche. Drogenverkauf auf dem Schulhof, Schüler mit Taschenmessern und generell Grüppchenbildung und eine Eigensortierung der Schüler nach Herkunft, wie ich es vorher nicht gekannt habe.

YG: Gab es an meinem Gymnasium in Reinickendorf nur bedingt. Ich würde sagen, dass der «Ausländeranteil», auch wenn ich den Begriff hasse, weil er ungenau und dämlich ist, ziemlich gering war. Vielleicht so 30%. Grüppchenbildungen gab es nicht nach Ethnie oder Religion, sondern nur danach, wer mit wem kann. Aber muslimische Jugendliche, daran erinnere ich mich noch, hingen öfter und gerne miteinander ab. Vor allem die Jungsgruppen, die aber im Gymnasium weder aggressiv noch dumm waren. In der Grundschule war das jedoch gänzlich anders. Da erkenne ich das was du beschreibst sofort. Der Schulhof war quasi in rivalisierende Gebiete aufgeteilt. Deutsche, dazu zähle ich jetzt auch Polen und Russen,  und arabische bzw. türkische Gruppen. Viel Gewalt, überforderte Lehrer und ältere Brüder, die am Schulzaun auf die kleinen Radaubrüder Achmed und Mechmed ein Auge haben, um eventuell einzugreifen oder aber den einen oder anderen Schüler nach Schulschluss zu verprügeln, wenn der kleine Bruder das will. Man, da werde ich richtig nostalgisch und seh die blondgelockten Jungs vor mir, die von den muslimischen Jugendgangs gegen die steinerne Tischtennisplatte geschmettert wurden.

J: Ich kann dich gut nachvollziehen. Solche Gewaltätigkeiten gab es bei uns bisher nur selten und trotzdem bin ich an einem Punkt angelangt, wo normaler Unterricht in der achten und neunten Klasse nicht mehr möglich ist. Ich habe in einer Klasse 35 Kinder, davon ist die Mehrheit männlich und muslimisch. Nur noch ZWEI Kinder sind von deutschen Eltern und mit einem Elternpaar rede ich seit einer Weile, weil sie ihren Schützling von der Schule nehmen möchten. Er kann sich laut eigener Aussage in der Schule nicht mehr konzentrieren und nicht lernen! Das glaube ich ihm sofort. Letzten Sommer flog ein Stuhl durch mein Klassenzimmer, als ich mich kurz umgedreht hatte. Egal was WIR Lehrer versuchen: reden, bestrafen, Mediationsgespräch mit den Eltern – es funktioniert nicht! Und alle Schüler leiden darunter. Ich habe in meinem Unterricht letztes Jahr einen iranischen Schüler gehabt, der sehr aufmerksam und fleißig war, aber massiv von den anderen Jugendlichen belästigt wurde. Ein Mediationsgespräch mit den Eltern der Täter, palästinensische Araber, brachte nichts. Nur zwei Väter sind erschienen, wovon mir einer im Gespräch Gewalt angedroht hat, wenn ich die Sache nicht ruhen lasse. Mobbing ist ein riesiges Thema geworden, was vor zehn Jahren, als ich angefangen habe, noch nicht so erheblich war. Zumindest nicht dort, wo ich war und bin. Es gibt im Klassenzimmer keinerlei Harmonie mehr und keine gute Lernatmosphäre.

YG: Schilderungen, die man sonst nur aus Hauptschulen kennt.

