Die Pforte Europas – Griechenland sitzt auf einer Bombe

Die EU kritisiert, dass Griechenland zu viel seines BIP für das Militär ausgibt. Ähnlich wie Israel, ist Griechenland ein hoch militarisiertes Land, welches einen imminenten Fokus auf alles legt, was sich zu einer potenziellen Gefahr für das alte Land entwickeln könnte. Die Griechen haben in den letzten Jahrzehnten alleine, noch während des Kalten Krieges, einen Großteil ihres Einflusses und ihrer Macht im Mittelmeer eingebüßt. Noch während die Verhandlung mit der Türkei betreffend EU-Mitgliedschaft liefen, hielten diese nach frecher Eroberung einen Teil der Insel Zypern gefangen, dessen Schutzherr und kultureller Bruder Griechenland ist. Im Mittelmeer kam es immer wieder zu kleineren Zusammenstößen, Provokationen und teils kritischen Situationen zwischen Türkei und Griechenland. Beide sehen sich, das lässt sich nicht durch Diplomatie verschleiern, als strategische Feinde. Das hat auch seine Gründe in der Historie, ganz unabhängig davon, wie man die derzeitige politische Situation zwischen den beiden Staaten sieht.

Griechenland, die griechische Zivilisation, erstreckte sich einst über fast das ganze Mittelmeer östlich Italiens, bis nach Syrien hinein. Anatolien, das heutige Stammland der Türken, war einst ein Zentrum griechischer Kultur und Zivilisation, ehe es im Zuge der türkischen Invasionen im letzten Jahrtausend erobert wurde. Alles was die Griechen von Akropolis bis zum Ararat ihr Eigen nannten, gehört nun den Türken. Es wäre vielleicht das natürlichste Empfinden auf der ganzen Welt, wenn man die Türkei als politischen Feind betrachtet. Vor allem weil der Konflikt im Grunde nicht beigelegt ist und sowohl aus Athen, als auch aus Ankara häufig kriegerische Rhetorik ausgetauscht wird.

Griechenland sitzt, dem höllischen Hund in der griechischen Mythologie ähnlich, an der Pforte Europas und bewacht das östlich-maritime Einfallstor nach Südosteuropa. Es ist diese blutbefleckte Tür, welche schon in den Jahrhunderten zuvor den Osmanen als Eroberungspfad nach Zentraleuropa gedient hat. Manch jemand mag behaupten, dass dies ein heute unrealistisches Szenario sei und ich würde dem sofort beipflichten. Allerdings sitzt Griechenland dennoch auf einer politischen Bombe, die jederzeit umsetzen könnte. Die Situation zwischen NATO und Türkei eskaliert und das Verhältnis der Türken zu Europa degeneriert zusehends. Es kann nicht geleugnet werden, dass aus Anatolien seit einiger Zeit wieder kriegerische Herausforderungen gebrüllt werden. Erdogan und seine AKP begreifen sich als ideologische Nachfolger des osmanischen Reiches und sehen sich, das sind ihre Worte, in der Pflicht den Islam wieder ins Herz Europas zu tragen. Getreu den Worten des Parteiführers, der seine Moscheen als Kasernen, seine Gläubigen als Krieger und Minarette als Speerspitzen betrachtet. Der Goldene Apfel, damals noch Wien, liegt heute vielleicht wesentlich näher am Mittelmeer. Athen, die Balkanstaaten und viele der kleinen Armeen dort, sind verhältnismäßig schwach. Es wäre von den athener Strategen sehr naiv, wenn sie dieses Szenario nicht bedacht hätten; wenn sie die Möglichkeit nicht in Betracht ziehen, dass sich die NATO an ihren Widersprüchen womöglich selbst blockiert oder zerlegt. Unser Pulverfass Europa, füllt sich täglich mehr und mehr. Seit einigen Jahren schon kann man beobachten; wie die Griechen trotz Wirtschaftskrise die militärischen Übungen wieder verstärken, während die Türkei ein umfassendes Modernisierungsprogramm betreibt, sowie geistige und kulturelle Propaganda in alle Gesellschaftsschichten durchdringen lässt. Schon längst werden moderne Ausrüstung und Taktik gegen die Kurden im eigenen Land erprobt, während türkische Einheiten in Syrien unterwegs sind. Aufmerksame Beobachter in den USA, die militärischen Think-Tanks, schließen eine weitere Eskalation nun nicht mehr aus. Die Türkei, oder vielmehr das neue Osmanische Reich, ist von den Toten wiederauferstanden und blickt nach auch nach Westen auf die Akropolis.

Es brauch eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik, die in Lissabon anfängt, in Paris und Berlin geschmiedet wird, und an der Insel Lesbos endet.

 


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

3 thoughts on “Die Pforte Europas – Griechenland sitzt auf einer Bombe

  1. I am an American, a libertarian and a voting Republican; I am a Protestant Christian. DO NOT BELIEVE THOSE WHO SAY, PROPORT TO BE SPEAKING FOR AMERICANS OR THE US GOVERNMENT EVEN FOR AMERICAN BUSINESS. THEY DON’T, THEY LIE!!! THEY ARE FALSE AND DECEIVERS AND SPEAK FOR GLOBALIST THAT SEEK YOUR DESTRUCTION. We seek to build a wall at our boarder to restrict migration without proper authentic documents or registration of their intent to enter our country and obtaining OUR PERMISSION to enter our country. THEY SEEK TO TAKE YOUR LAND AND WATER, not as an offering but in conquest. RESIST! DEFEND! REJECT!

  2. Ich finde deine Beiträge über die Provokation der Türken gegenüber den Griechen super. Endlich berichtet jemand über das kriegerische Verhalten der Türken. Endlich spricht jemand aus über das in der gesamten deutschen Medienwelt geschwiegen wird. 400 hundert Jahre waren die Griechen versklavt. Meine Großmutter musste Anfang des 20sten Jahrhundert von „Kleinasien“ aus einem christlichen griechischen Dorf fliehen. Auf der Flucht würden ihre Eltern umgebracht. Sie schaffte es als 12jährige Vollweise nach Chalkidiki in Grichenland wo ich auch geboren wurden. Ich kenne die wahre Geschichte aus den Erzählungen meine Großmutter. Und ich war als griechischer Soldat 1981 in Zypern stationiert. Damals gab es auch jeden Tag Provokation von den Türken. Bitte berichte weiter über dieses Thema. Vielleicht kannst du auch über die Ignoranz und das Schweigen Detschlands und Europas berichten.
    Gruss Jannis Karapanos

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