Mit der Pumpgun ballern – wer keine Ahnung hat, sollte…

Als aktiver Sportschütze fühle ich mich von der Politik seit Jahren verarscht, übergangen, für dumm verkauft und ohne Grund unter Generalverdacht gestellt. Linke Lügen, überzogene Polemik und unsinnige Regelungswut durchziehen die Debatten und die Gesetzgebung. Kürzlich hat der Bundestag nun eine weitere Verschärfung des Waffenrechts beschlossen, die – dank der Lobbyarbeit von Tresorherstellern sowie der totalen Missachtung von Anliegen der wohl rechtstreusten Bürgergruppe (Legalwaffenbesitzer) seitens der Politiker – im Wesentlichen auf eine unsinnige Änderung der Vorschriften zur Aufbewahrung von Waffen hinausläuft.

Doch darum soll es hier nicht gehen. Ich möchte etwas anderes thematisieren: In der Debatte um die Änderung des Waffenrechts gab Martina Renner, Mitglied der wohl bildungsfernsten BRD-Partei (Die Linke), im Bundestag zum Besten: «Es ist kein Freiheitsrecht, am Schießstand mit der Pumpgun zu ballern».

Nun wird es keinen überraschen, dass ein Mitglied der SED-Nachfolgepartei sich auf Freiheitsrechte nicht gut versteht. Ich möche dennoch darlegen, was mich, als rechtstreuen und freiheitsorientierten Bürger Deutschlands, hieran so ärgert. Kurz zusammengefasst: Es ist erstens die verlogene Polemik der linken Politikerin Martina Renner, zweitens die sachliche Inkopmetenz von Politikern in Sachen, über die sie Gesetze beschließen wollen, und drittens die den Geist des Grundgesetz verachtende Haltung, die insbesondere bei den linken Parteien immer und immer wieder zutage tritt.

Zunächst einmal zu der niederträchtigen Polemik, die sowohl in einer Gesetzgebungsdebatte überhaupt nichts zu suchen hat, als auch eine totale sachliche Inkompetenz verrät: Was heißt denn eigentlich «am Schießstand mit der Pumpgun zu ballern?» Am Schießstand – korrekter gesprochen: auf einer «Schießstätte» – betreiben nahezu ausschließlich Sportschützen und Jäger, ferner Personen, die aus beruflichen Gründen Waffen tragen müssen Schießübungen (vgl. §27 WaffG). Sportschützen, Jäger, Polizisten, Soldaten, Sicherheitsmitarbeiter oder besonders gefährdete Personen, die Inhaber von Waffenscheinen sind: All diese Personen ballern nicht, sondern sie schießen (vgl. §10 WaffG).

Und was ist nun eine Pumpgun? Pumpgun, das klingt natürlich besonders martialisch, man denkt dann vielleicht an Terminator 2 (tatsächlich führt Arnie dort aber einen Winchester-Unterhebelrepetierer). Der eigentlich korrekte waffenrechtliche Terminus aber lautet: Vorderschaftrepetierflinte (vgl. WaffVwV zu §10, 10.9.2). Auch Frau Renners Pumpgun-Geschwätz ist also zum Einen schlechterdings als Polemik der übelsten Sorte zu werten. Zum Anderen aber verrät dies eine völlige Unvertrautheit Frau Renners mit genau der Materie, über die diese Politikerin hier im Bundestag mitentscheiden soll! Hier spricht ganz offensichtlich eine Politikerin, die waffenrechtlich und -technisch überhaupt nicht bewandert ist. Wie weit aber muss eine Demokratie schon verfallen sein, dass Personen, die offensichtlich überhaupt nicht wissen, wovon sie reden, das Recht haben, über die Rechte von Bürgern in diesen Dingen zu entscheiden?

Aber gehen wir weiter. Ist es denn nun also ein Freiheitsrecht, auf einer zugelassenen Schießstätte mit einer Vorderschaftsrepetierflinte dem «Schießsport oder sonstigen Schießübungen mit Schusswaffen» (§27 WaffG) nachzugehen? Fragen wir, bevor wir nach dem «Freiheitsrecht» fragen, zunächst etwas einfacher: Hat ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2017 gemäß dem deutschen Waffengesetz das Recht, auf einer Schießstätte mit einer Vorderschaftsrepetierflinte zu schießen – oder hat er dieses Recht nicht? Die Antwort ist schnell gefunden: Ja, er hat dieses Recht (freilich unter Berücksichtigung weiterer Bedingungen, die im WaffG geregelt sind. Verboten sind beispielsweise «Vorderschaftrepetierflinten, bei denen anstelle des Hinterschaftes ein Kurzwaffengriff vorhanden ist oder die Waffengesamtlänge in der kürzest möglichen Verwendungsform weniger als 95 cm oder die Lauflänge weniger als 45 cm beträgt»  (WaffG Anlage 2, 1.2.1.2); im Umkehrschluss gilt eben, dass andere Vorderschaftrepetierflinten nicht verboten sind.) Es gibt in Deutschland das Recht, mit einer Vorderschaftsrepetierflinte auf einer Schießstätte Schießübungen durchzuführen – oder in der infantilen und sachunkundigen Sprache einer Martina Renner: «auf dem Schießstand mit der Pumpgun zu ballern».

