Kinder des Vaterlandes

Nation im Herzen – Die Kinder des Vaterlandes

Als 1914 der Kaiser des Deutschen Reiches verlauten ließ, er kenne „nur noch Deutsche“, baute er damit eine Brücke über die Zerwürfnisse der deutschen Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. „Nur noch Deutsche“ hieß für manche, die ihren Monarchen hörten, dass von nun an keine Parteipolitik mehr Keile in die gemeinsame Linie des Staatsvolkes treiben durfte. „Nur noch Deutsche“ verstanden manche als Aufforderung und Geschenk zugleich. Nicht Juden in Deutschland, sondern deutsche Juden.

Ich lese seit kurzem das Buch „Für Kaiser, Reich und Vaterland“ von Michael Berger, welcher in seinen Ausführungen vom Schicksal der deutschen Frontsoldaten jüdischen Glaubens erzählt. Eine Geschichte, die ihre Wurzeln im modernen Preußenstaat hat, der in aufklärerischer Tradition durch Friedrich des Großen Hand den Staat auch für Juden und alle anderen Konfessionen des alten Testaments öffnete. Es ist eine Würdigung für jene, an denen nach dem Krieg ein übler Verrat begangen wurde. Die patriotische Begeisterung der deutschen Juden im Jahre 1914 erfasste die gesamte jüdische Gesellschaft im Kaiserreich und sorgte dafür, dass sich überdurchschnittlich viele junge und mittelalte Männer aus fast allen jüdischen Familien im deutschen Reich und in Österreich-Ungarn zum Kriegsdienst freiwillig meldeten. Und entgegen der Mythen der Nationalsozialisten, waren sie keine Drückeberger und kämpften tapfer für Kaiser, Gott und Vaterland. Ihr Vaterland, welches das deutsche Vaterland war. Sie fühlten sich, wie vom Kaiser betitelt, als Deutsche und wollten als Deutsche sterben wenn es sein musste. Hier bündelten sich viele Interessen in einem Drang nach vorne. Da war der Wunsch das Land zu verteidigen und sich als Mann zu beweisen. Es gab das Verlangen nach Anerkennung in der deutschen Gesellschaft, nach Emanzipation und Akzeptanz als Deutschjuden. Und es gab einen ganz und gar überschwänglichen Patriotismus, ja eine Liebe zum gemeinsamen Vaterland, welchem durch eindrucksvolle Zitate und reelle Taten Ausdruck gegeben wird. Von den 600.000 Deutschjuden im Reich meldete sich jeder 6. zum freiwilligen Wehrdienst. Zehntausende von ihnen blieben im Blutschlamm von Flandern liegen.  Es ist umso tragischer für diese Patrioten, dass ihre Opfer nach dem Krieg kaum Würdigung fanden, sondern übler Antisemitismus von lautstarken Gruppierungen der Weimarer Republik ausging. Da gibt es Fälle von deutschjüdischen Patrioten, die ihr Eisernes Kreuz im Graben für Deutschland verliehen bekommen haben und 1941 immer noch in Nazideutschland leben, weil sie glauben, dass man sie als ehemaligen Kriegshelden schon nicht holen würde. Sie glaubten, dass die anderen Deutschen sie schon schonen würden, weil sie Seite an Seite gekämpft, Blut und Tränen für Deutschland vergossen hatten. Das war ein Irrtum. Ein Eisernes Kreuz oder fehlende Gliedmaßen, die man im Felde gelassen hatte, schützten nicht vor der Verfolgung und Deportation durch die Nazis. Das Vaterland, für das sie einst gekämpft hatten, hatte für diese dunklen Jahre aufgehört zu existieren.

