O la vittoria, o tutti accoppati! Vor 100 Jahren am Fluss Isonzo

Regen, Nebel und Kälte waren unsere ständigen Begleiter. Erst Tage später, am 24. Oktober klärte sich das Wetter auf und uns bot sich die atemberaubende Sicht auf das hell erleuchtete Tal. Saftgrün und weiträumig, trotz des beginnenden Herbstes. Und als sich die Nebelfront auflöste, begann auch schon das Bombardement der Artillerie wieder. Die Schlacht um Karfeit hatte begonnen. Die Italiener nannten sie die battaglia di Caporetto. 

 

Eiligst marschierte unser Zug die alpine Landstraße hinunter, wo der Rest der Truppe sich zum Sturmangriff rüstete. Der preußische General Otto von Below hatte unseren deutschen Stoßtruppen befohlen, die italienischen Stellungen bei Monte Stol zu nehmen. Österreichische Kameraden und Pioniere von der Westfront hasteten an uns vorbei, durch den aufsteigenden Gasdunst, der den lieblichen Geruch des Todes mit sich brachte. Seit Stunden donnerten die Kanonen, ehe sie in den frühen Morgenstunden verstummten und uns das Signal zum Angriff mit ihrer Stille verkündeten.

Und dann stürmten wir auch schon los. «Sprung auf! Marsch, Marsch!» rief der Feldwebel und sein Rufen ging im Getöse der Schlacht beinahe unter. Unser Stoßtrupp brach in das Tal ein, durchströmte die lichten Wälder und sprang in die Stellungen der Italiener. Spaten, Säbel, Beil und die Kraft der eigenen Angst verhalfen uns zum Sieg, als wir nach minutenlangen Grabenkämpfen über die Leichen der italienischen Arditi stiegen.

Am Abend hockten wir einsamer als am Morgen, nur noch mit fünfzig Kameraden in den eroberten Gräben des Feindes. Seltsam berührt beschaute ich das Regimentsbanner der italienischen Elitesoldaten, die erschlagen um uns herum ruhten.

»O la vittoria, o tutti accoppati«

Das heißt: «Entweder wir siegen oder wir sterben alle!» übersetzte der südtiroler Kamerad neben mir und ich senkte mein Haupt, um etwas Schlaf zu finden.

 

Fiktive Nacherzählung der Ereignisse vor 100 Jahren. Die Schlacht von Karfeit.

 


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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