Und dann kamen die geflügelten Hussaren!

 

Und als wir hörten, wie die Stadt an der Donau von den Osmanen belagert wurde, zogen wir aus den Mannen in Wien zur Hilfe zu eilen. Wir ritten in voller Rüstung, das christliche Zeichen auf den Bannern und mit dem Mut der Verzweiflung in unseren Herzen, wo wir doch glaubten, dass jede Sekunde zählt.Wir eilten durch den Wienerwald, im Regen und Schlamm ließen wir Vorräte zurück und alles, was nicht für die Schlacht benötigt wurde. Wussten oder ahnten wir wohl, dass wir nur diese eine Chance erhalten würden. Ohne zu rasten und zu atmen. Wir ritten ohne zu Halten um das Hilfegesuch der Heiligen Liga zu erhören und unsere Pflicht zu erfüllen. Und gar den Tross samt Proviant mussten wir hinter uns lassen, sodass uns nur die deutschen Waffenbrüder aus dem Reiche blieben, mit denen wir beinander kämpfen und sterben wollten. Dafür brauchte es nur die Lanzen und die Männer sie zu führen.

Und am Morgen des 12. September, nachdem wir unsere schweren Geschütze zurücklassen mussten, blickten wir hinab vom Kahlenberg auf die Heerscharen des Halbmondes, die sich wie eine Schlinge um die Löbelbastei gelegt hatten. Der Anblick des Ozeans aus Halbmondbannern erfüllte unseren Geist mit zornigem Eifer und neuer Kraft. Wir standen, so verstand es ein Jeder sicherlich, vor einer Schicksalsschlacht. Es ging nicht nicht um den Balkan, Rumänien, Ungarn oder Wien. Es ging um alle Völker und Welten westlich des Bosporus.  So spornten wir die Pferde zum Sturme an und gürteten unsere Waffen. Wir ließen das rotweiße polnische Fähnchen wehen und grüßten die Männer aus dem Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicae , die unter Karl von Lothringen und Ludwig Wilhelm von Baden mit uns angetreten waren.

Es lag ein kühler morgendlicher Schleier aus weißem Nebel in der Tiefe, in welche wir uns mit erhobenen Lanzen und flatternden Flügeln hinabstürzten. Wenn dort die Wiener Mannschaft unter Starhemberg von sich sagen konnte, dass sie sich „bis auf den letzten Blutstropfen“ wehren wollen, dann konnten wir nicht daheim bleiben und minder tun.

Und in späteren Jahrhunderten würde man hoffentlich unserer gedenken und sagen : Das war der Tag, an dem die geflügelten Hussaren kamen!


Foto : Artist on deviantart – „marcinkurc“




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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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