 

Im Schützengraben erkennst du deine Brüder

Das Inferno des Ersten Weltkrieges trennte die Spreu vom Weizen im alten Kaiserreich. Es zeigte sich, wo die Loyalitäten der Einzelnen lagen. Und heute, da wir in Zeiten wachsender Unsicherheit und sich häufenden Krisen leben, verlassen wir auch die Jahre der Entscheidung und gehen zu auf die Tage der Entscheidung. Die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte, welche die Bundesrepublik auf einen scheinbar unüberwindbaren Abgrund haben zusteuern lassen, kumulieren in einer Systemkrise von epischen Ausmaßen. Die Einwanderung nach Deutschland, die Ansiedlung von Fremden, die zu Bürgern und zu „Deutschen“ wurden, hatte es immer schon gegeben. Von Hugenotten, über Juden, Polen, Italienern und einzelnen Individuen und kleinen Grüppchen ganz anderer Herkunft. Der Beitritt der Neuankömmlinge zur deutschen Nation muss als Entwicklungsprozess gesehen werden. Wo bei französischstämmigen Migranten und polnischen Ruhrpottarbeitern heute kaum noch etwas daran erinnert, woher sie einst kamen und ihr Deutsschsein nicht in Zweifel gezogen wird, gibt es bei Gruppen anderer Kulturen deutlich größere Schwierigkeiten, die sich nicht einfach wegreden lassen. Die Funktionseliten der Bundesrepublik irren, wenn sie glauben, durch die Würdigung von Einwanderern mit einer Staatsbürgerschaftsurkunde bekämen sie automatisch gute Staatsbürger und neue Deutsche. Denn die Urkunde ist das Papier und damit materieller Wert und Versprechen von einem besseren Leben, das einige hier finden und einige widerum nicht. Integration durch wirtschaftlichen Wohlstand alleine, also die Beglückung von Menschen durch Sachwerte und dicke Bäuche, reicht nicht zur Heranbildung eines nationalen Bewusstseins. Wer  den Nachfahren der hier seit Jahrtausenden siedelnden Einheimischen schmackhaft machen will, dass Einwanderer nach Deutschland kommen sollen, kann nicht so lax im Umgang mit ihnen verfahren, wie das die Bundesrepublik tut. Denn sie gibt den Menschen, die hier als Fremde kommen, keinerlei Werte mit auf ihren Weg, die ihre Herzen mit Sehnsucht nach dem Deutschsein beleben. Es sind die leidenschaftslos aufgetragenen Litaneien alternder Lehrerfiguren, die fernab der Brennpunkte von Grundgesetz, Menschenrechten und Freiheitsrechten reden und dabei nicht merken, dass ihnen kein Neuankömmling zuhört. Es ist eben nicht wie in den USA, wo die Neubürger auf die Verfassung eingeschworen werden und die Rechte und Pflichten als zukünftige Bürger erstreiten müssen, wenn sie legal einwandern wollen. Sie melden sich freiwillig fürs Militär oder bieten ihre Qualifikation als Facharbeiter an, während Millionen andere versuchen illegal über die Grenze einzuwandern. Im Gegensatz zu den USA war Deutschland nie ein Einwanderungsland. Es wurde zwar nach Deutschland eingewandert. Man definierte das Deutsche allerdings nicht durch Einwanderung und erhob den Fremden zum „Goldenen Kalb“. Die heutige Bundesrepublik bringt keinen Klebstoff für den Zusammenhalt der Menschen mehr mit in den Alltag. Durch die wiederholte Verleugnung der deutschen Kultur und Geschichte, verwehrt man auch den Eingewanderten eine Chance an der lebendigen Nation teilzuhaben und sich als Teil dieser zu fühlen und akzeptiert zu werden. Und in diesem letzten Wort, der Akzeptanz, liegt der Hund begraben. Denn es zeigt sich heute für uns, wie die Loyalitäten der Menschen unterschiedlichster Herkunft in Deutschland verteilt sind. Oder vielmehr vermuten wir es und fürchten uns vor den Konsequenzen dieser Illoyalitäten. Wenn die Bilder vom Putsch in der Türkei durch die Medien gehen und im Anschluss zahllose Deutschtürken jubelnd durch die Straße ziehen und ganze Fahnenmeere mit Halbmond und roter Farbe sich in unseren Städten erheben, dann ahnen wir wie es um die Treue dieser Leute zum Grundgesetz bestellt ist. Und ich sage bewusst nur zum Grundgesetz, da von solchen Personen keinerlei Bindung zur historischen deutschen Nation und zum Volk zu erwarten ist.

