Obamas Politik der verbrannten Erde

Obama wird in den nächsten Tagen als Präsident der USA abtreten und die Bühne für seinen Nachfolger Trump freimachen. Nach acht Jahren kann er nun nicht mehr sagen, dass die Schuld für seine mangelnden Erfolge bei seinem Vorgänger Bush läge. Mittlerweile regiert Obama schließlich seit zwei ganzen Amtsperioden und der Vorwurf des Versagens lässt sich nun nicht mehr so leicht abschütteln. Hope hieß es damals noch, als Obama von seinen mächtigen Förderern ins Weiße Haus gebracht und von der Mehrheit der weißen und nicht-weißen Bevölkerung der USA ins Amt gewählt wurde. Eine Hoffnung für mehr Frieden, auch in der Welt. Schließlich hatten die Demokraten mit einer friedvolleren Außenpolitik Wahlkampf gemacht. Aber unter Obama intensivierten sich die Aktivitäten der USA im Nahen Osten sogar noch. Das Truppenkontingent in Afghanistan wurde massiv aufgestockt, der Irak wurde in Obamas Amtszeit hart umkämpft, dann aufgegeben und schließlich an den IS verloren, ehe seine Regierung erneut viele Tausend Soldaten ins Zweistromland schicken musste. Obamas Außenpolitik ist die Politik der Unbeständigkeit. Von der Weltöffentlichkeit erhielt dieser Präsident noch vor einigen Jahren den Friedensnobelpreis, noch bevor er überhaupt wirklich im Amt tätig wurde. Einfach nur für die Tatsache, dass er scheinbar die richtige Hautfarbe hat.

Unter seiner Regierung zog die NATO in den Krieg gegen Lybien, erneut unter den Vorzeichen der Abwendung einer vermeintlichen humanitären Krise, die dann wirklich folgte. Allerdings erst nach der Zerstörung aller staatlichen Strukturen im Land und der Bombadierungen durch die Amerikaner. Lybien ist heute ein gescheiterter Staat, der im Innern zerfällt und dessen Küste Umschlagplatz für die illegale Masseneinwanderung nach Europa geworden ist. Dutzende Kriegsparteien in Lybien kämpfen um die Vorherrschaft und Islamisten haben sich im ganzen Land breit gemacht, weil der lybische Staat verschwunden ist und ein Machtvakuum hinterlassen hat, welches von den Extremisten schnell gefüllt wurde. Die gesamte Landkarte der Levante, von Lybien, über Beirut bis nach Syrien brennt lichterloh. Ich bin nicht so naiv zu sagen, dass sich die Konfliktparteien dieser Regionen nicht auch so bekämpfen würden. Aber die Einmischung der USA, beispielsweise durch Bombadierung und Förderung von Milizen(auch Islamisten) hat maßgeblich zur Verschärfung der Konflikte in diesen Gebieten beigetragen. Nach acht Jahren Obama muss man auch sehen, dass die NSA und die massive Abhörung von US-Bürgern und ausländischen Bürgern nicht allein auf die Kappe von Bush geht, sondern maßgeblich von Clinton und Obama vorangetrieben wurde. Gleiches gilt für die Drohnenschläge, die ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht haben und jede Verhältnismäßigkeit mit Füßen treten.

Und kürzlich konnten wir sehen, wie würdelos und ehrlos Obama gedenkt seine Amtszeit zu beenden. Statt die Normalisierung der Beziehung zu Russland anzustreben, verwies er kürzlich 35 russische Diplomaten des Landes. Der Vorwurf war, dass sich Russland durch Cyber-Attacken die inneren Angelegenheiten der USA eingemischt hätte. Bisher gibt es dafür keine Beweise, sondern lediglich Behauptungen. Sicherlich beeinflusst Russland durch Think-Tanks, Medien und eine Gegenöffentlichkeit den US-amerikanischen Mainstream und versucht gegen die russenfeindliche Haltung von CNN und Co. gegenzuhalten. Aber im großen Stil Wahlmanipulation durch russische Hackbots? Unwahrscheinlich.

Obamas Aktion zeigt einfach, welch Geistes Kind er ist. Er möchte bewusst durch die erneute Verschärfung der Sanktionen, die angespannten Beziehungen zu Russland verschlechtern und es seinem Nachfolger Trump besonders schwer machen. Daher der Rauswurf der Diplomaten in der Hoffnung, dass dies den zukünftigen Verhältnis der beiden Nationen schaden wird und die Russen den Amerikanern dies nachtragen würden. Ich denke wir können aber an Putins Reaktion sehen, dass der Kreml klüger agiert. Nachdem bekannt wurde, dass Obama russische Diplomaten des Landes verweist, was an sich ja ein unglaublicher Affront ist, entschloss sich Putin gegen die Ratschläge seiner engeren Berater für etwas anderes. Er lud alle US-Diplomaten in Russland zur Silvesterparty in Moskau ein und begrüßte sie dort mit allen Ehren und in Freundschaft. Da gilt der Satz:» Putin ist nicht Russland. Und Russland wird es auch ohne Putin weiterhin geben. « Die Beziehungen den USA sollen sich verbessern und schon bald wird Obama verschwunden sein. Was bleiben wird sind die Weltmacht USA mit Trump an der Spitze. Und die USA, auch wenn das Obama nicht gerne hören wird, werden auch ohne ihn zurechtkommen. Obama ist nicht Amerika. Obamas Politik ist einfach ein mittelgroßes Fuck you an seinen Nachfolger Trump. Eine Handlung, die sich scheinbar aus reiner Eitelkeit und Arroganz zu speisen scheint. Lieber möchte Obama verbrannte Erde hinterlassen, als einen anständigen Machtwechsel ohne Meckern und Murren zu gestatten. Gut, dass Russland dieses dumme Spiel nicht mitspielen wird.

 


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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