Kardinal Robert Sarah: „Europa ist ohne Identität, Tradition und Kultur dem Untergang geweiht“

Viele Jahrhunderte lang lebten in den Ländern südlich der Sahara Christen und Muslime friedlich Seite an Seite. Jener extremistische Islam aber, der als politische Organisation auftritt und sich dem Rest der Welt aufzwingen will, stellt nicht nur eine Gefahr für Afrika dar. Er ist ist vor allem eine Gefahr für die Gesellschaften in Europa, die allzu oft keine Identität und keine Religion mehr haben. Wenn eine Gesellschaft aber ihre eigenen Werte verdammt, die aus ihrer Tradition, Kultur und Religion hervorgegangen sind, dann ist sie dem Untergang geweiht. Denn sie hat damit jeglichen Antrieb, jegliche Energie und jeglichen Willen verloren, um für die Verteidigung ihrer Identität zu kämpfen. – Kardinal Robert Sarah im Interview



Europa, die Kirche und der Westen sind in der Krise. Dass dies in Berlin, Paris, Rom und London entweder geleugnet, oder nicht verstanden wird, sorgt bei Kurienkardinal Robert Sarah für Bauchschmerzen. Während Robert Sarah, ein möglicher Anwärter für die Papstwürde, mit diesen Äußerungen in Deutschland wahrscheinlich von den Medien geteert und gefedert werden würde, erleben die christlichen Enklaven im Nahen Osten und auch in Schwarzafrika die Auswüchse des revolutionären Islam/Islamismus an der eigenen Haut.  Die Vereinten Nationen warnen bereits vor dem bereits unterschwellig laufenden ethnischen und religiösen Kämpfen, die in der Zentralafrikanischen Republik genozidale Ausmaße annehmen könnten. Die zwischen sunnitischen Muslimen und Christen aufgeteilte Republik, erlebte in den letzten Jahren für europäische Vorstellungen bestialische Eskalationen von Gewalt zwischen verfeindeten Gruppen. 2013 stürzte die muslimische Rebellengruppen der Seleka den christlichen Präsidenten des Landes, in der Hoffnung einen islamischens Gottesstaat in softer Variation zu etablieren. Und das obwohl die Mehrheit der Bevölkerung christlich ist. In den Übergangsgebieten von Nordafrika nach Schwarzafrika, wo Christentum und Islam aufeinanderprallen, erweist sich die Warnung von Samuel Huntington als treffend und wahr: «die Ränder/Grenzen des Islams sind blutig. »

Syrien, Ägypten, Libyen, Irak: die Christen in diesen Ländern, dort wo die Religion historisch verwurzelt ist, stehen vor ihrer Auslöschung. In Rom sorgt das beim derzeitigen Papst für ein vergleichsweise müdes Achselzucken, während die europäischen Regierungen größtenteils die Augen davor verschließen können. Die obersten Geistlichen in Deutschland nahmen ja vor einigen Monaten, ohne dass man sie dazu gezwungen hätte, ihr Kreuz beim Besuchen von Jerusalem ab, um die anderen Weltreligionen dort nicht zu verärgern. Kriecherisch ist kein Wort, welches als Bewertung dieser Personen noch ausreichend wäre. In den USA explodierten die Kommentarspalten einschlägiger christlich-konservativer Medien mit dem Wort cucks. Nicht zu unrecht. Der vorauseilende Gehorsam und die intonierten Lehren des Selbsthasses, haben auch bei Kardinälen Deutschlands volle Blüte getragen.

In die inhaltslose und identitäslose Leere der westeuropäischen Gesellschaften stößt der revolutionäre Islam als Heilsbringer und Anstifter hinein. Diese Äußerung und Analyse so zu tätigen, ist an sich nicht neu und doch für eine Führungsperson der Kirche erfrischend. Robert Sarah ist die Antithese zum derzeitigen Papst, der sich mehr als Revolutionär der Sozialromantik versteht und sich in weltlichen Themen des (kulturellen) Marxismus verausgabt. Überhaupt, das kritisiert Sarah, kümmert sich die Kirche nicht mehr ausreichend um die geistige Erziehung der Christenheit, sondern hat sich mit ihren Organisationen auf soziale Projekte versteift. Wirtschaftshilfeleistungen und Brot für die Welt, während der Hunger nach Verständnis über die eigene Religion nach hinten rückt.

Europa und Weltchristentum müssen sich selbst neu entdecken und zusammen sich gegenüber einem expansiven Islamismus zur Wehr setzen, so Kardinal Robert Sarah. Wie lange wolle man noch tatenlos in Europa zuschauen, angesichts der Häufung islamistischer Angriffe auf Städte, Menschen und Gotteshäuser auf dem Kontinent?

 

Foto: François-Régis Salefran


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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