J: Das ist nur die Spitze des Eisberges. Meine Kollegen, auch wenn sie bei der Zigarette viel schlimmer reden, würden nichts mit mir zu tun haben wollen, wenn sie wüssten, was ich hier jetzt sage. Aber unser Problem besteht mit den muslimischen, meistens männlichen Schülern im Alter von 12-19 Jahren, die unsere Autorität als Lehrer oder Schule nicht achten. Nicht alle natürlich, aber genug, dass man es als systemisch erkennen muss! Es sind VIELE. Ohne zu zählen würde ich sagen, dass gut ein Drittel der muslimischen Schüler uns Probleme machen. Und wir sind eine weltoffene und multikulturelle Schule mit Kindern aus über 45 Nationen und allen Religionen der Welt. Mit keiner anderen Gruppe haben wir Probleme. Das ist ja das Problem! Man kann bei den anderen Kindern auch nicht von Gruppen sprechen, obwohl wir viele russische und einige asiatische Kinder haben, gibt es dort keine so massiv auffällige Gruppenbildung.  Kein christlicher Schüler im Alter von 12-15 definiert sich über seine Religion. Aber junge muslimische Jungs und Mädchen reden von fast nichts anderem mehr. Fak Ju Göthe wird gebrüllt, wenn mal wieder Deutschunterricht ist.

Wenn ich die Schüler befrage, was denn der Grund für ihr Verhalten ist, dann werden mir Beleidigungen an den Kopf geworfen und Vorwürfe, ich sei ein Rassist oder Deutschland sei rassistisch, Deutsche sind Nazis und Ungläubige. Sie fühlen sich, so sagen sie, hier nicht akzeptiert und wir würden «die Ausländer ständig schlecht behandeln». Aber wie ich bereits sagte: wir haben Kinder aus allen Religionen und von allen Kontinenten und mit allen Hautfarben dieser Welt. Nur die Muslime stampfen mit den Füßen auf dem Boden und suchen die Schuld bei allen, nur nicht bei sich selbst. Ich versuchte das zum Thema zu machen und zu sagen, dass in unserer Gesellschaft die Menschen nur danach behandelt werden, wie sie sich verhalten. Hautfarbe und Religion spielen keine Rolle! Also versuchte ich zu erklären, dass die schlechten Noten und die Elterngespräche mit Schülern nur damit zu tun haben, weil sie sich unklug und schlecht verhalten! Da hagelte es nur Unverständnis von vielen arabischen Schülern.  Ich erkenne bei vielen jungen Muslimen einen ausgeprägten Narzismuss und fehlende Empathie für andere. Sie suchen die Schuld häufig nur bei anderen und vor allem bei fremden Autoritäten.  Antisemitismus ist ein erhebliches Problem bei ihnen. Tagespolitik kann nicht besprochen werden, ohne dass infame Lügen über Juden und ihre Verwicklungen in alle Katastrophen der letzten Wochen zum Thema gemacht wird. Selbst Putin, Merkel und Trump seien Juden und deshalb Schuld am Elend der Erde. Wer dagegen argumentiert, ist ein auch ein «Judenschwein». Als ich einmal das Tagebuch von Anne Frank herausgeben hatte, knallte es mir ein älterer Schüler auf den Tisch und sagte sinngemäß, dass er diese Lügen nicht lesen will.

YG: Die Berliner Presse hat über mehrere antisemitische Vorfälle berichtet, die sich in Berlin ereignet haben. Schulen sind davon wohl massiv betroffen. Wer allerdings einen Zusammenhang mit islamischen Antisemitismus herstellt, gilt schnell als Nazi. Echte Neonazis gibt es meines Wissens hier kaum, auch wenn die Antifa sie ganz verzweifelt sucht und mittlerweile hinter jedem AfD-Plakat gleich drei von ihnen vermutet.

J: Niemand pauschalisiert gerne. Es gibt immer solche und solche Typen unter allen Religionen und Nationalitäten. Aber hier ist es einfach so massiv auffällig, dass man blind sein muss, wenn man es nicht sieht. Ich kann dir erzählen, dass es zu meiner Schulzeit Anfang der 90er sehr in Mode war, ein Neonazi zu sein. Ja das war in Brandenburg und auch in Berlin tatsächlich ein Trend bei deutschen Jugendlichen, wenn man Rechtsrock hörte und mit bestimmter Mode rumlief. Nur die wenigstens haben die Ideologie allerdings wirklich ernst genommen. Hier mit den muslimischen Jugendlichen ist es ähnlich. Sie reden viel und gerne vom Islam. Aber nicht wenige von ihnen rauchen, trinken und haben Freundinnen und vermutlich auch Sex, bevor sie verheiratet sind. Ich habe viele Handys eingezogen über den Unterricht, wo nicht-jugendfreie Inhalte abgespeichert waren. Pornovideos werden ungeniert mitten im Unterricht abgespielt und einen Tag später sitzen die selben Jungen dann vor mir und erzählen über Frömmigkeit und Keuschheit, und warum eine Frau keusch sein muss. Ich sehe hier wenig echten Glauben, sondern vielmehr eine Mode. Es ist trendig geworden, wenn man ein junger Islamist und Gangsterapper ist.

