„Auferstanden aus Ruinen, Deutschland EINIG Vaterland“

Ich war als UvD gerade in der Kaserne, als ein Kamerad völlig entnervt hereingestürmt kam und mich anbrüllte, ich solle doch sofort das Radio anschalten. Dann hörte ich, wie die Mauer gefallen war und die Menschen von Ost-Berlin nach West-Berlin strömten. Damals war ich in Oldenburg bei den Panzerjägern stationiert und hatte eigentlich gar keinen Bezug zur DDR. Ostdeutschland war mir relativ egal und im Grunde war die DDR ja unser Feind. Aber als ich die Stimmen im Radio und Fernsehen vernahm, überkam es mich. Ich heulte ungehemmt los; vor Glück und Überraschung. Ich konnte nicht glauben, dass alles doch noch gut ausgehen würde. Wir hatten keine Verwandten im Osten und doch fühlte ich plötzlich eine Nähe zu den Menschen dort, die ich vorher nicht gespürt hatte.  Ich war sehr ergriffen. – Michael*(Name geändert)

 



Deutschland sollte vereint sein; darüber waren wir uns immer sehr einig. Wir wollten dies friedlich, aber wenn nötig auch militärisch durchsetzen, wenn der Westen zuerst zuschlagen sollte. Damals waren wir wohl naiver und glaubten, man könne in einem Atomkrieg als Sieger hervorgehen. Der Sozialismus würde, so glaubten wir, der Sieger sein. Wir wollten unsere deutschen Brüder im Westen befreien und Deutschland wiedervereinigen. Diese Idee ging nie wirklich weg. Ich kenne nur wenige, welche dem nicht zugestimmt hätten. Daher war die Einheit Deutschlands zumindest bei uns in der unteren Hackordnung immer ein Ziel, welches wir nie aus den Augen verloren haben. Dass es dann anders kam als gedacht, ändert nicht viel. In die Bundeswehr wurde ich nicht übernommen, weil ich ja Offizier der NVA gewesen war. Manche ehemalige DDR-Bürger Trauern der DDR ja sehr nach. Aber ich bin bis heute glücklicher darüber, dass unsere Familienzweige in Ost und West wieder zusammengefunden haben und Deutschland vereinigt ist, wie es sein soll. Das wussten wir immer und das haben die Menschen nicht umsonst ganz stark 1989 gespürt und verkündet. Deutschland einig Vaterland! – A.S.

 

Die DDR Führung rückte offiziell ja von der Idee einer Wiedervereinigung ab ca. den 70er Jahren ab und pochte auf ihre Unabhängigkeit. Das Lied, Auferstanden aus Ruinen, blieb jedoch. Wie es Antje berichtet, die ich einmal in einem früherem Artikel befragt habe, gab es dieses Heimatgefühl im Sozialismus noch. Die Bürger, Menschen – ja die Deutschen hatten noch eine Heimat, wenn auch eine sozialistische. Das Vaterland als Idee und Deutschland als Gesamtkonzept existierte noch und war nicht mit dem Ende der Nazidiktatur gestorben. Am 09.11.1989 erhob sich auch der westdeutsche Bundestag zum Anstimmen der Nationalhymne: Sie sangen voller Inbrunst und Liebe Einigkeit und Recht und Freiheit, für das deutsche Vaterland. 

Denn es war wahr geworden, wovon man in Jahrzehnten der Trennung voller Sehnsucht geträumt hatte.

An all die Spalter, die von einer Wiederrichtung der Mauer sprechen, sich über einen verkorksten Westen aufregen, der in Dekadenz und Islamisierung versinkt; oder auf einen vermeintlich braunen Osten schimpfen und die Einheit am liebsten zurückdrehen würden, erteile ich hiermit die Absage. Dieser unpatriotische Ungeist ist undeutsch und feige. Deutschland einig Vaterland ist die Losung und es ist auch unser Schicksal. Die Deutschen und Deutschland sind Schicksalsgemeinschaft, die zusammensteht, zusammengeht und gemeinsam auch untergehen kann. Ein Deutschland ohne den Rhein ist kein Deutschland, genauso wenig kann es ohne die Elbe existieren. Inklusion der Nation heißt, dass wir miteinander verzahnt sind und zusammengehören.

Deutschland heilig Vaterland ist auch die Idee, die nicht zersetzbar und unantastbar ist. Es gilt, was unser Autor Cundar vor einigen Monaten bereits verkündete: Lasst uns unsere gemeinsame Geschichte weiterschreiben!

 

 

Nimmer wird das Reich zerstöret-
wenn ihr einig seid und treu!

Inschrift auf dem Kaiser Wilhelm Denkmal in Koblenz

 


Titelbild: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1219-021 / CC-BY-SA 3.0

Foto Nr. 2: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0813-460 / CC-BY-SA 3.0

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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