Afrika helfen heißt Europa retten

 

Afrika ist übervoll. Übervoll von natürlichen Rohstoffen, von Menschen und auch von Naturgütern. Der Kontinent südlich von Europa ist reicher und zugleich ärmer als sein nördlicher Nachbar. Gold, Öl, Gas, Tee, Zucker, Baumwolle, Diamanten und ein ökologisches Paradies der Tiere und Pflanzen. Ein Blick auf die Rohstoffkarte Afrikas und man kann sich vorstellen, wie die Kolonialherren der vergangenen Jahrhunderte auf den schwarzen Kontinent geschaut haben. In mancher Hinsicht hat sich diese Sichtweise erhalten, wenn gigantische Konzerne mit Sitz in Nordamerika, China oder Europa sich gegenseitig die Klinke in die Hand drücken und die korrupten afrikanischen Regierungen regelmäßig bei Geschäften über den Tisch ziehen. Amerikanische Ölkonzerne kaufen sich die Rechte zum Bohren simplerweise in Afrika ein, indem sie Regierungen mit Millionenspenden überhäufen und sich dann exklusive Rechte oder übergroße Anteile am Bodenschatz sichern. Multinationale Megakonzerne dominieren Afrika und so muss man doch eigentlich anerkennen, dass der Kolonialismus nicht aufgehört hat, sondern lediglich die Fassade gewechselt hat. Das ist kein «White-Guilt»-Argument von meiner Seite, sondern eine nüchterne Tatsachenanalyse. Nicht nur die Amerikaner tun es, sondern eben auch China, Japan und andere starke Nationen mit ihren Firmen. In Afrika und großen Teilen Mittelasiens und Südostasiens herrscht kapitalistische und realpolitische Anarchie. The winner takes it all!

Afrikas Bevölkerungen erleben einfach nur einen sehr langsamen Trickle-down-Effekt. Der eigentlich in den Ländern gemachte Umsatz rieselt nicht genug auf die unteren Bevölkerungsschichten herunter, sondern bleibt in einer elitären, fast schon oligarchischen Oberschicht stecken, welche sich noch weniger für ihre eigenen Bevölkerungen interessiert als der Westen. Armut, Überbevölkerung, Müllstädte und Verzweiflung machen sich dort breit, wo die rasche Industrialisierung nicht mit dem Bau von sozialen Netzwerken, Arbeitsperspektiven und zukunftsfähigen Investionen in Bildung und Arbeit einhergeht. Ich erzähle hier nichts Neues Die Probleme des afrikanischen Kontinents sind Fixpunkt tausender Experten, Wissenschaftler und NGOs, die sich mit nichts anderem befassen. Aber vor einigen Wochen sprachen wir hier auf dem Blog bereits über das von der UN prognostizierte Bevölkerungswachstum für Afrika. Im Jahr 2050 werden möglicherweise DREI Milliarden Menschen den Kontinent bevölkern und ein hoher Prozentsatz dieser Menschen will nach Europa, will den Kontinent verlassen.

Während Frau Merkel also weiterhin keine Obergrenze möchte, machen sich in den nächsten Jahrzehnten, das ist sehr sicher, jedes Jahr 1-3 Millionen Afrikaner auf den Weg nach Norden, um dort ein besseres Leben zu suchen. Was überhaupt vergessen wird, ist, dass die Push-Faktoren sich dort potenzieren, wo viele Menschen abwandern. Das ist ein sozioökonomisches Gesetz. Je mehr Menschen abwandern, desto mehr werden ihnen folgen. Während ARD- und 3Sat-Moderatorinnen feuchte Augen kriegen, wenn im Mittelmeer wieder Migranten und „Flüchtlinge“ ertrunken sind, verrecken und verdursten viele mehr auf dem Weg durch die Sahara zwischen Nord- und Schwarzafrika. Und es werden noch viel, viel, viel mehr kommen. Europa müsste, wenn es keine Abhilfe für diese Abwanderungstendenzen in Afrika findet, einem Migrationsdruck von mehreren Dutzend Millionen Menschen aus Afrika standhalten. Auch bei einer Bevölkerung innerhalb der EU von etwa 500 Millionen, von denen bereits ein erheblicher Teil Zugewanderte aus anderen Kontinenten sind, wäre dies der todsichere Untergang der europäischen Gesellschaften in wirtschaftlicher, politischer, kultureller und nationaler Hinsicht. Die Frage kann also nicht lauten, ob wir unsere Grenzen sichern oder nicht. Diese Frage stellt sich nicht! Denn die europäischen Außengrenzen müssen dauerhaft gesichert werden. Die Frage lautet vielmehr, ob wir Europäer nicht mehr tun können, um Afrikas Abwanderungsapokalypse einzudämmen. Investitionen und Teilhabe am Markt wären Möglichkeiten, um dafür zu sorgen, dass das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd endlich abgebaut wird.

Die „Range of options“ ist groß und vielfältig. Sie reicht von Waffenembargos für bestimmte Nationen bis hin zu massiven UN-Kontingenten zur Absicherung von Konfliktzonen. Wer denkt denn heute Abend noch an den Kongo, wenn er sieht, wie afrikanische Drogendealer am Kotti in Berlin stehen? Dabei sind die Kongogräuel weiterhin aktuell und die Bevölkerungen Schwarzafrikas schauen sehnsüchtig nach Europa. Den 20, 30, 40 oder 50 Millionen Afrikanern bis 2100 diesen Übersiedlungswunsch zu erfüllen, würde für uns bedeuten, dass wir die Verhältnisse angleichen. Aber statt eine Aufwertung Afrikas werden wir lediglich eine Abwertung Europas erleben, da wir uns die sozialen, religiösen und ethnischen Konflikte ins eigene Haus importieren. Europa retten heißt also, dass wir Afrika helfen müssen. Die Schalthebel dieser Hilfe liegen allerdings vermutlich nicht so sehr in den Camps dubioser NGOs, sondern in New York, Brüssel, London, Paris, Frankfurt Main und Berlin.

 

 


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “Afrika helfen heißt Europa retten

  1. Mein Reden.
    Solange die Multinationalen Geier diesen Kontinent ausquetschen wo es nur geht, wird es eine endlose Abwanderung geben.
    Dank der Fertilität der Einwohner Afrikas, wird sich dieser Kontinent nie leeren, es wird fleissig nachproduziert.
    Und alle wollen nur in Würde leben. Deshalb wollen sie nach Europa.
    „Wir sind Afrika“.
    Karma is a bitch.

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