YG: Und wir reden hier vom Gymnasium, richtig?

J: Das ist eine erschreckende Entwicklung, nicht wahr?

YG: Nein überhaupt nicht. Ich habe das kommen sehen.  Das ist eine Entwicklung, die man vor fünfzehn Jahren mit der richtigen Politik hätte stoppen können. Jetzt ist es zu spät und die giftigen Samen des fundamentalen Islam und falscher Einwanderungspolitik bzw. Integrationspolitik, treiben Blüte und tragen Früchte. Jetzt geht es erst richtig los.

J: Wir leben in einer guten Gesellschaft, die sehr lebenswerte Regeln für das Zusammenleben aufstellt. Ich glaube an die Meritokratie und nicht an die Balkanisierung, wo jeder seine Ecke nach Hautfarbe, Religion oder Abstammung sucht.

YG: Nett. Ich glaube aber, dass dieser Zug längst abgefahren ist. Modernen Tribalismus nenne ich das, wenn ich mir die Schulhöfe und Straßen mancher Viertel anschaue. Araber mit Arabern, Türken mit Türken, Muslime mit Muslimen, Christen mit Christen. Deutsche ziehen weg, wenn sie können. Identitätspolitik wird wieder zum Thema, Rasse und Religion auch. Aber ironischerweise nur, weil die Linken einfach nicht den Hals nicht vollkriegen konnten und gerade die Abstammung im negativen Sinne STÄNDIG zum Thema machen mussten. Es vergeht keine Sekunde an amerikanischen und mittlerweile auch deutschen Hochschulen, wo nicht irgendeine weiße und linke Witzfigur sich über cis-white-males und strukturellen Rassismus beschwert, während man die tribalistischen Strukturen und nationalen Instinkte der Einwanderer düngt, streichelt und züchtet. Palästinenser dürfen Nationalisten und religiöse Fanatiker sein. Das ist O.K. Für die Deutschen gilt weiterhin in linken Gedankenkäfigen das Motto: Bomber Harris, do it again!

J: Da ist etwas dran. Aber ich möchte nicht, dass der Nationalismus wieder hochkommt. Egal von welcher Seite. Die AfD erschreckt mich mit einigen Personen dort genauso, wie das Salafisten am Potsdamer Platz tun.

YG: Würde dir ein Björn Höcke mit einem rostigen Messer den Kopf abschneiden, weil du ein grüner Atheist bist?

 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “„Mein Unterricht ist unmöglich geworden“ – YG beim Kaffee mit einem Lehrer

  1. (1) „Antisemitismus“ ist die falsche Bezeichnung. Araber sind auch Semiten. Es ist Judenhass, auch semitischer Judenhass.

    (2) Es ist kein Widerspruch, wenn islamische Jungs sich Pornovideos anschauen und dann auf Frömmigkeit und Keuschheit pochen. Die Ungläubigen Frauen ohne Kopftuch und in Pornos sind schlicht Fickmaterial. Benutzen und weg damit. Geheiratet wird eine züchtige, religiöse Jungfrau (echt oder vermeintlich). Daher ist es meines Erachtens nach auch eine Fehlannahme, wenn „J“ meint, es wäre garnicht ernst gemeint mit der „Religiösität“ (eigentlich polit-religiöse Ideologie).
    Der Pascha darf alles, die Frauen aber nicht. Hat ein Mädel vor der Ehe Sex, das geht nicht, wird nicht akzeptiert. Pornos oder Sex mit Ungläubigen sind aber kein Problem, die heiratet man ja nicht.

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