 

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

Deutschsein – diese Frage beschäftigt uns hier auf Young German immer wieder. Wir verweigern uns der neumodischen Definition der globalistisch denkenden Selbstverleugner unserer Obrigkeiten, die Deutschsein wie ein Stigma am liebsten ausradieren würden und es wie wertloses Spielpaper in Form von Staatsbürgerschaften an jeden dahergelaufenden Glücksritter verschenken. Die Entwertung der Nation ist uns zuwider und gleichzeitig verweigern wir uns auch der rein rassischen Definition von Altrechts, die alles an unabänderlichen biologischen Komponenten festmacht und alles als in Stein gemeißelt betrachtet. So als wären die Deutschen wie die Zwerge in Herr der Ringe dem Mythos nach einfach aus den „Erdlöchern“ geschlüpft. Deutsche als Prozess zu sehen, der einer historischen Linie und bestimmten Regeln unterworfen ist, indem sich dieser Prozess bewegen und entfalten kann – das ist es, was wir vermitteln möchten. Nicht völlig eingegrenzt und starr und auch nicht grenzenlos und wirr. Keine Identität für Jedermann und auch kein elitärer Club, dem man niemals, niemals, niemals beitreten kann. Teil eines Volkes zu sein, darf keiner Beliebigkeit ausgesetzt werden.

Und hier werde ich mich immer für die Tat des Individuums aussprechen. Der Mensch, der mit seinem freien Willen etwas entscheiden kann und dessen Existenz nicht vorherbestimmt ist, auch wenn sie von vielen Faktoren beeinflusst wird. Es war eine Willensentscheidung, die deutsche Juden mit ihren deutschen Kameraden in das Maschinengewehrfeuer schreiten ließ. Es ist eine Willensentscheidung als ursprünglicher Migrant zu sagen, dass man eben nicht mehr nur türkischer, arabischer, polnischer oder afrikanischer Herkunft ist, sondern sich als Deutscher definiert. Mit allen Konsequenzen, die dieses Deutschsein mit sich bringt und welches man nicht wieder ablegen kann wie eine getragene Kleidung. Deutscher kann man auch werden, wie Götz Kubitschek mal sagte, indem man auf „Gedeih und Verderb“ mit diesem Volk mitläuft. Man teilt Glück und Leid mit diesem Volk und ist bereit für die Nation zu geben. Man fragt nicht, was die Nation für einen tun kann, sondern was man selbst für die Nation tun kann. Ähnlich den Worten eines amerikanischen Präsidenten, der in seinem Auto erschossen wurde, ist die Teilhabe am Leben einer Nation kein Luxusurlaub auf Kosten ihrer Gesellschaft.

„Wer an meiner Seite kämpft, soll mein Bruder sein“

Es ist unsere Pflicht die Bringschuld neu einzufordern und zu sagen : „Das ist auch EUER Vaterland!“ Und wir müssen hart sein, wenn sie das nicht verstehen oder bewusst ablehnen.

Für die Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges stellte sich diese Frage vermutlich nicht. Man findet leicht Bindung und Liebe zu denen, mit denen man Härten und Freuden teilt und die man Kameraden nennen kann. Heute stellt sich die Situation jedoch anders dar und wir müssen schauen, wer durch Tat und Wort wirklich bekundet, wo seine Loyalitäten liegen, wenn er nicht durch familiäre Bindung, Herkunft oder Anverwandtschaft einen Anspruch auf das Deutschsein erheben kann. Wer sich auszeichnet durch sein Handeln im Sinne der Deutschen, kann sich das Recht erwerben Teil zu werden. Und diese Migranten gibt es. Sie schimmern wie helle Sterne am Firmament und wir sollten diesen Individuen die Tür offen halten und uns nicht verschließen für jene, die mit gelebten Tugenden und Werten für etwas einstehen möchten, was sie lieben.

Nämlich ihr Vaterland.

 

 

 

 

 

 

 

 



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Bild: Bundesarchiv, Bild 146-2008-0086 / CC-BY-SA 3.0

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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