Nun schließlich noch zum Freiheitsrecht: «Es ist kein Freiheitsrecht, am Schießstand mit der Pumpgun zu ballern», behauptete Frau Renner. Was aber sind eigentlich Freiheitsrechte? Auch hier fällt dem politisch gebildeten Bürger die Antwort nicht schwer (und jeder andere kann z. B. Wikipedia konsultieren): Die Freiheitsrechte sind eine Klasse von Grundrechten, wie sie in den ersten Artikeln des Grundgesetzes etabliert sind. Zu diesen Freiheitsrechten gehört nun ganz elementar die sog. Allgemeine Handlungsfreiheit, die Art. 2 Abs. 1 des Grungesetzes wie folgt darlegt:

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Vereinfacht gesagt also: Jeder darf tun und lassen was er will, solange er nicht anderen schadet oder gegen Gesetze verstößt. Alles, was ein Mensch tut, ohne dabei anderen zu schaden oder Gesetze zu verletzen, ist eine Verwirklichung seiner grundgesetzlich verankerten Allgemeinen Handlungsfreiheit. Denn es gilt für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, die ja eben genau darum auch freiheitlich heißt: Alles, was nicht durch ein allgemeines Gesetz ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Dies unterscheidet uns freie Bürger von den Untertanen in einem totalitären Staat, wie ihn sich die Linken herbeiwünschen, in dem nämlich alles verboten ist, was nicht durch das Regime erlaubt ist. Einen solchen totalitären Staat wünschen sich Linke nicht nur herbei, sondern sie arbeiten daran, ihn zu errichten, und wenn man sie nicht daran hindert, wird ihnen dies auch gelingen. Die ersten Schritte hierbei sind diejenigen, die auch eine Martina Renner hier vorführt: Man vergiftet politische Diskurse durch unsachliche Polemiken, man pervertiert und entleert den Begriff des Freiheitsrechts, man versucht zu erwirken, dass die Freiheit des Einzelnen nicht dort endet, wo er anderen schadet, sondern dort, wo der Linke es nach Willkür und persönlichem Geschmack dekretiert.

Deshalb: Auch mit einer Vorderschaftrepetierflinte auf einer Schießstätte Schießübungen durchzuführen ist eine völlig legitime Verwirklichung des Grundrechts der Allgemeinen Handlungsfreiheit, also eines grundgesetzlichen Freiheitsrechtes. Oder in der infantilen und giftigen Sprache der Martina Renner: Es ist ein Freiheitsrecht, auf dem Schießstand mit der Pumpgun zu ballern.

 

 


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karuner ist Philosoph und hat den Anspruch, sich stets nur seines eigenen Verstandes zu bedienen.

2 thoughts on “Mit der Pumpgun ballern – wer keine Ahnung hat, sollte…”

  1. Ich bin für ein generelles Schußwaffenverbot in Deutschland. Alleine schon der Spruch „besonders rechtstreue Bürger“ hat was. Ich kenne genügend Menschen die legal Waffen besitzen, die z.B. Steuern hinterziehen und sich nicht um Geschwindikeitsbegrenzungen scheren. Von wegen Rechtstreue. Das sind schon beondere Menschen. Reines EGO Gehabe und nix dahinter. Vereinssportschützen sollten per Gesetz gezwungen werden, Ihre Waffen im Vereinshaus, natürlich Alarmgesichert, auf zu bewahren. Und wie war das nochmal mit den „besonders rechtstreuen Bürgern“? War da nicht mal was mit einem Vater, der seine Waffe mit über 1000 Schuss Munition unverschlossen im Haus bunkerte und sein Sohn Amok lieft und Counter Strike live spielte? Wozu braucht man Waffen Zuhause. Doch nur als Phalussverlängerung. Ist genauso wie SUV in der Großstadt fahren. Völlig überflüßig und nur fürs EGO gut. Auf solche „besonders rechtstreuen Mitbürger kann ich verzichten. Geht doch in die Staaten. Da könnt ihr euch bei den laschen Gesetzten ein runterholen wenn ich auf Schweinekadaver schießen könnt . Sorry für die deutliche Ansprache…

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